„Ein gutes Gefühl, endlich wieder über dem Strich zu stehen“: Eutin 08 schöpft neue Hoffnung

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Trainer Dennis Jaacks steht mit Eutin 08 im Abstiegskampf endlich mal wieder über dem Strich

Bei Eutin 08 ist plötzlich wieder Hoffnung zurückgekehrt. Nach langen, schwierigen Wochen auf einem Abstiegsplatz haben die Ostholsteiner durch den enorm wichtigen 3:2-Heimsieg gegen die U23 des 1. FC Phönix Lübeck die Abstiegsränge wieder verlassen.

Während Konkurrent MTSV Hohenwestedt gleichzeitig beim FC Kilia Kiel verlor, kletterte Eutin wieder über den Strich. Für Trainer Dennis Jaacks war das nach schwierigen Monaten ein emotionaler Moment. „Es ist ein gutes Gefühl aufzuwachen und zu wissen, dass man endlich mal wieder seit Wochen und Monaten über dem Strich steht“, sagt Jaacks im Gespräch mit NordKick. „Das war natürlich ein sehr guter Spieltag für uns.“

Die Hoffnung auf das große Finale lebt

Dass sich die Ausgangslage durch den Sieg spürbar verändert hat, weiß auch der Eutiner Trainer. Trotzdem bleibt Jaacks auffallend ruhig und warnt davor, sich zu früh zurückzulehnen. „Die Situation hat sich natürlich positiv verändert“, erklärt er. „Aber ich gehe weiterhin davon aus, dass es bis zum Schluss ganz eng bleiben wird.“

Schon seit Wochen habe er darauf gehofft, mit einer realistischen Chance in den letzten Spieltag gehen zu können – idealerweise mit der Möglichkeit, den Klassenerhalt im direkten Duell gegen Hohenwestedt aus eigener Kraft vor heimischem Publikum perfekt zu machen. „Das war eigentlich mein Wunschgedanke: Dass wir uns eine Ausgangslage erarbeiten, in der vielleicht am letzten Spieltag sogar ein Punkt reichen könnte.“

„Wir wollten unser Schicksal selbst in die Hand nehmen“

Bemerkenswert: Während viele Vereine im Abstiegskampf ständig auf Liveticker und Parallelspiele schauen, versuchte Eutin bewusst, den Fokus ausschließlich auf sich selbst zu richten. „Wir haben letztes Wochenende weniger auf die anderen Plätze geschaut“, verrät Jaacks. „Wir wollten unser Schicksal selbst in die Hand nehmen.“

Die Botschaft innerhalb der Mannschaft sei klar gewesen: Wer seine eigenen Spiele gewinnt, braucht keine Hilfe von außen. „Wenn wir selber punkten und selber Siege feiern, dann können wir es unabhängig von den anderen Ergebnissen aus eigener Kraft schaffen.“

Erleichterung trotz großer Personalprobleme

Der Sieg gegen Phönix fühlte sich deshalb fast wie eine kleine Befreiung an – besonders, weil Eutin seit Wochen personell auf dem Zahnfleisch geht. „Das war schon eine große Erleichterung für alle Beteiligten“, sagt Jaacks.

Der Trainer verweist dabei auf die schwierige personelle Lage der vergangenen Wochen und Monate. Selbst beim wichtigen Heimsieg standen nicht einmal alle Wechseloptionen zur Verfügung. „Wir waren wirklich arg gebeutelt“, erklärt Jaacks. „Deshalb bin ich jetzt froh, dass wir endlich mal wieder eine normale Trainingswoche haben.“ Die Hoffnung ist groß, vor dem wichtigen Auswärtsspiel beim Kaltenkirchener TS personell wieder etwas mehr Optionen zu bekommen.

Die letzte Mission von Dennis Jaacks

Für Dennis Jaacks besitzen die kommenden Wochen ohnehin eine besondere emotionale Bedeutung. Nach Saisonende wird der Trainer Eutin verlassen und sich künftig voll auf seine Aufgabe als Bürgermeister der Gemeinde Ratekau konzentrieren.Umso größer wäre natürlich der emotionale Wert, den Klassenerhalt tatsächlich noch zu schaffen.

Doch auch vor der schweren Aufgabe in Kaltenkirchen bleibt Jaacks realistisch. „Es ist nie einfach in Kaltenkirchen“, sagt er. „Gerade gegen Mannschaften, die befreit aufspielen können und keinen Druck mehr haben.“ Trotzdem glaubt Eutin weiter fest an die eigene Chance. „Natürlich sehen wir die Möglichkeit, dort etwas mitzunehmen“, betont Jaacks. „Mit einem Sieg könnten wir uns eine optimale Ausgangslage für das letzte Heimspiel verschaffen.“

Der Abstiegskampf bleibt also maximal spannend. Doch zum ersten Mal seit langer Zeit darf Eutin 08 wieder von einer Rettung träumen – und das nicht nur theoretisch, sondern plötzlich wieder ganz realistisch.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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