Der TSV Kronshagen ist seiner Favoritenrolle zum Landesliga-Auftakt gerecht geworden. Gegen Aufsteiger Heikendorfer SV setzte sich die Mannschaft von Trainer Coskun Yamak verdient mit 2:0 (1:0) durch. Vor allem mehr Ballbesitz, die größere Spielkontrolle und die besseren Torchancen sorgten dafür, dass die drei Punkte zum Saisonstart in Kronshagen blieben.
Dabei brauchten die Gastgeber allerdings etwas Anlaufzeit. Der Heikendorfer SV verteidigte das Zentrum konsequent und machte es dem Aufstiegsanwärter zunächst schwer, gefährlich vor das Tor zu kommen. So entwickelte sich in der ersten halben Stunde eine insgesamt chancenarme Partie mit leichten Vorteilen für den TSV. Die beste Gelegenheit vergab Lars Wethgrube, der den Ball aus rund 14 Metern über das Tor setzte.
Auch der Aufsteiger versteckte sich keineswegs. Immer wieder suchte Heikendorf nach Ballgewinnen den schnellen Weg nach vorne und setzte einige ordentliche Umschaltmomente. „Wir wussten, dass Heikendorf kompakt stehen und das Zentrum zumachen wird. Da mussten wir erst einmal ein paar Minuten klarkommen, weil wir nicht durch das Zentrum spielen konnten“, erklärte TSV-Coach Coskun Yamak nach der Partie.
Möller belohnt die Überlegenheit
Kurz vor der Pause fiel dann die verdiente Führung. Nach einer sehenswert herausgespielten Kombination über die linke Seite fand die Flanke Rune Kresten Möller, der den Ball in der 40. Minute per Kopf gegen die Laufrichtung von Heikendorfs Torwart Maximilian Müller zum 1:0 ins lange Eck setzte.
Yamak zeigte sich besonders mit der Entstehung des Treffers zufrieden. „Wir haben das überragend herauskombiniert. Dann kommt die Flanke und Rune macht ihn super gegen die Laufrichtung des Keepers mit dem Kopf ins lange Eck.“ Mit dem 1:0 ging es in die Halbzeit.
Hencke staubt nach starker Vorbereitung ab
Auch nach dem Seitenwechsel kontrollierte Kronshagen das Geschehen. Die Gastgeber ließen den Ball nun deutlich besser laufen und warteten geduldig auf die Lücken. In der 60. Minute fiel schließlich die Vorentscheidung. Justus Schröder setzte sich stark durch, zog mit links ab und scheiterte zunächst an Heikendorfs Schlussmann Maximilian Müller. Den Abpraller verwertete Kapitän Sebastian Hencke zum 2:0. „Justus macht eine klasse Bewegung, legt ihn sich auf links und schießt mit Vollspann aufs Tor. Der Keeper pariert super. Zu unserem Glück steht Basti genau dort, wo er stehen muss und macht den Abpraller rein“, schilderte Yamak.
Heikendorf verpasst den Anschluss
Trotz des Rückstands steckte der Aufsteiger nicht auf. Nach dem 0:2 bot sich den Gästen die große Chance, noch einmal Spannung in die Partie zu bringen. Zunächst scheiterte Angreifer Dennis LLühr freistehend am Torhüter, anschließend vergaben Junus Telli und erneut Lühr weitere gute Möglichkeiten zum Anschlusstreffer.
Auf der anderen Seite ließ allerdings auch Kronshagen mehrere Gelegenheiten zum dritten Treffer liegen. Vor allem Torhüter Maximilian Müller verhinderte mit mehreren starken Paraden einen höheren Rückstand. „Nach dem 2:0 hatten wir die Riesenchance zum 1:2, die wir vielleicht sogar machen müssen“, sagte Heikendorfs Trainer Mark Hungerecker. „Auf der anderen Seite muss Kronshagen aber auch noch das dritte Tor machen. Max Müller hält zwei oder drei Mal richtig überragend.“
Unterschiedliche Voraussetzungen
Hungerecker machte nach der Partie deutlich, dass die personelle Situation seines Teams eine große Rolle gespielt habe. „Kronshagen war heute hochverdient der Sieger. Sie hatten mehr Ballbesitz und mehr Torchancen.“ Der Heikendorfer Coach verwies dabei auf zahlreiche Ausfälle. „Aufgrund zahlreicher Ausfälle hatten wir heute eine Mannschaft zusammen, die so wahrscheinlich nicht noch einmal zusammenspielen wird. Drei Spieler hatten über ein Jahr kein Punktspiel mehr bestritten. Deshalb mussten wir natürlich etwas anders spielen als gewohnt.“
Yamak freute sich dagegen über einen gelungenen Saisonstart, warnte aber gleichzeitig vor den kommenden Aufgaben. „Der Auftaktsieg war sehr wichtig. Zu null – und jetzt gehen wir mit einem guten Gefühl in die englische Woche. Rot-Schwarz Kiel wird wieder eine schwierige Aufgabe.“
Heikendorf richtet den Blick trotz der Niederlage bereits nach vorne. „Mit den Voraussetzungen war das kämpferisch ein ordentlicher Auftritt. Jetzt hoffen wir, dass alle Verletzten zurückkommen und wir dann mit voller Kapelle richtig in der Landesliga ankommen.“ Während der TSV Kronshagen damit seine Ambitionen im Aufstiegsrennen direkt untermauerte, konnte der Heikendorfer SV trotz der Niederlage zeigen, dass er mit großem Einsatz auch höher eingeschätzten Gegnern Paroli bieten kann.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
