Nun ist der Wechsel auch offiziell: Alexander Bernhardsson verlässt Holstein Kiel nach zweieinhalb Jahren und schließt sich dem VfL Wolfsburg an. Der schwedische Nationalspieler hatte seinen Wechselwunsch selbst bei den Störchen hinterlegt. Damit verliert die KSV einen ihrer gefährlichsten Offensivspieler.
Aus Kiel nach Wolfsburg
Am Dienstag Morgen hatte sich der Abschied bereits deutlich abgezeichnet. Bernhardsson fehlte beim öffentlichen Training der Kieler, nach NordKick-Informationen hatte sich der 27-Jährige zu diesem Zeitpunkt bereits von seinen Mannschaftskollegen verabschiedet. Wenig später herrscht endgültig Klarheit: Holstein Kiel bestätigte den Transfer zum VfL Wolfsburg.
Damit endet Bernhardssons Zeit an der Förde nach zweieinhalb Jahren. Im Januar 2024 war der Schwede von IF Elfsborg nach Kiel gewechselt und hatte anschließend maßgeblichen Anteil an einer der erfolgreichsten Phasen der Vereinsgeschichte. Insgesamt kommt der Offensivspieler nach Angaben der KSV auf 57 Einsätze für die Störche. Dabei erzielte er 15 Treffer und bereitete weitere 14 Tore vor.
Rebbe: Bernhardsson wollte Holstein verlassen
Interessant ist dabei auch, wie es zum Transfer kam. Nicht nur der VfL Wolfsburg wollte Bernhardsson – auch der Spieler selbst strebte den nächsten Schritt an. „Er ist mit dem Wechselwunsch auf uns zugekommen, und für uns war klar, dass wir als Holstein Kiel diesem entsprechen, sofern gewisse Parameter für diesen Transfer erfüllt sind“, erklärt Holsteins Geschäftsführer Sport Olaf Rebbe.
Diese Voraussetzungen sind nun offenbar erfüllt. „Nun konnten wir mit dem VfL Wolfsburg eine Einigung erzielen“, bestätigt Rebbe. Der Sportchef verliert damit einen Leistungsträger, der sich in Kiel enorm entwickelt hat. Rebbe sagt: „Alexander Bernhardsson hat sich bei uns zu einem der besten Offensivspieler der Liga entwickelt und hat für unsere Farben alles gegeben.“
Aufstieg, Nationalmannschaft – und jetzt der nächste Schritt
Bernhardssons Kieler Geschichte ist eng mit dem sportlichen Höhenflug der Störche verbunden. Mit der KSV gelang ihm 2024 der erstmalige Aufstieg des Vereins in die Bundesliga. Inzwischen gehört er zudem zum Kreis der schwedischen Nationalmannschaft und kam bei der Weltmeisterschaft 2026 zum Einsatz. Nun folgt mit dem Wechsel nach Wolfsburg das nächste Kapitel.
Bernhardsson selbst verabschiedet sich emotional aus Kiel: „Ich bin wahnsinnig glücklich und dankbar für die großartige Zeit hier bei der KSV und über die Unterstützung und Hilfe aller Mannschaftskollegen, dem Trainer- und Funktionsteam und allen Mitarbeitenden.“ Vor allem zwei Meilensteine bleiben für ihn mit Holstein verbunden: „Mit Holstein konnte ich in die Bundesliga aufsteigen und bin Nationalspieler geworden.“ Und der Schwede macht deutlich, dass die zweieinhalb Jahre Spuren hinterlassen haben: „Kiel wird für immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben.“
Holstein verliert Qualität in der Offensive
Für Holstein bedeutet der Transfer allerdings auch eine sportliche Baustelle. Bernhardsson gehörte zu den Spielern, die mit Tempo, Dynamik und direktem Zug zum Tor den Unterschied machen können. Noch beim 2:2 gegen den FC St. Pauli bereitete er beide Kieler Treffer vor.
Sein Abgang nimmt Trainer Tim Walter damit eine seiner gefährlichsten offensiven Waffen. Gleichzeitig dürfte sich nun die Frage verschärfen, wie Holstein den Verlust bis zum Ende der Transferperiode auffängt – aber möglicherweise lässt die nächste Verpflichtung nicht lange auf sich warten und befindet sich auch schon in Kiel.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

