Trainerwechsel bei Kilias U19: Darum übernimmt Michel Witt das Amt von Sascha Schneider

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Michel Witt ist bisher als rechte Hand von Nicola Soranno an der Seitenlinie des FC Kilia Kiel bekannt

Der FC Kilia Kiel stellt seine U19 neu auf: Michel Witt übernimmt mit sofortiger Wirkung für Sascha Schneider. Der bisherige Co-Trainer der Ligamannschaft behält seinen Posten und übernimmt die U19 zusätzlich. Sportlich ist die Richtung klar: Kilia will im Titelrennen angreifen.

Beim FC Kilia Kiel gibt es einen überraschenden Wechsel auf einer Schlüsselposition im Nachwuchsbereich. Sascha Schneider ist nicht länger Trainer der U19, B-Lizenz-Inhaber Michel Witt übernimmt mit sofortiger Wirkung. Bemerkenswert dabei: Witt wechselt nicht einfach von der Ligamannschaft zur U19. Der 38-Jährige bleibt gleichzeitig Co-Trainer der Liga und übernimmt damit künftig eine Doppelfunktion.

Genau darin sieht der Verein einen entscheidenden Vorteil. Der bisherige Liga-Co soll zum direkten Bindeglied zwischen leistungsorientiertem Nachwuchs und Herrenbereich werden.

Schneider-Abschied kommt durchaus überraschend

Ganz aus dem Nichts kommt die personelle Veränderung allerdings nicht. Nach NordKick-Informationen war Schneiders Arbeit bereits nach der vergangenen Saison intern nicht unumstritten. Damals entschied sich die sportliche Führung dennoch dafür, mit dem Trainer weiterzumachen und ihm auch in der neuen Spielzeit das Vertrauen auszusprechen.

Warum nun vergleichsweise früh in der Saison doch die Trennung erfolgt, lässt sich bislang nicht abschließend beurteilen. Ein Statement Schneiders zu seinem Abschied liegt NordKick derzeit nicht vor.

Von Vereinsseite wird ausdrücklich betont, welchen Anteil der bisherige Trainer an der Entwicklung der U19 hatte. Jugend-Sportchef Mario Schülke, der Schneider in der Vergangenheit immer wieder den Rücken gestärkt haben soll, findet gegenüber NordKick deutliche Worte: „Sascha hat beim FC Kilia echte Pionierarbeit geleistet und wichtige Grundlagen geschaffen. Der FC Kilia muss Sascha dankbar sein!“ Auch der Vorstand würdigt Schneiders Engagement und erklärt, ohne ihn wäre „vieles von dem, was entstanden und möglich geworden ist, sicherlich nicht denkbar gewesen“.

Schülke: „Unser klares Ziel ist es, im Titelrennen anzugreifen“

Dass der Wechsel dennoch gerade jetzt erfolgt, ist nach Aussage Schülkes eine bewusste sportliche Entscheidung. Kilia möchte Witt und dem künftigen Trainerteam genügend Vorlauf für die entscheidende Phase der Saison geben. „Unser klares Ziel ist es, im Titelrennen anzugreifen!“, stellt Schülke klar.

Die Zeit bis zur Rückrunde soll deshalb nicht nur für die Arbeit mit der bestehenden Mannschaft genutzt werden. Witt soll den Kader intensiv kennenlernen und beurteilen, an welchen Stellen möglicherweise noch Verstärkungen für die Wintertransferperiode benötigt werden. Kilia verbindet den Trainerwechsel damit ausdrücklich mit seinen sportlichen Ambitionen.

Witt übernimmt nur unter einer Bedingung

Für Michel Witt selbst kam die Anfrage zu Beginn der Woche. Nach eigenen Angaben wurde er von Vereinsseite gefragt, ob er sich vorstellen könne, die U19 zu übernehmen. Eine Bedingung stellte er dabei allerdings von Beginn an: Seine Arbeit bei der Ligamannschaft wollte Witt nicht aufgeben. „Ich habe aber klar gesagt, dass ich das nur mache, wenn ich beides machen kann. Das heißt, ich bleibe Co-Trainer der Liga.“

Auch privat musste die zusätzliche Aufgabe zunächst abgestimmt werden. Witt ist Familienvater, berufstätig und arbeitet bereits mit der Ligamannschaft. Seine Frau habe ihm für die zusätzliche Aufgabe den Rücken freigehalten. Die Entscheidung fiel schließlich zugunsten der Doppelrolle.

Ein echtes Bindeglied zwischen U19 und Liga

Sportlich könnte genau diese Konstellation interessant werden. Witt arbeitet seit sechs Jahren als Co-Trainer im Ligabereich und weiß damit aus unmittelbarer Erfahrung, welche Anforderungen auf junge Spieler zukommen, wenn sie den Schritt in den Herrenfußball schaffen wollen. „Ich habe jetzt die Erfahrung durch sechs Jahre Herrenbereich als Co-Trainer, dass ich weiß, was die Jungs da oben brauchen, wenn sie da spielen wollen“, erklärt Witt.

Die U19 bezeichnet er dabei als „die wichtigste Jugendmannschaft, die wir haben“. Im aktuellen Kader sieht er mehrere Spieler mit dem Potenzial, später im Ligabereich Fuß zu fassen. Zwei U19-Spieler trainierten bereits mit der Ligamannschaft. Witt möchte deshalb nicht nur Ergebnisse liefern, sondern vor allem an der Ausbildung arbeiten. „Es ist jetzt extrem wichtig, dieses letzte A-Jugendjahr zu nutzen und sich weiterzuentwickeln.“

Eine klare Spielidee, taktische Entwicklung und eine bessere Vorbereitung auf die Anforderungen des Herrenfußballs sollen dabei im Mittelpunkt stehen.

Der Weg von der Jugend zur Liga soll kürzer werden

Auch Schülke sieht darin einen wesentlichen Grund für die Entscheidung. Dass Witt nach sechs Jahren als Co-Trainer erstmals selbst die Verantwortung als Cheftrainer übernimmt, bezeichnet er als „logische Schlussfolgerung“. Der 38-Jährige kenne den Verein, die Abläufe und den Ligabereich. Davon verspricht sich die sportliche Führung neben Kontinuität vor allem einen besseren Austausch. Schülke: „Ich verspreche mir davon nicht nur Kontinuität und eine reibungslose Kommunikation zwischen dem Talent- und dem Ligabereich, sondern auch einen fließenderen Übergang für unsere Nachwuchsspieler.“

Für Witt beginnt damit eine arbeitsintensive Zeit – aber offensichtlich eine Aufgabe, auf die er große Lust hat: „Ich habe extreme Vorfreude auf die ganze Geschichte. Jungen Leuten etwas beizubringen, sie weiterzuentwickeln.“ Und viel Eingewöhnungszeit gönnt sich der neue Cheftrainer nicht. „Da werde ich heute Abend mit anfangen.“

Artikel und Bilder: Ole Jacobsen.

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