Beim 3:0 gegen Dynamo Dresden stand Gyan de Regt zum zweiten Mal für Holstein Kiel in der Startelf. Der 23-jährige Niederländer, der im August für rund 1,7 Millionen Euro nach Kiel wechselte, durfte auf der Außenbahn ran und erlebte damit aus nächster Nähe den ersten Zweitliga-Sieg der Störche in dieser Saison. In der Mixed Zone sprach der Flügelstürmer unter anderem mit NordKick über die Erleichterung, die taktischen Veränderungen, die Doppelspitze und den Druck der vergangenen Wochen.
NordKick: Gyan, Glückwunsch zum ersten Sieg. Wie fühlt sich das an?
Gyan de Regt: Endlich! Es fühlt sich wirklich gut an. Wir haben lange auf den ersten Dreier gewartet und sind jetzt sehr froh, dass wir es endlich geschafft haben. Jetzt haben wir direkt die nächsten Spiele vor uns und wollen natürlich versuchen, auch die zu gewinnen. Dann sind wir wieder da.
NordKick: Du hast deinen zweiten Startelfeinsatz bekommen. Wie zufrieden bist du mit deiner persönlichen Leistung?
de Regt: Natürlich habe ich versucht, der Mannschaft zu helfen. Ich denke, wir haben insgesamt ein gutes Spiel gemacht. Das ist das Wichtigste und wir sind einfach glücklich über den Sieg.
NordKick: Was war diesmal anders als in den vergangenen Spielen? Timon Weiner hält beispielsweise den Elfmeter – braucht man in so einer Situation vielleicht auch einmal dieses Glück?
de Regt: Natürlich hat es uns sehr geholfen, dass Timon den Elfmeter gehalten hat. Wir wussten aber auch, dass Dresden mit seinen Hereingaben gefährlich werden kann. Wir haben heute selbst viele Bälle und Flanken in den Strafraum gebracht. Das hat uns geholfen und wir sind einfach froh, dass es zum Sieg gereicht hat.
NordKick: Mit Phil Harres und Giorgi Kvilitaia standen diesmal zwei echte Stürmer im Zentrum. Macht das dein Spiel als Flügelspieler einfacher?
de Regt: Ich denke schon. Für einen Flügelspieler ist es einfacher, wenn man weiß, dass die Stürmer da sind, wenn man die Bälle in den Strafraum bringt. Bei Phil und „Kvili“ weißt du, dass sie in der Box sein werden. Dann kannst du deine Hereingaben bringen und weißt, dass dort jemand darauf wartet. Das ist natürlich gut.
NordKick: Holstein hat in den vergangenen beiden Spielen seinen Stil ein Stück weit angepasst, verteidigt phasenweise tiefer und hat weniger Ballbesitz. Wie fühlt sich das auf dem Platz an?
de Regt: Ich denke, dass es heute gut funktioniert hat. Manchmal standen wir etwas tiefer und haben darauf gewartet, dass die Bälle in unsere Räume kommen. Sobald sie dort waren, wollten wir aggressiv sein. Das hat heute gut funktioniert.
NordKick: Du selbst bist erst seit August hier. Wie weit bist du inzwischen mit deiner persönlichen Anpassung an Holstein und den deutschen Fußball?
de Regt: Ich bin in eine neue Liga und in ein neues Land gekommen. Natürlich muss man sich dann an einige Dinge gewöhnen. Gerade die ersten Wochen waren für mich dazu da, mich anzupassen. Ich denke aber, dass ich mich von Woche zu Woche wohler fühle. Ich versuche, jedes Wochenende ein besserer Spieler zu werden.
NordKick: Wird der erste Sieg heute Abend ein bisschen gefeiert?
de Regt: Ich weiß es noch nicht. Wir haben schon bald wieder das nächste Spiel, deshalb wird es wahrscheinlich nicht allzu viel werden. Aber in der Kabine gibt es natürlich eine kleine Party.
NordKick: Am Mittwoch wartet im DFB-Pokal Hoffenheim. Was erwartest du von dem Spiel?
de Regt: Das ist ein schönes Spiel und wir freuen uns darauf. Wir wollen jedes Spiel gewinnen – natürlich auch das Pokalspiel.
NordKick: Wie wichtig war dieser Sieg nach acht sieglosen Ligaspielen auch für die Köpfe? Hat man den Druck innerhalb der Mannschaft gespürt?
de Regt: Ich denke schon, dass dieser Sieg sehr wichtig war. Als Mannschaft spürt man natürlich die Anspannung, wenn man so lange nicht gewinnt und unten in der Tabelle steht. Aber wir haben versucht, als Gruppe zusammenzubleiben. Wir haben uns gegenseitig immer wieder gesagt, dass wir wissen, was wir können. Wir haben immer noch das Selbstvertrauen. Heute haben wir es gezeigt. Jetzt müssen wir es jede Woche zeigen und so weitermachen.
Interview und Bild: Ole Jacobsen.

