Der Hamburger SV hat mit der Verpflichtung von Albert Grönbaek offenbar einen wichtigen Baustein für die Bundesliga-Saison 2026/27 gesichert. Doch damit ist die Transferplanung noch längst nicht abgeschlossen. Ein weiterer Name steht ganz oben auf der Wunschliste der Verantwortlichen: Fabio Vieira.
Der Portugiese war in der Rückrunde einer der prägenden Spieler beim HSV. Mit sieben Toren und sechs Vorlagen entwickelte sich der 26-Jährige schnell zum Publikumsliebling und wichtigen Leistungsträger im Abstiegskampf. Entsprechend groß ist der Wunsch auf beiden Seiten, die Zusammenarbeit fortzusetzen.
Nach übereinstimmenden Medienberichten hat Vieira den HSV bereits darüber informiert, dass er sich einen dauerhaften Verbleib in Hamburg sehr gut vorstellen kann. Der offensive Mittelfeldspieler fühlt sich in der Stadt wohl, ist in der Mannschaft hervorragend integriert und würde am liebsten bereits zum Trainingsauftakt Anfang Juli wieder dabei sein.
Kaufoption längst vom Tisch
Die ursprünglich vereinbarte Kaufoption spielt dabei allerdings keine Rolle mehr. Diese soll bei rund 20 bis 22 Millionen Euro gelegen haben – eine Summe, die für den HSV niemals realistisch war. Stattdessen versuchen die Hamburger nun, mit dem FC Arsenal eine neue Lösung auszuhandeln. Genau dort liegt aktuell die größte Herausforderung. Während die Norddeutschen laut verschiedenen Berichten maximal einen hohen einstelligen oder niedrigen zweistelligen Millionenbetrag investieren wollen, sollen die Londoner weiterhin zwischen zehn und 15 Millionen Euro Ablöse fordern.
Arsenal sitzt am längeren Hebel
Aus Sicht des FC Arsenal gibt es wenig Druck. Vieira besitzt bei den „Gunners“ noch Vertrag und die Engländer hoffen offenbar darauf, dass weitere Interessenten in den Poker einsteigen. Genau dieses Szenario könnte für den HSV gefährlich werden. Zuletzt wurde berichtet, dass der Spieler auch Vereinen wie Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart angeboten worden sein soll. Beide Klubs verfügen über größere finanzielle Möglichkeiten und können zudem internationalen Fußball bieten. Bislang gibt es allerdings keine konkreten Hinweise darauf, dass einer dieser Vereine tatsächlich ernsthaft in den Transfer eingestiegen ist.
Wie realistisch ist ein Verbleib?
Die Chancen auf einen dauerhaften Wechsel sind deutlich besser als noch vor einigen Wochen. Vor allem die Tatsache, dass Vieira selbst gerne in Hamburg bleiben möchte, ist für den HSV ein wichtiger Trumpf. Dennoch bleibt der Transfer kompliziert. Selbst eine Ablöse von zehn Millionen Euro wäre für den Aufsteiger eine erhebliche Investition. Hinzu kommt das Gehalt des Portugiesen, das ebenfalls deutlich über dem bisherigen HSV-Durchschnitt liegen dürfte. Sportvorstand Claus Costa und Trainer Merlin Polzin müssen deshalb genau abwägen, wie weit sie finanziell gehen können. Schließlich sind noch weitere Positionen im Kader zu verstärken.
Sportlich kaum zu ersetzen
Rein sportlich wäre eine feste Verpflichtung ein Ausrufezeichen. Vieira brachte genau jene Kreativität, Spielintelligenz und technische Klasse mit, die dem HSV in den vergangenen Jahren oft gefehlt hatte. Zusammen mit Neuzugang Albert Grönbaek könnte der Portugiese das Herzstück einer Bundesliga-Mannschaft bilden, die nicht nur um den Klassenerhalt kämpfen, sondern auch mutigen Offensivfußball spielen möchte.
Fazit
Stand heute ist ein Verbleib von Fabio Vieira beim HSV durchaus möglich – aber längst nicht sicher. Die wichtigste Voraussetzung scheint erfüllt: Der Spieler möchte bleiben. Nun müssen die Hamburger eine wirtschaftlich tragfähige Lösung mit Arsenal finden. Sollte es dem HSV gelingen, die Ablöseforderung der Engländer deutlich zu drücken, könnte nach Albert Grönbaek der nächste Transfer-Coup gelingen.
Aktuell spricht vieles dafür, dass die kommenden zwei bis drei Wochen darüber entscheiden werden, ob Fabio Vieira weiterhin in der Bundesliga das Trikot mit der Raute trägt oder ob sich Arsenal doch noch für einen anderen Käufer entscheidet. Für den HSV wäre eine feste Verpflichtung jedenfalls ein Signal an die Konkurrenz: Der Aufsteiger will mehr sein als nur ein Kandidat für den Klassenerhalt.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
