Kilia hatte Holsteins Schwachstelle auf dem Zettel: Schwabe erklärt den Derby-Coup

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Marc Schwabe bejubelt seinen Doppelpack gegen die U23 von Holstein Kiel

Fünf Tore beim bisherigen Tabellenführer, dazu selbst zwei Treffer erzielt: Für Marc Schwabe hätte das Kieler Spitzenspiel kaum besser laufen können. Der 24-Jährige verrät nach dem 5:3-Erfolg, dass Kilias gnadenloses Umschaltspiel keineswegs zufällig entstand. Die Schwächen der Holstein-U23 waren vor dem Derby ein ganz konkretes Thema.

Auf den ersten Blick konnte man das 5:3 des FC Kilia Kiel bei Holsteins U23 relativ einfach erklären: Die Störche leisteten sich ungewöhnlich schwere Fehler – und Kilia bestrafte sie. Ganz so zufällig war das allerdings nicht. Denn genau auf solche Situationen hatte sich der neue Oberliga-Tabellenführer vorbereitet.

„Wir wussten natürlich, dass Holstein eine enorm technisch starke Mannschaft ist, die viele gute Eins-gegen-eins-Spieler mit Tempo hat. Wir haben aber auch vor dem Spiel besprochen, wie sie verwundbar sind und was sie einem anbieten“, erklärt Marc Schwabe. Gemeint waren vor allem jene Momente, in denen Holstein im Spielaufbau den Ball verliert und anschließend schnell umschalten muss.

Kilias Matchplan geht früh auf

Schon beim 1:0 durch Drilon Trepca nach zehn Minuten funktionierte genau dieser Plan. Kilia gewann den Ball, schaltete schnell um und nutzte den entstandenen Raum. Für Schwabe fast ein Musterbeispiel dessen, was die Mannschaft zuvor erarbeitet hatte: „Das 1:0 ist eigentlich sinnbildlich dafür, was wir in der Woche mit an die Hand bekommen und viel trainiert haben – wie sie verwundbar sind.“

Noch bemerkenswerter war anschließend die Konsequenz. Jan Matti Seidel erhöhte nach einem schweren Holsteiner Fehler auf 2:0, ehe Schwabe selbst in der 37. Minute das 3:0 erzielte. Drei Tore aus nur wenigen Möglichkeiten. „Das war, glaube ich, auch ein bisschen der Schlüssel zu dem Halbzeitstand, dass wir in der ersten Hälfte sehr effizient waren und unsere Möglichkeiten direkt genutzt haben.“ Schwabe räumt allerdings auch ein, dass Kilia in dieser Phase das nötige Spielglück auf seiner Seite hatte. Holstein besaß durchaus Möglichkeiten zum Anschlusstreffer. „In so einem Spiel brauchst du dann einfach auch ein bisschen dieses Spielglück, dass der Ball nicht reingeht.“

Immer die richtige Antwort

Dass die Partie nach dem Seitenwechsel noch einmal eine völlig andere Dynamik entwickelte, überraschte Kilia nicht. „Wir wussten in der Halbzeit, dass noch einmal eine Welle auf uns zukommt und Holstein alles reinwerfen wird. Wir wussten auch, dass sie die Qualität haben, das Spiel zu drehen.“ Und tatsächlich verkürzte Mark Richter Monserrat auf 1:3. Holstein erhöhte den Druck und das Derby drohte zu kippen.

Doch genau hier sieht Schwabe einen zweiten entscheidenden Faktor: „Ich glaube, was heute auch ein bisschen der Schlüssel war: Wir haben immer in den entscheidenden Momenten die Tore gemacht.“ Auf das 1:3 folgte das 4:1 durch Tino Klein. Später traf Schwabe selbst ein zweites Mal und stellte auf 5:2. Selbst als Holstein noch einmal auf 3:5 herankam, blieb Kilia der entscheidende Vorsprung erhalten.

Zwei Tore – aber Schwabe bremst die Euphorie

Für den groß gewachsenen Offensivspieler war es damit auch persönlich ein besonderer Nachmittag. Zwei Treffer in einem Stadtderby, das gleichzeitig ein direktes Duell um die Tabellenführung war. Schwabe selbst macht daraus allerdings wenig. „Am Ende ist es immer schön, wenn man als Stürmer trifft. Aber mir ist der Sieg der Mannschaft deutlich wichtiger.“

Mit diesem Sieg steht Kilia nun vor Holstein an der Spitze der Oberliga Schleswig-Holstein. Von einer Kampfansage im Titelrennen möchte Schwabe trotzdem nichts wissen. „Ich glaube, da sollten wir bescheiden bleiben und einfach von Woche zu Woche denken, weiter gut arbeiten und weiter Spaß haben.“

Das klingt zurückhaltend. Kilias Auftritt beim bisherigen Tabellenführer war es nicht. Der FC Kilia hatte einen Plan für Holsteins Schwächen – und setzte ihn mit bemerkenswerter Konsequenz um.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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