Fünf Spiele, drei Punkte: Die SpVg Eidertal Molfsee erwischte einen denkbar schwierigen Start in die Landesliga-Saison. Inzwischen sieht die Welt ganz anders aus. Trainer Heiko Dukats-Jadwizak spricht von einer bewussten Neuausrichtung, einem Lernprozess – und warnt davor, den Turnaround bereits für abgeschlossen zu erklären.
Wer nach den ersten Wochen der Saison auf die Tabelle schaute, musste sich um die SpVg Eidertal Molfsee durchaus Sorgen machen. Dem 0:1 beim TSV Kropp zum Auftakt folgte eine Niederlage gegen Klausdorf (0:2). Am dritten Spieltag gab es zwar den ersten Dreier bei Rot-Schwarz Kiel (3:0), doch danach gingen die nächsten beiden Partien direkt wieder verloren – gegen Kronshagen (0:2) und gegen Abstiegskandidat Friedrichsberg-Busdorf (1:2). Fünf Spiele, vier Niederlagen. Doch rückblickend war der schwache Start offenbar auch Teil eines Prozesses, den die Verantwortlichen vor der Saison bewusst in Kauf genommen hatten.
„So einen Umbruch hat es bestimmt zehn Jahre nicht gegeben“
„Zufrieden sollte man nie sein, aber der Weg geht in die richtige Richtung“, sagt Dukats-Jadwizak. Gemeinsam mit der sportlichen Leitung seien vor der Saison Ziele definiert worden, die zur Halbserie erreicht wurden. Dabei ging es ausdrücklich nicht nur um die Tabelle. „Es war ein mutiger Schritt, den wir gegangen sind, da es eine komplette Neuausrichtung der Ligamannschaft war. Wir wollten eine junge, dynamische, lernfähige Mannschaft, die kontinuierlich wachsen sollte.“
Trainerteam und Mannschaft mussten sich zunächst finden. Dukats-Jadwizak spricht von einem Umbruch, „wie es ihn in den letzten bestimmt zehn Jahren nicht gegeben hat“. Entsprechend habe zu Beginn die Entwicklung stärker im Mittelpunkt gestanden als die reine Punkteausbeute.
Ende September fällt der Startschuss
Spätestens Ende September wurde sichtbar, wohin diese Entwicklung führen kann. Nach zuvor lediglich einem Sieg aus den ersten acht Ligapartien gewann Eidertal beim Heikendorfer SV deutlich mit 4:0. Es war der Beginn einer bemerkenswerten Serie. Es folgten ein 3:2 gegen Inter Türkspor Kiel und ein 4:2 gegen den TSV Heiligenstedten. Aus einem Sieg wurden drei in Folge. Anschließend blieb Eidertal auch beim 1:1 gegen den Husumer SV und beim 3:3 bei Weiche Flensburg II ungeschlagen.
Fünf Spiele in Folge ohne Niederlage, darunter drei Siege – nach dem schwierigen Saisonstart war Molfsee plötzlich mittendrin in der Landesliga. Erst das knappe 1:2 gegen den SV Dörpum beendete die Serie. Mit 17 Punkten aus 15 Spielen steht Eidertal nach der Hinrunde auf Platz zehn.
Was hat sich verändert?
Die Antwort darauf liegt offenbar nicht in einer einzelnen taktischen Wundermaßnahme. „Torben und ich haben uns zusammengesetzt und überlegt, was bei unseren Mannschaften früher anders war als heute“, erklärt Dukats-Jadwizak. Anschließend habe das Trainerteam der Mannschaft noch einmal sehr deutlich vermittelt, was es von ihr erwartet. „Die Mannschaft hat es dann sehr schnell angenommen und umgesetzt.“
Als Torben aufgrund einer Knieoperation ausfiel, stieß zudem Kim Liebert unterstützend hinzu und brachte laut Dukats-Jadwizak „noch einmal weiteren frischen Wind“ hinein. Aus mehreren Veränderungen entwickelte sich schließlich eine Mannschaft, die nicht nur konkurrenzfähig war, sondern plötzlich regelmäßig punktete. Trotzdem bremst der Coach bewusst: „Der komplette Turnaround ist meiner Ansicht nach allerdings noch im Prozess.“
Und jetzt wieder Kropp
Dass ausgerechnet der TSV Kropp der nächste Gegner ist, gibt der Partie eine zusätzliche Geschichte. Am ersten Spieltag verlor Eidertal dort mit 0:1. Damals begann eine Negativserie, die Molfsee zunächst tief in den Tabellenkeller führte. Nun kommt Kropp als Tabellenletzter nach Molfsee. Mit einem Sieg könnte Eidertal den Abstand nach unten weiter vergrößern und sich vor der Winterpause zusätzliche Ruhe verschaffen.
Von einem besonderen Endspiel möchte Dukats-Jadwizak dennoch nichts wissen. „Jedes Spiel ist extrem wichtig für uns, zumindest so lange, bis ein Abstieg nicht mehr möglich ist“, sagt er – und fügt schmunzelnd hinzu: „Auch wenn ich jetzt ins Phrasenschwein zahlen muss: Das nächste Spiel ist immer das wichtigste.“ Und vielleicht zeigt gerade diese Aussage ganz gut, wie sich die Situation in Molfsee verändert hat.
Nach fünf Niederlagen zum Start ging es zunächst darum, überhaupt in dieser Saison anzukommen. Inzwischen hat Eidertal bewiesen, dass die neu zusammengestellte Mannschaft in dieser Landesliga bestehen kann. Der Turnaround mag für ihren Trainer noch nicht abgeschlossen sein. Aber er hat längst begonnen.
Hauptsponsor TECCON: Auswirkungen auf Eidertal offen
Eine Entwicklung abseits des Platzes bleibt derweil offen. Über das Vermögen der TECCON professionals GmbH wurde nach den vorliegenden Informationen zum 1. November ein Insolvenzverfahren eröffnet. Bei der TECCON Consulting & Engineering GmbH war bereits Mitte Oktober eine vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet worden. TECCON tritt als Hauptsponsor der SpVg Eidertal Molfsee auf.
Ob und welche Auswirkungen diese Entwicklung auf den Verein oder speziell die Ligamannschaft haben könnte, ist derzeit nicht bekannt. Dukats-Jadwizak wollte sich dazu gegenüber NordKick nicht äußern und verwies auf die zuständigen Ansprechpartner.
Sportlich konzentriert sich der Trainer ohnehin auf das, was seine Mannschaft selbst beeinflussen kann. Und nach einem Saisonstart mit fünf Niederlagen hat Eidertal inzwischen genügend Argumente geliefert, warum die zweite Saisonhälfte in Molfsee deutlich erfreulicher verlaufen könnte als die ersten Wochen.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
