Nach dem hart erkämpften Auswärtssieg beim VfL Bochum und der anschließenden Länderspielpause konnte Holstein Kiel einmal durchatmen – und genau das scheint den Störchen gutgetan zu haben. In der Medienrunde sprach Mittelfeldmotor Jonas Meffert über neue Energie, intensive Trainingsarbeit und die Entwicklung unter Trainer Tim Walter.
„Ekliger Sieg, der uns extrem gutgetan hat“
Der Erfolg in Bochum war für Kiel weit mehr als nur drei Punkte. Für Meffert war vor allem die Art und Weise entscheidend. „Es war extrem wichtig, dieses Gefühl endlich mal wieder zu gewinnen. Vor allem so ein ekliges, dreckiges Auswärtsspiel zu gewinnen – das war brutal wichtig für die Energie in der Mannschaft.“
Diese Energie war laut Meffert in der gesamten Trainingswoche deutlich spürbar. Die Einheiten seien intensiv gewesen, geprägt von hoher Bereitschaft und viel Tempo. Die Pause kam also genau zum richtigen Zeitpunkt, um Inhalte zu vertiefen und gleichzeitig neue Kraft zu tanken.
Intensive Trainingswoche mit Fokus auf Details
Besonders auffällig: In kleineren Gruppen wurde gezielt an individuellen Inhalten gearbeitet. Eine Maßnahme, die laut Meffert spürbare Wirkung zeigte. „Man kann dann noch detaillierter mit dem Einzelnen arbeiten. Es war eine sehr intensive Woche, aber auch eine sehr gute.“ Dabei ging es nicht nur um taktische Feinheiten, sondern auch darum, das eigene Spielverständnis weiterzuentwickeln – ein zentraler Baustein in der aktuellen Phase.
Der Einfluss von Tim Walter wird sichtbar
Auch spielerisch erkennt Meffert klare Fortschritte. Der Einfluss von Trainer Tim Walter sei mittlerweile deutlich auf dem Platz zu sehen. „Was wir zu Hause gegen Nürnberg gespielt haben, das war schon richtig, richtig gut. Da hat jeder im Stadion gemerkt, was der Trainer reinbringt.“
Besonders bemerkenswert: Selbst gegnerische Trainer wie Klose und Rösler hätten sich beeindruckt gezeigt. Für Meffert ein klares Zeichen, dass sich die Arbeit auszahlt – auch wenn der sogenannte „Walter-Ball“ noch nicht in Perfektion umgesetzt wird. „Das kann man nicht in einer Woche perfekt spielen. Wir müssen jede Woche daran arbeiten und besser werden.“
Spiel gegen Münster: „Das wichtigste Spiel ist immer das nächste“
Mit dem kommenden Duell gegen Preußen Münster wartet nun ein Schlüsselspiel im Abstiegskampf. Für Meffert ist die Bedeutung klar – ohne es künstlich aufzublähen. „Für uns ist jedes Spiel das wichtigste. Und jetzt ist es das Spiel am Sonntag – ein unfassbar wichtiges Spiel.“
Dabei erschwert der Trainerwechsel in Münster die Vorbereitung. Unter Alois Schwartz könnte der Gegner deutlich defensiver auftreten. Doch Kiel will sich davon nicht abhängig machen. „Wir schauen erstmal auf uns. Natürlich werden wir uns vorbereiten, aber wir müssen unser Spiel durchziehen.“
Geduld gefragt gegen mögliche Defensivtaktik
Sollte Münster tief stehen, könnte Geduld gefragt sein. Meffert weiß um die Herausforderung: „Wenn jemand kompakt verteidigt und das gut macht, ist es definitiv schwierig, viele Chancen zu kreieren.“ Dennoch bleibt die Marschroute klar: Lösungen finden, Chancen herausspielen und das Spiel gewinnen – unabhängig von der Herangehensweise des Gegners.
Selbstvertrauen als Schlüssel im Saisonendspurt
Die jüngsten Leistungen und der Sieg in Bochum haben das Selbstvertrauen spürbar gestärkt. Ein Faktor, der im engen Saisonfinale entscheidend werden kann. „Ein Zweitligaspiel ist nie einfach. Aber wir freuen uns auf das Spiel, wollen Tore schießen und geben Gas.“ Für Holstein Kiel geht es nun darum, die positive Entwicklung zu bestätigen – Spiel für Spiel. Und genau das hat Meffert klar formuliert: Der Fokus liegt auf dem Hier und Jetzt.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
