Sieben Spieltage sind in der Bundesliga noch zu absolvieren – und für den Hamburger SV spitzt sich die Lage im Saisonendspurt weiter zu. Das Restprogramm hat es in sich: Nach dem Heimspiel gegen den FC Augsburg warten nahezu ausschließlich Gegner aus den Top 8 der Liga – dazu das brisante Nordduell beim SV Werder Bremen. Umso größer ist die Bedeutung des Spiels am Samstag im ausverkauften Volksparkstadion. HSV-Trainer Merlin Polzin will davon jedoch nichts wissen – zumindest nach außen.
Personalsituation bleibt angespannt
Vor dem Duell mit Augsburg muss der HSV weiterhin auf mehrere Spieler verzichten. Nicolas Capaldo und Bakery Jatta, der aber wieder trainieren kann, fallen aus, ebenso Nicolai Remberg aufgrund einer Gelbsperre. Jean-Luc Dompe wird wegen anhaltender Fußprobleme wohl nicht zur Verfügung stehen und auch Yussuf Poulsen wird weiterhin ausfallen. Dafür wird Robert Glatzel wieder mit von der Partie sein und scheint auch Einsatzchancen zu haben.
Lehren aus Dortmund: „Reif gespielt – dann bestraft worden“
Mit Blick auf die jüngste Niederlage bei Borussia Dortmund zog Polzin ein differenziertes Fazit. Vor allem die erste Halbzeit habe ihm gefallen: „Wir haben extrem reif und fokussiert gespielt. Mutig im Ballbesitz, klar in unseren Abläufen.“ Doch nach der Pause zeigte sich der Unterschied zu einer Top-Mannschaft: „Wenn du drei, vier Meter tiefer stehst, kommen die Bälle einfacher in die Zwischenräume. Das haben wir gemerkt.“ Für Polzin eine wichtige Erkenntnis – gerade mit Blick auf die letzten Saisonspiele gegen starke Gegner.
Keine Endspiel-Rhetorik – voller Fokus auf Inhalte
Trotz der tabellarischen Situation vermeidet Polzin bewusst große Worte: „Wir sind weit weg davon, von Endspielen zu sprechen. Es geht darum, ins Handeln zu kommen.“ Statt auf das große Ganze zu schauen, setzt der HSV auf klare Trainingsinhalte und individuelle Entwicklung. Jeder Spieler habe konkrete Aufgaben für die verbleibenden Wochen – sowohl taktisch als auch mental.
Augsburg als unangenehmer Gegner
Mit dem FC Augsburg wartet eine Mannschaft, die sich in der Rückrunde stabilisiert hat. Polzin warnt vor der Intensität und Qualität des Gegners: „Eine Mannschaft, die sehr aggressiv verteidigt und gleichzeitig viele spielerische Lösungen hat.“ Das Hinspiel sei ein gutes Beispiel gewesen: Probleme im Pressing, fehlende Kompaktheit – Punkte, die der HSV diesmal besser umsetzen will.
Restprogramm? Spiel für Spiel
Dass nach Augsburg ein Hammerprogramm wartet, ist allen bewusst. Doch Polzin bleibt seiner Linie treu: „Wir unterscheiden nicht zwischen großen und kleinen Gegnern. Nur Samstag zählt.“ Ein Heimsieg gegen Augsburg wäre dennoch von enormer Bedeutung – nicht nur für die Tabelle, sondern auch für das Selbstvertrauen im Saisonendspurt.
Denn klar ist: Will der HSV den Klassenerhalt sichern, müssen gerade diese „lösbaren“ Spiele im Volkspark gewonnen werden.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
