Noch vor wenigen Wochen schien der TuS Rotenhof mit dem Abstiegskampf der Flens-Oberliga nicht mehr allzu viel zu tun zu haben. Doch die Realität hat sich drastisch verändert: Die Mannschaft von Trainer Henning Knuth steckt plötzlich wieder mitten im Tabellenkeller.
Der Grund: Ein katastrophaler Start ins Jahr 2026. Nur ein Sieg – ausgerechnet gegen Schlusslicht Preußen Reinfeld – steht zu Buche. Dazu kommen zuletzt drei deutliche Niederlagen mit einem erschreckenden Torverhältnis von 1:15. Die Folge: Rotenhof ist nur noch einen Punkt von den Abstiegsplätzen entfernt.
Knuth nach Klatsche: „Das war nicht Rotenhof-like“
Besonders die jüngste 9:1-Pleite beim 1. FC Phönix Lübeck II sitzt tief. Trainer Knuth fand deutliche Worte: „Wir haben uns schlecht präsentiert und kein Zweikampfverhalten eines Oberligisten gezeigt. Wir waren immer einen Schritt zu spät und mental überhaupt nicht bereit. Das darf so nicht passieren.“
Eine klare Analyse – ohne Ausflüchte. Gleichzeitig ordnet er die Partie auch ein: „Das war ein Tag zum Vergessen. Das weiß auch jeder Spieler selbst.“
Abstiegskampf? Für Knuth keine Überraschung
Dass Rotenhof überhaupt noch einmal in diese Lage geraten könnte, kam für viele überraschend – für den Trainer weniger: „Es ist keine neue Erkenntnis, dass wir für Punkte unser Leistungsmaximum brauchen. Niemand schenkt uns etwas. Sobald wir darunter bleiben, wird es schwer.“ Eine ehrliche Einschätzung, die die Situation klar beschreibt: Rotenhof ist kein Team, das Spiele „einfach so“ gewinnt – Konstanz und Intensität sind Pflicht.
Die Wochen der Wahrheit beginnen jetzt
Der Blick auf das Restprogramm zeigt: Die Entscheidung fällt in direkten Duellen. Vier Spiele gegen unmittelbare Konkurrenten warten noch – insgesamt sind noch 18 Punkte zu vergeben.
Knuth sieht darin vor allem eine Chance: „Genau das ist jetzt entscheidend: die Reaktion! Wir werden uns schütteln und dann erwarte ich wieder den TuS Rotenhof, der uns auszeichnet – mit Gemeinschaft, Intensität und Bereitschaft.“ Der Trainer macht klar: Es geht nur über Einsatz und Mentalität.
Pokal als Chance statt Belastung
Mitten in dieser kritischen Phase steht auch noch das Pokal-Halbfinale beim SV Grün-Weiß Todenbüttel (Mittwoch um 19.45 Uhr) an. Für viele Teams eine zusätzliche Belastung – für Rotenhof eher eine Gelegenheit: „Wir wollen ins Finale. Ich glaube, dass ein anderer Wettbewerb eine willkommene Abwechslung ist.“ Ein Perspektivwechsel, der helfen kann, den Kopf freizubekommen.
Trainer zwischen Taktik und Psychologie
In schwierigen Phasen wird von Trainern oft mehr als nur sportliche Arbeit verlangt. Auch Knuth bestätigt das – ohne es dramatischer zu machen als nötig: „Als Trainer bist du ohnehin multifunktional unterwegs. Gespräche mit den Jungs gehören immer dazu – für die Spieler da zu sein, ist selbstverständlich.“
Fazit
Der TuS Rotenhof steht vor einer entscheidenden Phase der Saison. Die Ausgangslage ist klar: Der Vorsprung ist minimal, die Form schwach – doch die Chancen sind da. Die direkten Duelle bieten die Möglichkeit, den Klassenerhalt aus eigener Kraft zu sichern.
Oder, wie es Henning Knuth formuliert: „Das Momentum auf unsere Seite ziehen – das geht nur über harte Arbeit.“ Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Rotenhof diesem Anspruch gerecht wird.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
