„Wenn wir nicht gewinnen, ist es eh vorbei“: Inter Türkspor Kiel greift nach dem letzten Strohhalm

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Abstiegskampf pur: Inter Türkspor Kiel und Trainer Karim Youssef stehen in Rotenhof unter maximalem Druck

Für Inter Türkspor Kiel gibt es keine Rechenspiele mehr. Kein Taktieren. Kein vorsichtiges Herantasten. Inter muss gewinnen.

Bereits am morgigen Freitagabend steht die Mannschaft von Trainer Karim Youssef beim TuS Rotenhof unter enormem Druck. Vier Punkte Rückstand auf den rettenden Platz – bei nur noch zwei ausstehenden Spielen. Aufgrund des deutlich schlechteren Torverhältnisses dürfte selbst ein Unentschieden praktisch zu wenig sein.

Die Ausgangslage ist brutal. „Die Ausgangslage ist natürlich nicht besser geworden, das ist klar“, sagt Trainer Karim Youssef im Gespräch mit NordKick. „Wir brauchen jetzt sechs Punkte aus den letzten beiden Spielen. Wir brauchen wirklich zwei Siege.“

„Wenn wir nicht gewinnen, dann ist es vorbei“

Dabei macht der Inter-Coach keinen Hehl daraus, dass der Fokus komplett auf der Partie in Rotenhof liegt. An das abschließende Duell im Kieler Derby gegen Spitzenklub FC Kilia Kiel verschwendet aktuell niemand Gedanken. „Bevor wir uns mit Kilia beschäftigen, müssen wir erstmal gegen Rotenhof gewinnen“, betont Youssef. „Wenn wir nicht gewinnen, dann ist es eh vorbei.“

Die Mannschaft wolle deshalb genauso auftreten wie in den vergangenen Wochen – mutig, engagiert und mit vollem Einsatz. Denn trotz der schwierigen Tabellenlage sieht Youssef sein Team keineswegs chancenlos oder abgeschlagen. „Auch die letzten Spiele waren knapp“, erklärt der Trainer. „Wir haben zweimal nur mit dem geringsten Torunterschied verloren – jeweils 1:2. So richtig abgeschlagen sind wir nicht und aufgegeben haben wir uns auch nicht.“

Die Hoffnung auf Fortuna bleibt

Der Glaube an den Klassenerhalt lebt also weiterhin – wenn auch nur noch auf Sparflamme. Inter braucht nicht nur eigene Siege, sondern auch Schützenhilfe. „Vielleicht ist Fortuna ja mal auf unserer Seite“, sagt Youssef.

Die Hoffnung ist da. Gleichzeitig wirkt der Verein auffallend realistisch im Umgang mit der Situation. Schon seit Wochen wird offenbar zweigleisig geplant – sowohl für die Oberliga als auch für den Fall des Abstiegs. „Im Verein weiß natürlich jeder, dass es passieren kann“, erzählt Youssef offen. „Deshalb haben wir schon professionell angefangen, zweigleisig zu planen.“

Zwischen Enttäuschung und Realismus

Auffällig ist dabei vor allem die nüchterne Stimmung rund um den Verein. Keine hektische Panik. Keine großen Durchhalteparolen. Vielmehr wirkt es so, als hätten viele Beteiligte den möglichen Gang in die Landesliga längst als realistisches Szenario akzeptiert. „Natürlich wären einige traurig, wenn wir die Klasse nicht halten“, sagt Youssef. „Aber die Stimmung ist jetzt nicht elektrisiert.“

Der Trainer verweist dabei auch auf die schwierigen Voraussetzungen der gesamten Saison. „Jeder weiß, dass wir mit dem Kader bis jetzt eigentlich das Maximum herausgeholt haben.“ Trotzdem lebt die Hoffnung weiter. Und genau deshalb bleibt die Botschaft vor Freitagabend eindeutig: Inter Türkspor Kiel muss gewinnen. Alles andere dürfte den Abstieg endgültig besiegeln.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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