„Wir wollen weiter Spiele gewinnen“: Tim Walter warnt nach dem Klassenerhalt vor Nachlässigkeiten

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Trainer Tim Walter war nach dem Training überraschend lange bei den Fans und schrieb fleißig Autogramme und machte Fotos

Der Klassenerhalt ist geschafft, die Stimmung rund um Holstein Kiel gelöst – doch Trainer Tim Walter will von einem gemütlichen Saison-Ausklang nichts wissen. Vor dem letzten Heimspiel gegen den 1. FC Magdeburg am Samstag um 13 Uhr machte der Kieler Coach auf der Pressekonferenz deutlich, dass seine Mannschaft trotz des bereits gesicherten Ligaverbleibs weiter voll auf Sieg spielen wird. „Wir wollen Spiele gewinnen“, sagte Walter mehrfach. „Das ist das Entscheidende.“ Bereits über 14.000 Tickets wurden für die Partie verkauft, der Gästeblock ist ausverkauft. Zudem gilt erneut das Motto „Alle in Weiß“.

„Die Jungs waren müde von der Birne“

Nach dem emotionalen Klassenerhalt gegen Braunschweig hatte Walter seiner Mannschaft zunächst einige freie Tage gegönnt – bewusst auch zur mentalen Regeneration. „Die Jungs waren schon sehr müde von der Birne“, erklärte der Trainer. „Man hat jetzt aber gesehen, dass sie sehr erholt zurückgekommen sind.“

Die Atmosphäre im Training beschreibt Walter aktuell als locker, aber gleichzeitig intensiv. „Sehr gelöst, sehr freudig – aber voller Intensität“, sagte er. „Wir wollen im Training Spiele gewinnen, wir wollen Zweikämpfe gewinnen.“ Gerade diese Haltung sei für ihn entscheidend. „Wenn du vielleicht schon etwas erreicht hast, heißt das noch lange nicht, dass du alles erreicht hast.“

Walter bleibt seiner Linie treu

Auch taktisch will Walter trotz des gesicherten Klassenerhalts nicht plötzlich alles umwerfen oder noch ausgeprägteren „Walter-Ball“ spielen lassen. Zwar solle Holstein perspektivisch wieder mutiger und dominanter auftreten, doch der Trainer mahnt zur Geduld. „Das geht nicht von heute auf morgen“, erklärte Walter. „Es geht darum, dass die Prinzipien verinnerlicht werden.“ Besonders wichtig bleibt für ihn weiterhin das Spiel gegen den Ball. „Wir wollen intensiver sein, im Gegenpressing besser werden und schneller die Bälle zurückerobern“, sagte der Coach. „Wir wollen wieder mehr agieren und weniger reagieren.“

Patrick Erras wird verabschiedet

Personell gibt es vor dem Heimspiel kaum Veränderungen. Neue Ausfälle vermeldete Walter nicht. Fest steht allerdings: Der langzeitverletzte Innenverteidiger Patrick Erras wird rund um das letzte Heimspiel offiziell verabschiedet. Weitere Verabschiedungen seien aktuell nicht geplant.

Walter lobt junge Spieler – mahnt aber zugleich

Interessant äußerte sich Walter auch über die Entwicklung seiner jungen Spieler wie Frederik Roslyng und Ikem Ugoh. Besonders bei Nachwuchsspielern fordert der Coach weiterhin maximale Intensität und Lernbereitschaft. „Wenn ich ein junger Spieler bin, muss ich immer einen Schritt mehr machen“, sagte Walter. „Es geht immer nur nach vorne.“ Gerade bei Talenten gehe es auch um Erziehung. „Ich will nicht, dass sie sich ausruhen“, betonte der Trainer. „Es gibt nichts zum Ausruhen.“

Die fliegende Flasche sorgt weiter für Gesprächsstoff

Natürlich durfte auf der Pressekonferenz auch das inzwischen fast schon legendäre Video nach dem Braunschweig-Spiel nicht fehlen, als Walter emotional eine Flasche durch die Luft schleuderte. Der Trainer nahm die Szene mit Humor. „Die Flasche ist nicht leer“, grinste Walter. „Vielleicht fliegt sie noch weiter in die Umlaufbahn – und irgendwann fange ich sie wieder.“ Holstein-Pressesprecher Peer Wellendorf verwies dabei darauf, sich die nächsten Tage die Social Media Kanäle der KSV anzuschauen.

Magdeburg bleibt eine echte Herausforderung

Trotz der gelösten Stimmung erwartet Walter gegen Magdeburg ein anspruchsvolles Spiel. Die Gäste seien spielstark und ebenfalls sehr ballbesitzorientiert. „Magdeburg will gerne den Ball haben – aber wir wollen den Ball auch haben“, erklärte Walter. Das könnte doch auf eine interessante Partie hindeuten, in der beide Teams offensiv denken. „Unser Anspruch ist es, Spiele zu gewinnen – und nicht nur etwas zu vermeiden“, deuten Walters Worte in die Richtung eines offenen Schlagabtausches. Und dabei sollte man nicht vergessen – der Gegner steckt noch mitten im Abstiegskampf.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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