Christian Eriksen war einer der prägenden Spieler beim enorm wichtigen 3:1-Sieg des VfL Wolfsburg am Millerntor. Der dänische Weltstar dirigierte das Spiel der Niedersachsen, bereitete alle drei Treffer der Wölfe vor und strahlte in der hektischen Atmosphäre Ruhe und Kontrolle aus. Zwar vergab der ehemalige Profi von Tottenham Hotspur, Inter Mailand und Manchester United in der Schlussphase einen Elfmeter, dennoch hatte der 34-Jährige großen Anteil daran, dass Wolfsburg nun in die Relegation darf. Nach dem Spiel sprach Eriksen über den Druck vor dem Abstiegsfinale, die Bedeutung von Standards und die kommenden Duelle in der Relegation.
„Wir haben heute Reife gezeigt“
Eriksen wirkte nach Abpfiff erleichtert – aber keineswegs euphorisch. Für ihn ist klar: Die Aufgabe ist noch nicht beendet. „Natürlich fühlt sich der Sieg gut an. Jeder wusste, wie viel heute auf dem Spiel stand. Wir wollten dieses Spiel unbedingt gewinnen. Aber wir sind erst zur Hälfte durch“, sagte der Däne mit Blick auf die anstehenden Relegationsspiele. Vor allem die Ruhe seiner Mannschaft imponierte ihm: „Man hat die Spannung im Stadion gespürt, von beiden Seiten. Aber ich glaube, wir haben heute Reife gezeigt. Wir hatten Kontrolle über den Ball und haben in wichtigen Momenten gute Entscheidungen getroffen.“
Eriksen über seinen verschossenen Elfmeter: „Ich habe zu viel gewollt“
Dass Eriksen in der Schlussphase die große Chance zur endgültigen Entscheidung vom Punkt liegen ließ, nahm der Spielmacher sportlich. „Ich hatte mir etwas dabei gedacht. Vielleicht habe ich zuletzt einfach zu viele Harry-Kane-Elfmeter gesehen“, sagte er mit einem Lächeln. „Ich wollte ihn gut platzieren, habe aber einfach zu viel gewollt.“ Der Routinier machte daraus jedoch kein großes Thema: „So etwas passiert. Damit kann ich leben.“
Wolfsburgs Standards als Schlüssel
Besonders auffällig: Wolfsburg war nach ruhenden Bällen permanent gefährlich. Zwei Treffer entstanden nach Standardsituationen – ein klarer Plan, wie Eriksen bestätigte. „Wir arbeiten schon länger daran. Viele unserer Ecken landeten in den letzten Wochen direkt beim Torwart. Heute haben wir davon profitiert“, erklärte er. „Natürlich brauchst du gute Hereingaben, aber entscheidend ist auch, dass die Mitspieler aggressiv auf den ersten Ball gehen.“ Die Standards seien kein Zufall: „Das trainieren wir regelmäßig. Je nach Gegner passen wir Dinge an, aber grundsätzlich gehört das schon die ganze Saison zu unserem Spiel.“
„Die Relegation wird alles andere als einfach“
Trotz des Erfolgs warnte Eriksen davor, den kommenden Gegner aus der 2. Bundesliga zu unterschätzen. „Wenn du Dritter in der 2. Bundesliga wirst, hast du eine gute Saison gespielt. Deshalb werden wir die Spiele sehr ernst nehmen“, betonte der dänische Nationalspieler. Dabei erinnerte er auch an Wolfsburgs Probleme gegen Zweitligisten in dieser Saison: „Wir haben beispielsweise gegen Holstein Kiel im DFB Pokal gespielt und verloren. Deshalb wissen wir genau, dass uns zwei schwere Spiele erwarten.“
Leitwolf in einem nervösen Spiel
Gerade in den hektischen Phasen des Spiels war Eriksen auf dem Platz permanent präsent. Er forderte Bälle, organisierte Mitspieler und brachte Ruhe ins Wolfsburger Spiel. Genau diese Erfahrung machte am Ende wohl den Unterschied. Und obwohl Wolfsburg sportlich noch nicht gerettet ist, war spürbar: Mit Spielern wie Christian Eriksen besitzen die Niedersachsen genau jene Führungsfiguren, die in einem Abstiegsfinale den Unterschied machen können.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
