Es waren Bilder voller Emotionen im ausverkauften Volksparkstadion. Während Bakery Jatta nach seinem ersten Bundesliga-Tor überhaupt von den HSV-Fans gefeiert wurde, verabschiedete sich Luka Vuskovic wohl endgültig aus Hamburg – mit einem Tor, Sprechchören und ganz vielen Gänsehautmomenten. Beim 3:2-Sieg gegen den SC Freiburg stand das Sportliche phasenweise fast schon im Hintergrund. Stattdessen ging es um Menschen, Geschichten und große Gefühle.
Jatta trifft erstmals in der Bundesliga
Für Bakery Jatta war es ein ganz besonderer Nachmittag. Der dienstälteste HSV-Profi erzielte gegen Freiburg tatsächlich sein erstes Bundesliga-Tor überhaupt – und wurde anschließend von den Fans frenetisch gefeiert. „Einfach dankbar“, sagte Jatta später leise, aber sichtlich bewegt. Seit Jahren gehört der Gambier zu den emotionalen Identifikationsfiguren des Vereins. Gerade deshalb war die Freude im Stadion riesig. „Ich freue mich jedes Mal, wenn ich hier spielen darf“, erklärte Jatta. „Mehr kann ich dazu gar nicht sagen.“
Vom schwierigen Saisonstart zurück ins Rampenlicht
Die vergangenen Monate verliefen für Jatta nicht immer einfach. Verletzungen, wenig Spielzeit und schwierige Phasen bestimmten seinen Saisonverlauf. Doch genau deshalb hatte dieser Treffer eine besondere Bedeutung. „Es war eine schwere Zeit“, gab der Offensivspieler zu. „Aber ich bleibe immer positiv.“ Der HSV-Fanliebling kämpfte sich zurück und belohnte sich nun mit diesem emotionalen Moment vor heimischer Kulisse.
Vuskovic erlebt emotionalen Abschied
Noch emotionaler wurde es wenig später bei Luka Vuskovic. Der 19-jährige Kroate erzielte per Freistoß sein nächstes Traumtor und wurde nach Abpfiff minutenlang von den HSV-Fans gefeiert. Immer wieder hallte sein Name durchs Stadion. „Es war extrem speziell“, sagte Vuskovic anschließend. Besonders emotional: Sein Bruder Mario Vuskovic war ebenfalls im Stadion und verfolgte den besonderen Nachmittag live. „Heute war es noch spezieller als sonst“, erklärte Luka.
„99,99 Prozent Goodbye“
Viel deutete nach dem Spiel darauf hin, dass Vuskovic sein letztes Heimspiel im HSV-Trikot absolviert hat. Und auch der Innenverteidiger selbst ließ daran kaum Zweifel. „99,99 Prozent war das ein Goodbye“, sagte er ehrlich. Der junge Kroate war in dieser Saison einer der absoluten Leistungsträger der Hamburger und entwickelte sich schnell zum Publikumsliebling. Sechs Tore als Innenverteidiger, starke Leistungen und eine unglaubliche Ruhe am Ball machten ihn zu einem der auffälligsten Spieler der Saison. „Ich bin sehr glücklich, Teil dieses Klubs gewesen zu sein“, sagte Vuskovic.
Polzin schwärmt von seinen Leistungsträgern
Auch HSV-Coach Merlin Polzin wusste nach dem Spiel genau, welchen Anteil Spieler wie Jatta oder Vuskovic an dieser Saison hatten. „Es muss sich keiner Sorgen machen, dass wir nächste Saison nicht bereit sein werden“, sagte Polzin zwar mit Blick auf die Zukunft, machte aber gleichzeitig deutlich, wie wichtig beide Spieler für die aktuelle Mannschaft gewesen seien.
Vor allem bei Vuskovic spürte man, dass dieser Nachmittag mehr war als nur ein weiteres Bundesligaspiel. Die Fans verabschiedeten einen Spieler, der in nur einer Saison tiefe Spuren hinterlassen hat. Und Bakery Jatta zeigte einmal mehr, warum ihn der Volkspark seit Jahren so liebt.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
