Reis-Comeback zum HSV? Warum eine Rückkehr plötzlich wieder denkbar erscheint

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Kommt Ludovit Reis zurück zum HSV?

Vor einem Jahr war Ludovit Reis einer der ganz großen Aufstiegshelden des Hamburger SV. Als Kapitän führte der Niederländer die Rothosen zurück in die Bundesliga, traf in den entscheidenden Spielen gegen Darmstadt und Ulm und war über Jahre einer der wichtigsten Leistungsträger im Volkspark. Dynamisch, aggressiv gegen den Ball, kreativ im Spielaufbau und dazu mit Zug zum Tor – Reis gehörte zu den komplettesten Mittelfeldspielern der 2. Bundesliga.

Trotzdem entschied sich der heute 25-Jährige im vergangenen Sommer für einen Wechsel zum belgischen Spitzenklub Club Brügge. Die Aussicht auf internationalen Fußball, Champions-League-Nächte und den nächsten Karriereschritt war letztlich zu verlockend. Doch nur ein Jahr später scheint plötzlich vieles wieder offen zu sein.

Vom Publikumsliebling zum Reservisten

Dass Ludovit Reis den HSV damals nicht aus Unzufriedenheit verlassen hatte, war schnell klar. Die Verbindung zu Hamburg blieb bestehen. Vielmehr reizte ihn die Chance, sich auf internationalem Niveau zu beweisen. Sportlich entwickelte sich das Abenteuer Belgien allerdings anders als erhofft. Zwar wurde Reis mit Club Brügge Meister, wirklich prägend war seine Rolle dabei aber nicht. Insgesamt kam der zentrale Mittelfeldspieler in der zurückliegenden Saison lediglich auf zwölf Pflichtspieleinsätze.

Besonders bitter: Nach einer Schulter-OP im Herbst verlor Reis zunehmend seinen Platz im Team. Während seiner mehrmonatigen Pause wechselte Brügge zudem den Trainer – mit Folgen für den Ex-Hamburger. Unter Ivan Leko spielte Reis zuletzt praktisch keine Rolle mehr, schaffte es häufig nicht einmal in den Kader.

Der HSV könnte plötzlich wieder Thema werden

Und genau deshalb nimmt das Thema Rückkehr nun Fahrt auf. Nach Informationen der „Hamburger Morgenpost“ könnte es im Sommer erneut zu einem Wechsel kommen. Grundsätzlich würde Reis mit seinem Profil weiterhin perfekt zum HSV passen.

Denn genau diese Mischung aus Aggressivität, Spielintelligenz und Dynamik hatte den Niederländer im Volkspark so wertvoll gemacht. Reis war nie nur ein Abräumer. Er konnte Spiele lesen, Bälle gewinnen, Räume schließen und gleichzeitig das Tempo nach vorne bestimmen. Mit 33 Torbeteiligungen in 129 Pflichtspielen für den HSV hinterließ er in Hamburg starke Zahlen – vor allem aber sportlich enorme Spuren.

Gerade in engen Spielen war Reis häufig der Spieler, der Verantwortung übernahm. Ein Mentalitätsspieler, der sich bei Fans und Mitspielern großen Respekt erarbeitet hatte.

Spricht sportlich überhaupt etwas dagegen?

Natürlich hat sich die Situation beim HSV inzwischen verändert. Im zentralen Mittelfeld besitzen die Hamburger mittlerweile mehrere interessante Optionen. Nicolai Remberg, Albert Sambi Lokonga und Neuzugang Kofi Amoako sind Kandidaten für die Achter- und Sechserpositionen. Trotzdem wäre ein Spieler wie Reis kaum „einer von vielen“. Seine Qualität ist weiterhin unbestritten. Marktwert, internationale Erfahrung und seine Vergangenheit beim HSV machen ihn zu einem besonderen Profil.

Allerdings bleibt die finanzielle Frage kompliziert. Club Brügge zahlte im vergangenen Sommer rund sechs Millionen Euro für den Niederländer. Zwar dürfte die Ablösesumme inzwischen deutlich niedriger liegen, dennoch besitzt Reis in Belgien noch einen Vertrag bis 2029. Auch sein aktueller Marktwert wird weiterhin auf 4,5 Millionen Euro taxiert. Ein klassischer Kauf erscheint deshalb schwierig. Denkbarer wäre eher eine Leihe oder ein kreatives Modell mit Kaufoption.

Die emotionale Komponente spielt eine große Rolle

Viel spannender ist ohnehin die emotionale Ebene. Ludovit Reis war in Hamburg nicht einfach nur ein guter Spieler – er war ein Gesicht des HSV. Einer, der die Aufstiegsehnsucht der Fans verkörperte und sich komplett mit dem Klub identifizierte. Dass er die Stadt und den Verein weiterhin schätzt, gilt als unbestritten. Gleichzeitig dürfte ihn die schwierige Situation in Brügge zunehmend beschäftigen. Nach Monaten auf dem Abstellgleis braucht Reis vor allem wieder Spielzeit, Vertrauen und eine klare Rolle. Genau das könnte der HSV ihm bieten.

Noch Zukunftsmusik – aber plötzlich realistisch

Aktuell ist eine Rückkehr noch Spekulation. Konkrete Verhandlungen sind bislang nicht bekannt. Doch während ein HSV-Comeback vor einigen Monaten völlig unrealistisch erschien, hat sich die Lage inzwischen deutlich verändert. Für den HSV wäre Reis sportlich zweifellos eine enorme Verstärkung. Für Reis selbst könnte Hamburg wiederum genau der Ort sein, an dem er wieder zu alter Stärke findet. Und manchmal passen im Fußball eben genau die Geschichten am besten, die eigentlich schon beendet schienen.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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