Der TuS Rotenhof hat in seiner ersten Oberliga-Saison unter Trainer Henning Knuth eindrucksvoll bewiesen, dass man an der Fockbeker Chaussee nicht nur mithalten, sondern sich auch nachhaltig etablieren kann. Platz elf, sieben Punkte Vorsprung auf die Abstiegsränge und dazu der Gewinn des Kreispokals mit einem 2:1-Erfolg beim Eckernförder SV – viel besser hätte die Spielzeit für die Rotenhöfer kaum enden können.
Besonders der Saisonendspurt hatte es dabei in sich. Vier Siege aus den letzten sechs Spielen, nur eine Niederlage und wichtige Punkte gegen direkte Konkurrenten sorgten frühzeitig für klare Verhältnisse im Abstiegskampf. Der Pokalsieg beim ESV setzte schließlich den emotionalen Schlusspunkt hinter eine Saison, die für den erst 29-jährigen Cheftrainer zugleich die erste im Herrenbereich war.
Pokalsieg als Belohnung für schwierige Monate
Entsprechend groß war nach dem Finale auch die Erleichterung bei Henning Knuth. Der ehemalige U19-Trainer des Osterrönfelder TSV blickt auf intensive Monate zurück. „Wir mussten in der abgelaufenen Saison viele Rückschläge und Widerstände überwinden. Insofern ist der Sieg des Kreispokals ein wirklich gelungener Saisonabschluss“, erklärt Knuth gegenüber NordKick.
Auch im Finale gegen Eckernförde musste seine Mannschaft nach dem zwischenzeitlichen 0:1-Rückstand direkt nach der Pause erneut ihre Widerstandsfähigkeit beweisen. „Das haben wir als Kollektiv geschafft und darüber freuen wir uns sehr. Zudem ist die Qualifikation für den Landespokal einfach besonders. Wir haben uns ein Stück weit selber für den betriebenen Aufwand belohnt.“
Knuth lernte schnell im Herrenbereich
Dass seine erste Saison als Herrentrainer nicht immer einfach werden würde, war Knuth bewusst. Dennoch musste sich der junge Coach vor allem defensiv schneller anpassen als ursprünglich erwartet. „Ich habe viel gelernt. Dinge in schwierigen Phasen einfach zu halten, die Ruhe zu bewahren und sich aber von seiner grundsätzlichen Haltung nicht abbringen zu lassen“, sagt Knuth. Vor allem die tägliche Arbeit mit seinem Trainer- und Funktionsteam habe ihm dabei geholfen. „Es fällt mir mittlerweile deutlich leichter, Verantwortung abzugeben, weil ich weiß, dass Maxi, Micha, Jannis, Thorben, Lauti und Frank tolle Arbeit leisten. Ich habe da gute Leute um mich herum.“
Trotz Klassenerhalt nicht komplett zufrieden
Auch wenn die Saisonziele erreicht wurden, sieht Knuth weiterhin reichlich Entwicklungspotenzial bei seiner Mannschaft – und auch bei sich selbst. „Wir haben die Ziele, die wir uns vor der Saison gesteckt haben, erreicht. Trotzdem bin ich persönlich nicht ganz zufrieden. Wir haben nicht immer am Maximum gespielt und viele Punkte in den letzten Minuten verschenkt.“
Gerade in der Oberliga sei es für Rotenhof entscheidend, permanent an die eigene Leistungsgrenze zu kommen. „Es bleibt einfach dabei, dass wir nur punkten können, wenn wir durchgehend an die Leistungsgrenze kommen. Dort haben wir in allen Bereichen noch Luft nach oben.“
Die Rotenhof-DNA soll erhalten bleiben
Trotz aller Entwicklungsschritte soll die Identität des Vereins dabei erhalten bleiben. Für Knuth ist klar, worauf es auch in Zukunft ankommen wird. „Wir wissen genau, wo wir herkommen und welche Werte und Tugenden die Rotenhof-DNA in sich trägt. Das gilt es auch in der kommenden Saison auf den Platz zu bringen. Erst danach kommen die Details fürs Spiel.“
Nach einer langen und kräftezehrenden Saison steht für den Trainer nun zunächst Erholung auf dem Programm. „Ich werde jetzt erstmal Urlaub machen und die Akkus wieder aufladen, freue mich auf die WM und dann auf die kommenden Aufgaben und Herausforderungen mit Rotenhof.“
Nach dieser Premierensaison dürfte die Vorfreude auf die Fortsetzung rund um die Fockbeker Chaussee jedenfalls bereits jetzt groß sein.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
