Der Heider SV wird auch in der kommenden Saison mit Markus Wichmann als Cheftrainer in die Oberliga Schleswig-Holstein gehen. Eine Entscheidung, die nach den Diskussionen der vergangenen Monate keineswegs selbstverständlich erschien.
Vor allem nach der Winterpause geriet Wichmann immer wieder in die Kritik. Zwischenzeitlich wurde sogar über mögliche „Endspiele“ für seinen Job spekuliert. Doch immer dann, wenn der Druck besonders groß wurde, lieferte die Mannschaft wichtige Ergebnisse. Nun haben die Verantwortlichen ihre Saisonanalyse abgeschlossen – mit einem klaren Ergebnis: Der eingeschlagene Weg soll fortgesetzt werden. „Der Ausschlag für eine weitere Zusammenarbeit ist Vertrauen“, erklärt der Geschäftsführer der Liga GmbH, Hannes Nissen, im Gespräch mit NordKick.
Saisonanalyse fällt selbstkritisch aus
Die Aufarbeitung der abgelaufenen Spielzeit nahm beim Heider SV einige Zeit in Anspruch. Dabei wurden nicht nur Ergebnisse und Tabellenstände analysiert, sondern auch zahlreiche Daten und Videoauswertungen herangezogen. „Man muss ganz klar festhalten, dass wir aus dem Kader fußballerisch und tabellarisch nicht das Maximum herausholen konnten“, sagt Nissen offen.
Gemeinsam mit seinem sportlichen Berater Jörg Eggers wurden zahlreiche Spiele und Leistungsdaten ausgewertet. Dabei sei deutlich geworden, dass nicht nur der Trainerstab, sondern auch viele Spieler hinter ihren Möglichkeiten geblieben seien. „In der Analyse konnte man erkennen, dass viele Spieler einfach zu oft nicht das Leistungsniveau erreicht haben, das möglich gewesen wäre“, so Nissen.
Vertrauen statt Aktionismus
Während in der Rückrunde zahlreiche Vereine der Oberliga ihre Trainer wechselten, blieb der Heider SV seiner Linie treu. „Wir haben so ein Thema nie aufgemacht“, betont Nissen. Entscheidend sei gewesen, dass die Verantwortlichen weiterhin von der sportlichen Idee des Trainerteams überzeugt waren. „Die fußballerische Idee für die Zukunft hat mir von Anfang an gefallen, auch in der Rückrunde hat sie mir gut gefallen. Einzig die Umsetzung war natürlich ausbaufähig.“
Dabei habe man immer gewusst, dass Veränderungen im Spielstil auch Rückschläge mit sich bringen können. „Ich habe in der Umstellung des Fußballspielens immer das Risiko gesehen, dass eine Durststrecke kommen kann.“ Am Ende überwog die Überzeugung, dass die aktuelle Konstellation die richtige ist. „Markus hat mit Leif einen überragenden Co-Trainer, der sämtliche Bereiche sehr gut abdeckt. Die beiden ergänzen sich menschlich und sportlich sehr gut.“
Junge Mannschaft soll weiter wachsen
Für die kommende Saison formuliert der Heider SV seine Ziele bewusst vorsichtig. Nissen sieht die U23 von Holstein Kiel als klaren Favoriten. „Die U23 von Holstein Kiel geht für mich als haushoher Meisterschaftsfavorit in die Saison.“ Dahinter erwartet der Geschäftsführer ein enges Rennen um die Spitzenplätze. „Danach sehe ich ein Bündel von vier oder fünf Mannschaften, die hinter Holstein eine Rolle spielen können. Da wollen wir dazugehören.“
Gleichzeitig verweist Nissen auf die Altersstruktur des Kaders. Mit drei 17-Jährigen, einem 18-Jährigen und einem 21-Jährigen kamen weitere Talente hinzu. Bereits in der vergangenen Saison hatten junge Spieler wie Harms, von Böhlen oder Abdelrahman wichtige Rollen übernommen. „Da darf man den Druck nicht zu sehr aufbauen. Wir bleiben da realistisch.“
Lange Sommerpause und bessere Bedingungen
Nach einer kräftezehrenden Saison profitieren die Heider diesmal von einer deutlich längeren Sommerpause. „Die Sommerpause ist fast doppelt so lang wie letztes Jahr. Das wird den Spielern sehr gut tun.“ Auch infrastrukturell hat sich am Meldorfer Stadion etwas getan. Während der Pause wurde auf dem Hauptplatz eine neue Bewässerungsanlage installiert. „Darüber freue ich mich sehr“, sagt Nissen.
Ab dem 22. Juni beginnt die Vorbereitung auf die neue Saison. Bis auf Jonah Gieseler sollen nach aktuellem Stand alle Spieler fit ins Training einsteigen. Für den Heider SV beginnt damit ein neues Kapitel – mit dem gleichen Trainerteam, aber der Hoffnung, dass die Entwicklung der jungen Mannschaft und die Kontinuität an der Seitenlinie in der kommenden Saison zu mehr Konstanz und einer Platzierung in der Spitzengruppe führen werden.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
