Tapfer gekämpft, aber das Wunder bleibt aus: Holstein Women spielen Remis gegen Köln

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Zoe Luisa Tolksdorf (Holstein Kiel) bremst Kölns Torjägerin Antonia Langshausen aus

0:0 gegen Köln – Störchinnen zeigen nach dem 0:4 im Hinspiel ein anderes Gesicht, verpassen den Traum von der 2. Bundesliga aber deutlich

Das Wunder von Kiel blieb aus. Nach der deutlichen 0:4-Niederlage im Hinspiel trennte sich Holstein Kiel im Rückspiel der Aufstiegsrelegation zur 2. Frauen-Bundesliga mit 0:0 vom 1. FC Köln U21. Der Aufstieg ging damit verdient an die Rheinländerinnen, die sich über beide Spiele souverän durchsetzten. Dennoch konnten sich die Störchinnen vor 880 Zuschauern auf der Waldwiese mit einer deutlich verbesserten Leistung aus der Saison verabschieden.

Mutiger Beginn der Kielerinnen

Holstein machte von Beginn an deutlich, dass man sich nicht kampflos geschlagen geben wollte. Anders als im Hinspiel standen die Gastgeberinnen wesentlich höher, suchten früh den Weg nach vorne und setzten Köln unter Druck. Bereits in der 2. Minute hatte Sarah Begunk die erste Möglichkeit, wenig später sorgte Kira Hasse für die nächste Offensivaktion (4.). Nach fünf Minuten war bereits erkennbar, dass die Mannschaft von Stefan Fischer deutlich mutiger auftrat als noch beim 0:4 im Hinspiel.

Auch wenn die Partie anschließend etwas an Tempo verlor, blieb Holstein engagiert. In der 23. Minute setzte Sarah Begunk nach einer Flanke von Arjela Lako einen Kopfball neben das Tor. Kurz vor der Pause bot sich den Kielerinnen die größte Gelegenheit der ersten Halbzeit. Erneut war Lako beteiligt, die aus rund 16 Metern knapp am linken Pfosten vorbeischoss. So blieb es beim torlosen 0:0 zur Halbzeit – und das erhoffte frühe Tor, das vielleicht noch einmal für Spannung hätte sorgen können, wollte einfach nicht fallen.

Köln übernimmt nach der Pause die Kontrolle

Direkt nach Wiederbeginn wurde der Meister der Regionalliga West gefährlicher. Bereits in der 49. Minute retteten die Kielerinnen auf der Torlinie und verhinderten den Rückstand. Im weiteren Verlauf verlor die Begegnung zunehmend an Intensität. Holstein musste erkennen, dass ein Comeback kaum noch realistisch war, verteidigte tiefer und konzentrierte sich darauf, das Ergebnis offen zu halten.

Die größte Chance der zweiten Halbzeit vergab Köln in der 74. Minute, als Torfrau Lela Naward den Winkel geschickt verkürzte und stark parierte. Auch ein Distanzschuss in der 84. Minute sowie eine weitere gute Gelegenheit kurz vor Schluss entschärfte die Kieler Schlussfrau souverän. In der Nachspielzeit verhinderte Naward mit einer starken Parade gegen einen Abschluss von Emily Tichelkamp – der dreifachen Torschützin aus dem Hinspiel – sogar noch den möglichen Kölner Siegtreffer, als sie den Ball mit den Fingerspitzen an den Pfosten lenkte.

Fischer: „Wir haben gezeigt, dass wir zuhause sind“

Holstein-Trainer Stefan Fischer sah trotz des verpassten Aufstiegs viele positive Ansätze. „Vielleicht wäre die Überschrift: Das frühe Tor hat gefehlt. Ich fand, wir haben in der ersten Halbzeit den Gegner gut unter Druck gesetzt. Wir haben gezeigt, dass wir hier auf der Waldwiese zuhause sind. Köln hatte auf unserem Rasen durchaus seine Schwierigkeiten.“

Vor allem mit der Zweikampfführung zeigte sich der Coach deutlich zufriedener als noch im Hinspiel. „Im ersten Spiel haben wir die Zweikämpfe verloren, heute haben wir sie angenommen und gewonnen. Wir standen näher an den Spielerinnen dran und haben den langsamen Rasen gut genutzt. Das war genau das, was wir uns vorgenommen hatten.“

Dass trotz des hohen Rückstands vor dem Rückspiel noch Hoffnung vorhanden war, machte Fischer ebenfalls deutlich. „Natürlich waren wir realistisch. Aber wenn wir früh das 1:0 machen, vielleicht noch ein zweites nachlegen, dann wird der Gegner nervös. Bis zur 60. oder 70. Minute habe ich daran geglaubt. Ein Tor hätte das Spiel vielleicht noch einmal verändert.“

Versöhnlicher Abschluss einer starken Saison

Am Ende blieb für Holstein Kiel immerhin ein kleiner Achtungserfolg gegen eine spielstarke Kölner Mannschaft, deren Torhüterin Anika Dübel zuletzt noch zum Kader der deutschen U17-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft gehörte.

Das große Wunder blieb zwar aus, doch mit einer engagierten Leistung und einem verdienten 0:0 verabschieden sich die Kielerinnen erhobenen Hauptes aus der Aufstiegsrelegation. Nach einer insgesamt starken Saison scheiterten die Holstein Women letztlich vor allem am enttäuschenden Hinspiel, so dass der Traum von der 2. Bundesliga leider vorerst zerplatzt ist und in der nächsten Spielzeit sicherlich wieder neu in Angriff genommen wird.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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