Thomas Karbsch vor Jubiläumssaison beim VfB Kiel: „Unsere Ziele schrauben wir nicht herunter“

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Thomas Karbsch geht in seiner zehnte Saison beim VfB Kiel

Für Thomas Karbsch beginnt in wenigen Wochen eine besondere Spielzeit. Der Fußballobmann, zweite Vorsitzende und Trainer der zweiten Mannschaft geht in seine zehnte Saison beim VfB Kiel. Ein großes Jubiläum gab es allerdings bisher nicht. „Das geht im Tagesgeschäft einfach unter. Ich glaube, die meisten wissen das gar nicht“, sagt Karbsch schmunzelnd.

Sportlich verlief die vergangene Spielzeit für den VfB durchaus erfolgreich – auch wenn am Ende beiden Herrenmannschaften der ganz große Wurf verwehrt blieb. Die erste Mannschaft erreichte die Aufstiegsrelegation, die zweite Mannschaft verpasste den Sprung nach oben als Tabellendritter nur knapp.

Relegation als Erfolg bewertet

Vor allem mit der Entwicklung der ersten Mannschaft zeigt sich Karbsch zufrieden. „Zusammen mit Trainer Tim Spirgatis haben wir im Endeffekt mehr erreicht, als wir erwartet hatten. Wir hatten vor der Saison immerhin Abgänge zu verkraften, die zusammen 64 Tore im Vorjahr erzielt haben. Deshalb hatten wir gesagt: Wenn wir zwischen Platz drei und sieben landen, wären wir zufrieden. Dass wir am Ende sogar die Relegation erreicht haben, war auf jeden Fall ein Erfolg.“

Etwas kritischer fällt sein Fazit zur zweiten Mannschaft aus. „Natürlich bin ich enttäuscht, dass wir nur Dritter geworden sind. In der A-Klasse gibt es nun einmal keinen Nachrücker für die Relegationsspiele. Andererseits hätten wir es natürlich auch selbst in der Hand gehabt, Erster oder Zweiter zu werden.“ Im Endeffekt ist es auch egal, da ein Aufstieg der 2. Herren nur dann möglich gewesen wäre, wenn sich die Ligamannschaft in der Relegation durchgesetzt hätte.

Aufstieg bleibt das große Ziel

Nach der starken vergangenen Saison sollen die Ziele nun keineswegs kleiner werden. „Der Kader der ersten Mannschaft wird sogar noch stärker sein als in der vergangenen Saison. Wenn man Zweiter geworden ist, wäre es unglücklich zu sagen, dass man jetzt nur im Mittelfeld landen möchte.“

Auch die zweite Mannschaft soll erneut oben mitspielen. „Wir spielen eigentlich jedes Jahr im oberen Tabellenbereich mit. Natürlich sind wir immer ein Stück weit von der ersten Mannschaft abhängig, aber auch dort wollen wir unsere Ziele nicht herunterschrauben.“

Karbsch denkt langfristig – aber nicht ewig als Trainer

Ob nach der zehnten Saison weitere zehn Jahre beim VfB folgen? Karbsch muss lachen. „Mittlerweile habe ich drei Funktionen im Verein – Trainer der zweiten Mannschaft, Fußballobmann und zweiter Vorsitzender. Irgendwann werde ich sicherlich eine Aufgabe abgeben müssen.“ Vor allem an der Seitenlinie sieht er sich nicht auf Dauer. „Mittelfristig kann ich mir vorstellen, irgendwann nicht mehr Trainer zu sein. Aber eine Funktion im Verein möchte ich gerne weiterhin übernehmen.“

Waldwiese bleibt Thema

Ein Dauerbrenner beim VfB ist der Zustand der Waldwiese. Gerade für eine spielstarke Mannschaft sind die Platzverhältnisse nicht immer ideal. Karbsch sieht zwar Verbesserungen, bleibt aber realistisch. „Wir stehen ständig mit der Stadt im Austausch. Natürlich gibt es Überlegungen, was man verbessern kann. Aber wann und was umgesetzt wird, steht momentan noch in den Sternen.“

Immerhin erkenne er, dass sich etwas tue. „Ich merke schon, dass sich die Stadt um die Waldwiese kümmert und Verbesserungen anstrebt. Prognosen wären aber unseriös.“ Am Ende wolle seine Mannschaft ohnehin unabhängig vom Untergrund erfolgreich sein. „Natürlich wünschen wir uns bessere Bedingungen. Aber ein Trainer muss seine Mannschaft so einstellen, dass sie auf jedem Platz gewinnen kann.“

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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