Mit seiner Vertragsverlängerung hat Tim Walter ein klares Signal gesetzt. Beim Trainingsauftakt in Gettorf sprach der Holstein-Coach über die Gründe für seine Entscheidung, seine Vorstellungen vom Kader und darüber, warum für ihn nicht nur neue Spieler, sondern auch Investitionen in die Infrastruktur entscheidend sind.
Noch vor wenigen Wochen war offen, ob Tim Walter auch in der kommenden Saison an der Seitenlinie der KSV Holstein stehen würde. Inzwischen herrscht Klarheit – und die Freude darüber war offenbar nicht nur beim Verein groß. „Ich hätte das nicht weitergemacht, wenn ich dieses Feuer nicht gespürt hätte“, sagte Walter nach dem Trainingsauftakt in Gettorf. Die Entscheidung für eine weitere Zusammenarbeit sei vor allem durch das Vertrauen innerhalb des Vereins entstanden.
Mannschaft freut sich über Walters Zusage
Dass Walters Vertragsverlängerung auch innerhalb der Mannschaft bestens aufgenommen wurde, bestätigte Jonas Meffert zuvor in der Medienrunde. Die Spieler hätten vor der offiziellen Bekanntgabe über eine WhatsApp-Gruppe von der Entscheidung erfahren. Walter selbst nahm die Reaktion seiner Mannschaft mit einem Lächeln zur Kenntnis. Entscheidend sei für ihn jedoch das große Ganze: „Es gibt eine gute Synergie zwischen Mannschaft, Olaf Rebbe, den Verantwortlichen und mir. Man vertraut sich.“
„In Steine investieren – nicht nur in Beine“
Bemerkenswert waren Walters Aussagen zur Zukunft des Vereins. Dabei sprach er nicht in erster Linie über Transfers, sondern über die infrastrukturelle Entwicklung. „Es muss um den Verein Holstein Kiel gehen und nicht um einzelne Personen“, betonte der Trainer.
Als Beispiel nannte Walter die Modernisierung rund um das Stadion und das Vereinsgelände. Vieles habe sich zwar in den vergangenen Jahren entwickelt, an anderen Stellen sieht er jedoch noch Nachholbedarf. „Man muss zeitgemäß sein. Dafür muss man auch in Steine investieren und nicht nur in Beine.“
Konkurrenzkampf ausdrücklich erwünscht
Sportlich machte Walter deutlich, dass der Kader noch leistungsfähiger werden soll. Die bisherigen Neuzugänge bewertet der 50-Jährige positiv. Besonders wichtig sei ihm jedoch, dass niemand seinen Platz als selbstverständlich ansehen könne. „Wir brauchen mehr Qualität und mehr Konkurrenz.“ Gerade in der vergangenen Saison habe dieser Konkurrenzkampf zum Ende hin teilweise gefehlt. Nun soll jeder Spieler täglich gefordert werden.
Vor allem die Mischung aus erfahrenen Profis und entwicklungsfähigen Talenten gefällt Walter. Spieler wie der neu verpflichtete georgischen Nationalstürmer Giorgi Kvilitaia hätten bereits in der ersten Einheit gezeigt, dass sie Verantwortung übernehmen wollen.
Vorbereitung soll das Fundament legen
Dass seine Sommervorbereitungen als besonders intensiv gelten, überrascht Walter nicht. Dabei gehe es jedoch weniger um endlose Läufe als vielmehr um Abläufe, Wiederholungen und das richtige Mindset. „Bei der größten Müdigkeit musst du die Dinge trotzdem noch richtig machen.“
Genau darin sieht der Holstein-Coach die Grundlage für eine erfolgreiche Saison. Seine Mannschaften sollen im Gegenpressing aggressiv arbeiten, schnell den Ball zurückerobern und ihre Spielprinzipien verinnerlichen. „Mir ist es überhaupt nicht zu viel, Dinge tausendmal zu wiederholen. Das ist mein Job – und genau das liebe ich.“
Kaderplanung noch nicht abgeschlossen
Auch bei den Transfers wollte sich Walter nicht endgültig festlegen. Zwar zeigte er sich mit den bisherigen Verpflichtungen zufrieden, weitere Veränderungen schloss er aber ausdrücklich nicht aus. „Ob noch etwas passiert, wird die Zeit zeigen.“ Auch zur Kapitänsfrage wollte sich der Trainer noch nicht äußern. Diese Entscheidung werde erst im Laufe der Vorbereitung fallen – und zwar von Walter selbst bestimmt.
Nach dem ersten Trainingstag wurde jedoch bereits deutlich, wohin die Reise unter Tim Walter gehen soll: mehr Intensität, mehr Konkurrenz und eine Mannschaft, die sich nicht nur spielerisch, sondern auch als Gemeinschaft weiterentwickelt.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

