Inter Türkspor Kiel zerlegt TuS Nortorf nach der Pause – Hamze-Hattrick beim 7:0-Auftaktsieg

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Badreddin Hamze erzielt einen Lupenreinen Hattrick bei Inters 7:0 Sieg gegen den TuS Nortorf

Inter Türkspor Kiel ist mit einem eindrucksvollen Ausrufezeichen in die neue Landesliga-Saison gestartet. Gegen Aufsteiger TuS Nortorf setzte sich der Oberliga-Absteiger mit 7:0 durch. Zur Pause führte Inter allerdings nur knapp mit 1:0. Erst nach dem Seitenwechsel brachen bei den Gästen alle Dämme. Badreddin Hamze erzielte innerhalb von nur sechs Minuten einen lupenreinen Hattrick.

Die Ausgangslage vor dem Anpfiff war klar: Inter Türkspor ging nach einem personell starken Transfersommer als Favorit in die Begegnung. Nortorf war dagegen nach dem Aufstieg aus der Verbandsliga zunächst in der Rolle des Herausforderers.

Auch für Inter-Trainer Onur Cokgez war die Partie besonders. Der neue Coach traf bei seinem ersten Punktspiel nach der Rückkehr zu Türkspor direkt auf einen ehemaligen Verein. Diese Konstellation habe bei ihm durchaus für zusätzliche Anspannung gesorgt, wie er später einräumte.

Inter übernimmt das Spiel – Nortorf kontert gefährlich

Von Beginn an übernahm Inter die Spielkontrolle. Die Kieler hatten mehr Ballbesitz und drängten Nortorf tief in die eigene Hälfte. Rezan Acer gab mit einem ersten Abschluss früh die Richtung vor, doch TuS-Torwart Florian Gerloff lenkte den Ball mit beiden Händen zur Seite.

Nortorf akzeptierte die Rollenverteilung und suchte nach Ballgewinnen den schnellen Weg nach vorne. Gerade in der ersten Halbzeit gelangen den Gästen mehrere vielversprechende Umschaltaktionen. Häufig fehlte allerdings die letzte Präzision beim vorletzten oder letzten Pass. TuS-Trainer Jan-Niclas Bräunling wollte die tiefe Ausrichtung seines Teams nicht vollständig als Matchplan verstanden wissen. „Es war schon klar, dass Inter etwas mehr vom Spiel haben würde. Aber wir wollten eigentlich mutiger sein und mehr Fußball spielen.“

Inter blieb insbesondere nach Standards gefährlich. In der 20. Minute kam Christopher Kramer nach einer Ecke gleich zweimal zum Kopfball. Zunächst parierte Gerloff glänzend, anschließend setzte Kramer den zweiten Versuch knapp neben das Tor. Auch gegen Badreddin Hamze bewahrte der Nortorfer Schlussmann seine Mannschaft vor dem Rückstand.

Nortorf verpasst die Führung

Obwohl Inter das Spiel bestimmte, hatte Nortorf kurz vor der Pause die große Gelegenheit zur Führung. Nach einem Konter über die rechte Seite wurde Malte Lucht im Zentrum gesucht. Der Mittelstürmer musste den Ball eigentlich nur noch im Tor unterbringen, wurde jedoch im letzten Moment entscheidend von Till Börner gestört.

Wenig später entstand eine nahezu identische Situation, erneut konnte Börner gerade noch vor Lucht klären. Die Restverteidigung der Gastgeber funktionierte damit in den entscheidenden Momenten. „Es war zwei-, dreimal brenzlig, aber wir haben die Situationen noch in letzter Sekunde geklärt“, sagte Cokgez.

Petersen trifft mit dem Pausenpfiff

In der 45. Minute fiel schließlich doch noch die Führung für die Gastgeber. Melih Akif Cerrah setzte sich auf der rechten Seite durch und spielte den Ball in die Mitte. Justin Petersen musste nur noch zum 1:0 einschieben. Für Nortorf war der Zeitpunkt besonders bitter. „Wenn du mit einem 0:0 in die Pause gehst, ist es vielleicht noch einmal ein anderes Spiel“, erklärte Bräunling.

Inter-Kapitän Julius Rainer Alt sah die knappe Führung zur Pause dagegen als eher schmeichelhaft für die Gäste an. „Wir hätten in der ersten Halbzeit schon ein oder zwei Tore mehr schießen können.“

Hamze-Hattrick in sechs Minuten

Was nach der Pause folgte, war eine Kieler Machtdemonstration. In der 50. Minute entstand nach einer flachen Hereingabe von rechts ein Gewühl im Strafraum. Badreddin Hamze schaltete am schnellsten und grätschte den Ball zum 2:0 über die Linie.

Nur vier Minuten später war der Angreifer erneut zur Stelle. Nach einem schnellen Angriff wurde er freigespielt und schob sicher zum 3:0 ein. In der 56. Minute vollendete Hamze schließlich seinen lupenreinen Hattrick. Rezan Acer schickte ihn auf die Reise, Hamze blieb erneut frei vor Gerloff cool und traf zum 4:0.

Inter hatte die Partie damit innerhalb weniger Minuten entschieden. „Wir haben in der Halbzeit ein paar Stellschrauben angepasst“, sagte Alt. „Danach sind wir überragend herausgekommen und haben die Tore gnadenlos effizient ausgespielt.“

Türkspor schaltet um – Nortorf bricht auseinander

Inter ließ sich nach der Pause etwas tiefer fallen und nutzte die sich öffnenden Räume konsequent. Die Gastgeber pressten nicht mehr permanent hoch, sondern verteidigten kompakter und schalteten nach Ballgewinnen schnell um. Cokgez erklärte: „Wir wollten gegen den Ball die Räume besser zustellen und nicht nur blind vorne anlaufen. Das haben wir in der zweiten Halbzeit sehr gut umgesetzt.“

Alt bestätigte diese taktische Anpassung: „Wir mussten nicht 90 Minuten durchgehend anpressen. Wir konnten uns auch einmal fallen lassen und dann aus der Kompaktheit kontern.“ Dieses Mittel traf Nortorf hart. In der 62. Minute erhöhte Rezan Acer auf 5:0. Nur vier Minuten später traf der eingewechselte Serkan Yildirimer zum 6:0. Für Bräunling war die Art und Weise des Einbruchs besonders enttäuschend. „So eine zweite Halbzeit darf niemals passieren. Da hat vieles nicht gestimmt.“

Yildirimer setzt den Schlusspunkt

Inter blieb weiter hungrig. In der 79. Minute marschierte Serkan Yildirimer von der linken Seite in den Strafraum, ließ zwei Gegenspieler stehen und setzte den Ball zum 7:0 in die Maschen. Dass Mittelstürmer Christopher Kramer trotz zahlreicher Chancen nicht selbst traf, störte seinen Trainer nicht. „Kramer hat am Spiel teilgenommen und war eingebunden. Er ist erfahren genug, um zu wissen, dass dann vielleicht im nächsten Spiel zwei Tore fallen.“

Cokgez feiert gelungenes Debüt

Für Onur Cokgez hätte die Rückkehr zu Inter Türkspor kaum besser verlaufen können. Das deutliche Ergebnis gegen seinen ehemaligen Verein war für den Coach auch emotional von Bedeutung. „Jeder weiß, wie wichtig das erste Spiel ist. Dann ist es noch ein Heimspiel und es geht gegen einen Ex-Verein – natürlich war ich nervös.“ Die Mannschaft habe seine Vorgaben nach der Pause konsequent umgesetzt. Zudem habe die Breite des Kaders ermöglicht, früh zu wechseln und die Belastung zu steuern. „Die Qualität, die wir von der Bank bringen können, gibt einem Trainer ein gutes Gefühl“, erklärte Cokgez.

Nortorf muss schnell reagieren

Für Nortorf gilt es nun, das Ergebnis möglichst schnell aus den Köpfen zu bekommen. Bereits in der englischen Woche wartet die nächste Aufgabe. Bräunling kündigte eine klare Aufarbeitung an: „Wir werden uns das Spiel noch einmal anschauen, dann müssen wir uns schütteln und zurück zu den Basics.“ Trotz des deutlichen Auftaktergebnisses bleibt der Trainer von seiner Mannschaft überzeugt. „Ich bin mir sicher, dass wir nicht nur gegen den Abstieg spielen werden – auch wenn das nach einem 0:7 erst einmal komisch klingt.“

Inter Türkspor hat hingegen direkt untermauert, weshalb die Kieler zu den heißesten Aufstiegskandidaten der Landesliga gehören dürften. Die erste Halbzeit war noch ausgeglichen und taktisch interessant. Nach der Pause verwandelte Türkspor die Partie jedoch in eine einseitige Angelegenheit.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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