
Nach der ernüchternden Niederlage gegen Schalke 04, die somit auch die vierte Niederlage in Serie war, stellte sich Holstein Kiels Geschäftsführer Sport Olaf Rebbe den Fragen der kleinen Journalistenrunde.
Herr Rebbe, wie fällt Ihr Fazit nach diesem Spiel aus?
Olaf Rebbe: Das ist Fußball. Wir haben uns viel vorgenommen und geraten dann durch zwei Standard-Tore in Rückstand, die wir vielleicht besser verteidigen müssen – oder die eventuell auch gut gemacht sind.
Wir hatten Chancen, in der ersten Halbzeit. Machen dann aus meiner Sicht auch ein reguläres Tor durch Phil Harres. Ich fand das schon eine harte Entscheidung den Treffer nicht zu geben. Das wäre wichtig gewesen. weil ich fand, dass wir ab der 30. Minute angefangen haben, Mut zu zeigen und so Fußball zu spielen, wie wir es wollen.
Die zweite Halbzeit hat dasselbe Bild gezeigt. Genügend Einschusschancen waren da — zu viele vergebene Chancen — und dann stehst du mit leeren Händen da. Bitter, weil wir mindestens einen Punkt holen wollten gegen eine starke Schalker Mannschaft. Das war durchaus möglich.
Die Lage im Tabellenkeller spitzt sich zu. Wie groß sind Ihre Sorgen?
Olaf Rebbe: Wir nehmen das alle ernst. Sorgen helfen nicht, sondern Wahrheiten — und zur Wahrheit gehört: Wir jammern heute nicht, dass wieder zwei Spieler nicht dabei waren und machen keine große Abrechnung, was alles gegen uns läuft.
Am Ende müssen die elf Spieler auf dem Platz das regeln. Das hätten sie heute machen können, haben sie aber nicht. Also müssen wir es nächste Woche regeln und sehen, dass wir wieder in eine bessere Situation kommen.
Eine bessere Situation bedeutet auch, dass Personal zurückkommt, dass wir weiter Torchancen herausspielen und mutig auftreten — das können wir ja. Und ja: Das nervt. Es nervt uns, die Fans, jeden Spieler. Aber es ist alternativlos, das auszuhalten.
Sie hatten zuletzt Gespräche mit Spielern angekündigt. Haben Sie Reaktionen gesehen?
Olaf Rebbe: Wir waren mit der ganzen Mannschaft im Rapport und haben jeden einzelnen angesprochen. Ich glaube auch, dass wir heute hier und da gute Leistungen gesehen haben. Aber nochmal: Die Mannschaft gewinnt und verliert zusammen. Wir sitzen alle in einem Boot — Trainer, Staff, Mannschaft. Und wir haben eine klare Aufgabe: Nächstes Wochenende das Spiel zu gewinnen.
Vier Niederlagen in Folge – ist das ein kleines Endspiel?
Olaf Rebbe: Der Trend ist nicht so, wie wir uns das vorstellen. Trotzdem habe ich die Hoffnung, dass wir wissen, was wir tun und den Bock gemeinsam umstoßen können. Heute haben wir uns nicht belohnt, deshalb ist die Enttäuschung groß. Aber morgen geht es weiter: Analyse — und nächstes Wochenende Punkte holen.
Braucht die Mannschaft einen neuen Impuls?
Olaf Rebbe: Die Mannschaft kann sich sehr gerne selbst einen Impuls geben — so wie phasenweise heute im Schalke-Spiel. Welcher Impuls das ist, schauen wir uns diese Woche an. Das kann alles sein: Standards besser verteidigen, Tore machen, Chancen nutzen. Darüber müssen wir uns Gedanken machen.
Steht der Trainer zur Diskussion?
Olaf Rebbe: Nein. Wir sitzen alle in einem Boot. Es geht nicht darum, jemanden herauszustellen — wir müssen gemeinsam Lösungen finden.
Interview und Bild: Ole Jacobsen.
