23 Tore nach fünf Spielen und dennoch die Tabellenführung verloren: Bei Inter Türkspor Kiel zeigt der Saisonstart derzeit zwei Gesichter. Offensiv sorgt die Mannschaft von Trainer Onur Cokgez in der Landesliga Schleswig für mächtig Betrieb, doch nach der überraschenden 3:4-Niederlage beim Husumer SV steht erstmals ein kleiner Rückschlag zu Buche. Von einem Fehlstart will Cokgez dennoch nichts wissen – wohl aber von Dingen, die sein Team dringend besser machen muss.
Von der Spitze auf Rang drei
Zehn Punkte aus fünf Spielen sind keineswegs eine schlechte Bilanz. Dennoch schmerzt die Niederlage in Husum, denn Inter musste dadurch die Tabellenführung abgeben und findet sich nun hinter Spitzenreiter TSV Kronshagen und dem TSV Klausdorf auf Rang drei wieder.
Bemerkenswert bleibt die Offensive: 23 Treffer bedeuten einen Schnitt von mehr als vier Toren pro Partie. Kein anderes Team der Liga hat bislang häufiger getroffen. Umso mehr ärgert Cokgez die Art und Weise der jüngsten Niederlage. Inter ging in Husum durch Arian Jasari früh in Führung und lag nach dem 2:1 durch Christopher Kramer ein zweites Mal vorne. Trotzdem stand am Ende ein 3:4.
„Darf man das Spiel nicht aus der Hand geben“
„Wenn man zweimal in Führung geht, darf man als Team, das oben mitspielen möchte, nicht so schnell Gegentore bekommen und das Spiel komplett aus der Hand geben“, stellt Cokgez klar. Allerdings musste der Trainer gleich sechs Spieler aus der vorherigen Startelf ersetzen – darunter seinen Torhüter. Als Entschuldigung will Cokgez die Personalprobleme ausdrücklich nicht gelten lassen. Genau darin steckt auch der Anspruch bei Inter: Die Kieler wollen oben mitspielen. Entsprechend hoch sind die eigenen Maßstäbe.
Kein Fehlstart – aber ein erster Warnschuss
Bei zehn Punkten aus fünf Begegnungen von einem Fehlstart zu sprechen, wäre ohnehin überzogen. Cokgez verweist darauf, dass die Saison noch jung ist. Gleichzeitig soll die Niederlage nicht einfach abgehakt werden. „Wir werden unsere Lehren aus den letzten Spielen ziehen und daraus die richtigen Schlüsse ziehen“, kündigt der Trainer an.
Die Ausgangslage ist damit durchaus spannend: Inter hat bereits gezeigt, welches enorme Offensivpotenzial in der Mannschaft steckt. Will Türkspor dauerhaft um die Tabellenspitze kämpfen, muss es nun aber gelingen, Führungen konsequenter zu verteidigen und insgesamt mehr Stabilität ins eigene Spiel zu bekommen. Die erste Gelegenheit für eine Antwort auf den Rückschlag folgt schon in den nächsten Spielen.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
