Was für ein Spiel. Was für ein Abend – und was für ein bitteres Ende für den Osterrönfelder TSV. Beim Tabellenletzten SV Merkur Hademarschen schien zunächst alles nach einem gebrauchten Tag für den OTSV auszusehen. Bereits nach 50 Sekunden schlug der erste lange Ball der Gastgeber ein – Christopher Stotz traf eiskalt zum 1:0 (1.). Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten: Jon Truschkowski glich nur drei Minuten später zum 1:1 aus (4.).
In der Folge übernahm der OTSV klar die Kontrolle, drängte den Gegner tief in die eigene Hälfte und erspielte sich Chancen im Minutentakt. Doch die Führung wollte nicht fallen – stattdessen schlug Hademarschen erneut zu. Wieder war es Stotz, der seine Farben in der 33. Minute mit 2:1 in Front brachte.
Blackout nach der Pause – 1:5-Rückstand nach 58 Minuten
Was dann nach dem Seitenwechsel folgte, war aus OTSV-Sicht kaum zu erklären. Wie schon zu Beginn der Partie traf Hademarschen direkt mit dem ersten Angriff – Luca Ubben stellte auf 3:1 (47.). Nur zwei Minuten später sorgte ein umstrittener Handelfmeter für die nächste kalte Dusche: Jon Niklas Wulf verwandelte zum 4:1 (49.). Der Gastgeber spielte sich nun in einen Rausch – und krönte diese Phase mit dem dritten Treffer von Stotz zum 5:1 (58.). Ein Spiel, das eigentlich kontrolliert wurde, war plötzlich völlig entglitten.
Rote Karte als Wendepunkt – OTSV zeigt unglaubliche Moral
Doch dann kippte die Partie erneut. Nach einem Foul an Jamie-Fynn Liß im Strafraum sah der letzte Hademarscher die Rote Karte – den fälligen Elfmeter verwandelte Marko Grbavac sicher zum 5:2 (60.). Mit einem Mann mehr begann die große Aufholjagd. Der eingewechselte Impuls griff sofort: Liß traf doppelt (65., 69.) und brachte den OTSV zurück ins Spiel.
Die Gäste warfen nun alles nach vorne, erspielten sich weitere hochkarätige Chancen – und wurden in der 82. Minute belohnt: Lorenz Billerbeck drückte den Ball aus kurzer Distanz zum 5:5 über die Linie. Ein Spiel, das schon verloren schien, war plötzlich wieder völlig offen.
Der nächste Nackenschlag in der Nachspielzeit
Der OTSV wollte mehr – den Sieg, den Befreiungsschlag im Abstiegskampf. Doch genau dieser Mut wurde in der Nachspielzeit bestraft. Nach einem Foul rund 30 Meter vor dem eigenen Tor verteidigten die Gäste den direkten Freistoß noch – doch nach der anschließenden Ecke war es erneut Luca Ubben, der in der 94. Minute zum 6:5 einköpfte.
Ein Schock. Ein Stich ins Herz.
Abstiegskampf bleibt brutal eng
Am Ende steht eine Niederlage, die sich für den OTSV wie eine gefühlte Niederlage doppelt anfühlt. Nach einem 1:5-Rückstand noch einmal zurückzukommen, Moral zu zeigen und sich dann doch noch alles nehmen zu lassen – bitterer geht es kaum.
In der Tabelle bleibt der Osterrönfelder TSV damit auf dem Abstiegsrelegationsplatz und verpasst einen enorm wichtigen Schritt im Kampf um den Klassenerhalt. Ein Spiel, das alles hatte – nur kein Happy End für den OTSV.
Artikel: Ole Jacobsen.
