
Holstein Kiel geht mit Rückenwind in die entscheidende Phase der Saison – und mittendrin: Jonas Meffert. Der Mittelfeld-Leader übernimmt nach dem Ausfall von Steven Skrzybski bis Saisonende erneut die Kapitänsrolle und strahlt vor den letzten vier Spielen vorsichtigen Optimismus aus. Nach dem Training am Mittwoch wurde deutlich: Die Störche sind im Flow – aber noch lange nicht am Ziel.
Serie gibt Selbstvertrauen – aber keine Sicherheit
„Wir haben ein sehr, sehr gutes Gefühl“, sagt Meffert, schiebt aber direkt hinterher: „Es ist überhaupt nichts entschieden. Wir müssen weiter Punkte holen.“ Die jüngsten Ergebnisse geben Anlass zur Hoffnung, doch der erfahrene Mittelfeldspieler warnt davor, sich zu früh zurückzulehnen. Die Ausgangslage habe sich verbessert – „aber sie war auch schon mal besser“, so Meffert ehrlich. Wie viele Punkte am Ende nötig sein werden, lässt sich für ihn kaum abschätzen: „Dieses Jahr ist alles sehr kurios und extrem eng. Ich glaube, das kann man aktuell ganz schwer sagen.“
Lob für den Trainer – und eine klare Wunschvorstellung
Ein entscheidender Faktor für den Aufschwung: Trainer Tim Walter. Meffert kennt ihn bestens – und findet deutliche Worte. „Wir sind als Team extrem froh, dass er hier ist. Er hat jeden Spieler besser gemacht“, betont der 31-Jährige. Besonders imponiert ihm Walters Umgang mit Drucksituationen: „Er denkt nicht daran, wie er selbst wirkt, sondern daran, wie er der Mannschaft helfen kann.“
Auch die viel diskutierte Pressekonferenz des Trainers sieht Meffert positiv: „Das zeigt einfach, was für ein Charakter er ist.“ Auf die Frage nach einer möglichen Vertragsverlängerung mit Walter wird Meffert zwar diplomatisch, aber auch klar: „Es ist kein Geheimnis, was ich mir wünschen würde.“
„Beste Mannschaft der Liga“ als nächste Herausforderung
Mit Blick auf den kommenden Gegner wird Meffert deutlich – und zeigt großen Respekt: „Für mich ist das individuell die beste Mannschaft der Liga. Die müssten eigentlich weiter oben stehen.“ Gerade deshalb wird es für die Kieler eine echte Standortbestimmung im Saisonendspurt.
„Das beste Spiel unter Walter“ macht Mut
Der jüngste Auftritt der Störche hat Eindruck hinterlassen – auch intern. Für Meffert war es ein Meilenstein: „Das war bisher das beste Spiel, seit ich hier bin“, sagt er – und hebt besonders die Mischung aus Spielkontrolle, Effizienz und Defensive hervor.
Einheit als Schlüssel im Abstiegskampf
Neben der sportlichen Entwicklung hebt Meffert vor allem einen Faktor hervor: den Zusammenhalt. „Das ist eine große Stärke des Trainers – er schafft eine Einheit“, sagt er und bezieht ausdrücklich auch die Fans mit ein: „Man hat gemerkt, dass uns das Stadion komplett unterstützt hat.“
Fazit: Fokus statt Euphorie
Die Richtung stimmt bei Holstein Kiel – das spürt man in diesen Tagen deutlich. Doch Meffert bleibt bewusst auf dem Boden: Selbstvertrauen ja – Sicherheit nein. Oder wie er es selbst sagt: „Wir müssen einfach weiter unsere Hausaufgaben machen.“
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
