Fehlstart ohne Panik: Heider SV peilt weiter das Hallenmasters an

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Der Heider SV verliert das Zeil "Hallenmasters" nicht aus den Augen

Der Heider SV ist mit zwei Niederlagen in die neue Oberliga-Saison gestartet. Nach dem 1:5 bei der U23 von Holstein Kiel steht die Mannschaft von Trainer Markus Wichmann noch ohne Punkt da. Von Unruhe will der Coach dennoch nichts wissen. Im Gegenteil: Heide hält an einem ambitionierten Zwischenziel fest und möchte sich für das Hallenmasters qualifizieren. Dafür muss der HSV zum maßgeblichen Stichtag im November zu den besten drei Mannschaften der Oberliga gehören.

Der Saisonbeginn hätte für den Heider SV zweifellos angenehmer verlaufen können. Zwei Spiele, zwei Niederlagen – und zuletzt fünf Gegentore bei den spielstarken Jungstörchen. Rein tabellarisch ist der Start misslungen.

Wer nach dem deutlichen Ergebnis in Kiel jedoch einen vollkommen enttäuschten Heider Trainer erwartete, wurde überrascht. Markus Wichmann sah trotz des 1:5 eine klare Leistungssteigerung gegenüber dem ersten Saisonspiel. „Unabhängig vom Ergebnis war das auf jeden Fall ein Fortschritt gegenüber der vergangenen Woche.“

Gute Anfangsphase reicht nicht

Heide begann in Kiel mutig, störte die U23 früh und ging durch Fabian Arndt sogar in Führung. Nach Ansicht Wichmanns hielt seine Mannschaft rund 20 Minuten gut mit. Anschließend übernahm Holstein zunehmend die Kontrolle. Die Geschwindigkeit im Passspiel, die Dynamik in den Zweikämpfen und die schnelle Entscheidungsfindung stellten die Gäste vor immer größere Probleme. „Die Passschärfe, die Zweikämpfe und die Schnelligkeit – auch im Kopf – waren am Ende ausschlaggebend dafür, dass wir als Verlierer vom Platz gegangen sind.“

Wichmann wollte das Ergebnis daher nicht allein an möglichen Verstärkungen aus Holsteins Profiumfeld festmachen. Dass Oberliga-Mannschaften gegen U23-Teams gelegentlich mit Spielern aus dem erweiterten Profikader konfrontiert werden, gehöre zum Wettbewerb. „Wenn das erlaubt ist, würden wir es wahrscheinlich genauso machen. Darin sehe ich nicht das Problem.“

Heide gibt sich nicht auf

Trotz des klaren Rückstands ließ sich der Heider SV nicht vollständig hängen. In der Schlussphase kamen die Gäste noch zu mehreren Möglichkeiten, unter anderem durch Mika Christopher Kieselbach. Auch Kapitän Jonah Gieseler hob nach dem Spiel hervor, dass die Mannschaft bis zum Abpfiff weitergearbeitet habe. Diese Reaktion war auch für Wichmann ein wichtiger positiver Aspekt. „Wir haben bis zum Schluss versucht, alles herauszuhauen. Das hat man daran gesehen, dass wir zwischen der 80. und 90. Minute noch drei Chancen hatten.“ Die Niederlage sei deshalb deutlich, der Auftritt aber nicht mit dem schwachen Saisonauftakt gleichzusetzen. Der Gegner sei an diesem Abend schlicht eine Nummer zu stark gewesen.

Kein Krisengerede nach zwei Spieltagen

Zwei Niederlagen zum Start sorgen schnell für Diskussionen. Wichmann nimmt innerhalb des Vereins bislang jedoch keine aufkommende Unruhe wahr. Die Verantwortlichen hätten sowohl nach dem ersten Spiel als auch nach der Partie in Kiel ruhig und konstruktiv reagiert. „Die Stimmung in der Mannschaft ist gut – auch nach dem Spiel, obwohl wir deutlich verloren haben.“

Die Aufgabe des Trainerteams bestehe nun darin, die positiven Ansätze herauszuarbeiten und die Spieler auf die nächste Begegnung vorzubereiten. Viel Zeit bleibt in der englischen Woche ohnehin nicht. Als nächster Gegner wartet Kaltenkirchen. Dort soll der Heider SV möglichst die ersten Punkte der neuen Spielzeit holen.

Hallenmasters bleibt das Ziel

Trotz des Fehlstarts hat Heide seine Ambitionen nicht aufgegeben. Wichmann formulierte ein klares Zwischenziel: Der Heider SV möchte beim Hallenmasters dabei sein. Dafür reicht kein guter Endspurt im Winter. Entscheidend ist die Platzierung zum festgelegten Stichtag im November. Dann muss Heide mindestens Rang drei in der Oberliga belegen. „Unser erstes Ziel ist, die Heimstärke aus der vergangenen Saison wiederzufinden. Die Jungs haben durch den letzten Auftritt in der Ostseehalle Blut geleckt. Natürlich möchten wir wieder zum Hallenmasters.“

Damit setzt sich der HSV früh unter einen gewissen sportlichen Zugzwang. Nach zwei Niederlagen ist der Abstand zur angestrebten Spitzengruppe zwar noch überschaubar, allzu viele weitere Fehltritte kann sich die Mannschaft auf dem Weg unter die besten Vier aber nicht erlauben. Wichmann bleibt dennoch optimistisch. Seine Mannschaft habe gegen Holstein gezeigt, dass sie auch nach Rückschlägen weiterarbeitet und sich Chancen erspielen kann. „Jetzt wird es Zeit, dass auch die ersten Punkte dazukommen.“

Das Ergebnis zählt – die Entwicklung aber ebenso

Der Saisonstart ist misslungen, das Ziel bleibt ambitioniert. Genau darin liegt die Herausforderung für den Heider SV: Die erkennbaren Fortschritte müssen schnell in Ergebnisse umgewandelt werden. Das 1:5 bei Holsteins U23 war für Wichmann kein Anlass, die grundsätzliche Ausrichtung infrage zu stellen. Es war vielmehr ein deutlicher Hinweis darauf, in welchen Bereichen seine Mannschaft noch zulegen muss – bei der Handlungsschnelligkeit, in den Zweikämpfen und im Umgang mit hohem gegnerischen Tempo.

Soll Heide im November tatsächlich zu den besten drei Oberligisten gehören, muss die Aufholjagd allerdings zeitnah beginnen. Das nächste Spiel bietet dafür bereits die erste Gelegenheit.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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