Magdeburgs Matchwinner nach dem 3:1 in Kiel im NordKick-Interview
Mit einem direkt verwandelten Eckball sorgte Baris Atik beim 3:1-Auswärtssieg des 1. FC Magdeburg bei Holstein Kiel für die finale Entscheidung – und für eine der kuriosesten Szenen des Spieltags. Denn: Der Magdeburger Spielmacher hatte den Treffer vorher tatsächlich bei Holstein-Reservist Marcus Müller Sekunden vor dem Einschlag angekündigt.
Nach dem Spiel sprach Atik in der Mixed Zone mit NordKick über sein Traumtor, den Abstiegskampf und seine ganz eigene Fußball-Philosophie.
„Fuchs musst du sein“
NordKick: Baris, Hand aufs Herz: Hast du wirklich angekündigt, dass du die Ecke direkt rein schießt?
Baris Atik:
(lacht) Ja, schon ein bisschen. Ich habe vorher zum Kieler Reservespieler gesagt: „Ich versuche den jetzt direkt reinzuspielen.“ Natürlich gehört da auch Glück dazu. Aber wie sagt man so schön? Fuchs musst du sein und nicht nur nen langen Schwanz haben.
„Ich habe gesehen, dass am ersten Pfosten keiner steht“
NordKick: Was hast du vor der Ecke konkret gesehen?
Baris Atik:
Ich hatte heute bereits ein paar Standards zuvor und habe gesehen, dass der erste Pfosten überhaupt nicht richtig gedeckt war. Alles war sehr zentral offen. Dann habe ich mir gedacht: Komm, versuchst du es einfach mal direkt. Dass der Ball dann wirklich reingeht, damit rechnet man natürlich nicht zu hundert Prozent. Aber ich bin extrem glücklich darüber.
„Wir werden diesen Verein niemals im Stich lassen“
NordKick: Mit dem Sieg seid ihr dem Klassenerhalt jetzt ganz nah. Wie groß ist die Erleichterung?
Baris Atik:
Natürlich riesig. Aber man muss auch sagen: Die Mannschaft hat die ganze Saison unter Druck performt. Wir haben diesen Verein nie im Stich gelassen und werden das auch nicht tun. Egal, ob wir nächste Woche schon durch sind oder nicht – wir wollen auch gegen Kaiserslautern unbedingt gewinnen.
„Es liegt nicht in meiner Natur, ein Spiel herzugeben“
NordKick: Für Kiel ging es sportlich nicht mehr um alles. Hattet ihr deshalb vielleicht noch einmal diesen Tick mehr Hunger?
Baris Atik:
Vielleicht. Aber bei uns geht es eben noch um richtig viel. Und ich bin einfach kein Typ, der ein Spiel abschenkt. Das liegt nicht in meiner Natur. Es gibt noch Punkte zu holen – also wollen wir die auch holen. Ganz einfach.
„Das war heute ein riesiger Schritt“
NordKick: Was bedeutet dir persönlich dieser Sieg in Kiel?
Baris Atik:
Sehr viel. Das war heute ein riesiger Schritt. Aber fertig sind wir noch nicht. Jetzt wollen wir die Saison auch sauber zu Ende bringen.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
