Heider SV: Entwicklung vor Ergebnis – Wichmann treibt den nächsten Schritt voran

Beim Heider SV steht vor dem Rückrundenstart der Oberliga weniger das große Trommeln im Vordergrund – sondern konsequente Weiterentwicklung. Trainer Markus Wichmann bleibt seiner Linie treu: ruhig arbeiten, Prozesse vorantreiben, die Mannschaft fußballerisch auf ein neues Niveau heben.

Kaum Bewegung im Kader – aber wichtige Rückkehrer

Große Transfers gab es im Winter nicht. Einziger wirklicher Abgang war Keeper Eric Gründermann, der sich aus beruflichen Gründen zurückziehen musste. Für ihn rückt Bennit Rohloff aus der U23 in den erweiterten Kader – ein talentierter, spielstarker Torhüter, der körperlich noch zulegen soll, perspektivisch aber fester Bestandteil der Ligamannschaft wird.

Fast wichtiger als externe Neuzugänge sind jedoch zwei „interne Transfers“: Jan Wansiedler ist nach überstandener Kreuzband-OP vollständig zurück und schmerzfrei. Mit seiner Regionalliga-Erfahrung bringt er sofort Qualität und Stabilität. Luca Wichmann ist ebenfalls wieder fit und nach seinem Comeback in der Hinrunde wieder voll einsatzfähig. Damit verbreitert sich der Kader qualitativ – ein Faktor, der in der Hinrunde phasenweise fehlte.

Hinrunde als Start eines langen Prozesses

Nach der kurzen Sommerpause nach den Aufstiegsspielen war klar: Der HSV wollte nicht nur kämpfen, sondern spielerisch einen Schritt machen. „Wir wollten uns bewusst mehr auf das Fußballerische konzentrieren – ohne unsere Identität zu verlieren“, beschreibt Wichmann den Weg. Mit neuem System, mehr Flexibilität und erweitertem Trainerteam (Co-Trainer Leif Hahn, Videoanalyse, Standardschwerpunkt) wurde strukturell nachgeschärft.

Das zeigte Wirkung: Defensiv stabiler Start, wenig Gegentore, klare Spielidee. Der Rückschlag – das 0:6 gegen Holstein Kiel – wurde intern nicht als Rückschritt, sondern als Teil des Lernprozesses eingeordnet.

Zum Ende der Hinrunde merkte man allerdings, dass die extrem kurze Sommerpause und das lange Jahr Spuren hinterließen. Verletzungen und fehlende Rotationsmöglichkeiten führten dazu, dass die letzten Spiele weniger erfolgreich verliefen.

Wintervorbereitung? Eher Fitness-Marathon

Der Trainingsplan war „richtig geil“ – bis das Wetter dazwischenkam. Testspiele mussten gestrichen werden, stattdessen standen Studioarbeit, Cardio- und Krafteinheiten, Spinning, Aquafitness und Basketball auf dem Stundenplan. „Eigentlich alles, worauf Fußballer keinen Bock haben“, sagt Wichmann mit einem Augenzwinkern – doch die Mannschaft zieht voll mit. Die Grundlage stimmt, auch wenn der Ball aktuell noch zu selten rollt.

Taktik bleibt – Entwicklung geht weiter

Die Ausrichtung wird nicht verändert. Das neue System, die spielerische Weiterentwicklung und die Flexibilität sind Sommer-Projekte, die jetzt weiter reifen sollen. Rückschläge sind einkalkuliert – Stillstand ist keine Option.

Ziele? Bewusst leise formuliert

Der Heider SV bewegt sich tabellarisch im oberen Bereich, doch intern bleibt man vorsichtig. Wichmann verweist darauf, dass andere Teams weniger Spiele absolviert haben und noch nachziehen können. „Wir wollen so lange wie möglich oben mitmischen“ – mehr gibt er nicht preis. Die ersten Gradmesser warten direkt: Spiele gegen Topteams wie Holstein Kiel und VfR Neumünster werden zeigen, wohin die Reise geht.

Fokus bleibt klar

Für Wichmann ist das Wichtigste momentan schlicht: wieder auf den Rasen zu kommen. „Ich freue mich am meisten darauf, mit den Jungs wieder draußen zu arbeiten – nicht in der Halle oder auf dem Fahrrad.“

Beim Heider SV geht es also nicht um kurzfristige Schlagzeilen, sondern um nachhaltigen Fortschritt. Und genau das macht die Mannschaft auch in der Rückrunde zu einem ernstzunehmenden Faktor in der Oberliga.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.