„Holstein gehört in die 2. Liga“: York Lange blickt emotional auf 2026 – und stärkt Tim Walter den Rücken

Du betrachtest gerade „Holstein gehört in die 2. Liga“: York Lange blickt emotional auf 2026 – und stärkt Tim Walter den Rücken
York Lange geht nach dem Klassenerhalt von Holstein Kiel emotional über den Rasen des Holstein-Stadions

Wenn York Lange über das Jahr 2026 spricht, merkt man schnell: Nach einem extrem schweren Vorjahr ist wieder etwas Ruhe eingekehrt. Der langjährige Stadionsprecher von Holstein Kiel und Moderator der Talkshow „Wer kommt, der kommt“ blickt vorsichtig positiv nach vorne.

2025 hatte Lange privat hart getroffen. Todesfälle in der Familie und im Freundeskreis, das Ende seiner Beziehung – ein Jahr, das Spuren hinterlassen hat. Umso dankbarer wirkt er nun für ein deutlich ruhigeres 2026. „Es läuft viel besser als das letzte Jahr zu Ende gegangen ist. Das ist ja kaum verwunderlich“, sagt Lange. „Ich finde tatsächlich so ein bisschen wieder zu mir.“

Natürlich seien die Verluste weiterhin präsent. Besonders der Tod seiner Mutter beschäftige ihn nach wie vor. „Klar vermisse ich alle, die letztes Jahr gegangen sind. Inklusive meiner Mama natürlich. Aber mir geht’s gut. Ich blicke nach vorne.“

Klassenerhalt als große Erleichterung

Auch sportlich war dieses Frühjahr für York Lange emotional. Der Klassenerhalt der Störche bedeutet für ihn weit mehr als nur eine sportliche Randnotiz. „Der Abstieg wäre der Super-Gau gewesen“, sagt er offen. „Holstein ist und bleibt Zweitligaverein. Da gehören wir einfach hin.“

Dass die Saison am Ende vermutlich irgendwo zwischen Platz acht und zwölf enden werde, kaschiere dabei fast ein wenig die schwierigen Monate zuvor. „Das Gute an der Tabelle ist ja: Du siehst die schlechten Spiele nicht und auch nicht die schlechten Leistungen an der Außenlinie“, sagt Lange mit einem kleinen Augenzwinkern.

Besonders emotional wurde es für ihn nach dem Heimsieg gegen Eintracht Braunschweig, der den Klassenerhalt endgültig perfekt machte. Viele Fans bemerkten, wie bewegt der Stadionsprecher nach Abpfiff über den Rasen ging. „Da hängt natürlich schon ein bisschen was dran“, erklärt er. „Wenn du überlegst, was ein Abstieg bedeutet hätte – finanziell, für Mitarbeiter, für den Verein insgesamt – dann war das schon eine riesige Erleichterung.“

Klare Worte über Tim Walter

Besonders gefreut habe er sich für Trainer Tim Walter. Und dabei wird York Lange unerwartet deutlich. „Ich bin ja einer der wenigen, die Tim wirklich mögen“, sagt er lachend. „Aber jetzt müssen sich eigentlich mal alle entschuldigen, die immer gesagt haben: Walter ist kacke.“ Lange schätzt vor allem Walters Charakter. „Man kann über Tim sagen, was man möchte – aber er hält sein Wort. Ich mag Leute mit großer Fresse, die aber auch liefern. Und wenn sie auf die Schnauze fallen, tragen sie das genauso.“

Der Klassenerhalt sei deshalb auch ein persönlicher Erfolg für den Trainer gewesen. Gleichzeitig betont Lange aber auch die Leistung der Mannschaft und gesteht: „Ich habe mich auch für mich selbst gefreut. Ich will die 20 Jahre bei Holstein vollmachen – und das feiert sich in der 2. Liga natürlich schöner als in der 3. Liga.“

„Die Leichtigkeit muss zurückkommen“

Für die kommende Saison hat York Lange einen klaren Wunsch: weniger Kampfmodus, mehr Spielfreude. „Holstein stand immer für Fußball mit Mut und Leichtigkeit“, sagt er. „Du hattest immer das Gefühl: Wir schießen schon irgendwie ein Tor.“

Gerade diese offensive Selbstverständlichkeit habe ihm zuletzt gefehlt. „Unter Marcel Rapp war das überhaupt nicht mehr so zu sehen“, findet Lange. Deshalb hofft er nun vor allem auf mehr Spielfreude: „Die Leichtigkeit muss zurückkommen. Einfach wieder Fußball spielen – dann kommt der Rest von alleine.“

Der legendäre „Anti-York-Aufkleber“

Natürlich durfte im Gespräch auch ein mittlerweile fast legendäres Thema nicht fehlen: der ominöse „Anti-York-Aufkleber“, von dem seit Monaten immer mal wieder erzählt wird. Gefunden hat Lange ihn bis heute nicht. „Ich habe nochmal gefragt – niemand wusste davon. Wahrscheinlich gibt’s ihn gar nicht“, sagt er lachend. „Aber wenn es ihn gibt, hätte ich tatsächlich gerne einen fürs Auto.“ Grundsätzlich gehe er mit Kritik inzwischen entspannt um. „Du kannst nicht allen gefallen. Gerade in meiner Position sitzt du gefühlt zwischen 600 Stühlen.“

„Wer kommt, der kommt“ wächst weiter

Auch seine Talkshow „Wer kommt, der kommt“ entwickelt sich weiter. Die neue Location im Mercato Italiano in der Tonberghalle sei zwar „nicht besser oder schlechter – aber definitiv anders“. Vor allem für die Gäste sei der neue Standort angenehmer. „Jetzt kann man entspannt essen und direkt zur Show gehen. Das ist schon cool.“

Die erste Veranstaltung in der neuen Umgebung war direkt ausverkauft, auch die kommende Show am 27. Mai ist bereits voll. Für die Ausgabe am 29. Juli gibt es nur noch wenige Tickets. Und York Lange denkt längst weiter. Neben Terminen im Metro-Kino Kiel, Gut Immenhof und auf dem NORDEN Festival plant er bereits das nächste große Projekt. „Ich habe noch etwas Riesiges vor“, verrät er grinsend. „Aber das ist eher was für 2027.“ Mehr möchte er noch nicht sagen. Nur so viel: „Dafür brauchen wir noch ein paar Sponsoren.“

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

Schreibe einen Kommentar