„Ich bin nur noch zum Schlafen zu Hause“ – Tim Walter ist voll fokussiert auf Braunschweig

Du betrachtest gerade „Ich bin nur noch zum Schlafen zu Hause“ – Tim Walter ist voll fokussiert auf Braunschweig
Trainer Tim Walter bei der Pressekonferenz vor dem Heimspiel gegen Eintracht Braunschweig

Die Ausgangslage ist klar: Mit einem Sieg gegen Eintracht Braunschweig kann Holstein Kiel den Klassenerhalt perfekt machen. Doch wer auf der Pressekonferenz von Tim Walter auf große Rechenspiele oder Emotionen gehofft hatte, wurde schnell eines Besseren belehrt: Der KSV-Coach zeigte sich maximal fokussiert – und ließ keinen Zweifel daran, worum es ihm geht. „Es gibt drei Punkte – und die wollen wir holen.“
Auch der Fanblock 501 ruft zur Einigkeit auf und bittet alle Zuschauer in Weiß zum Spiel zu erscheinen

Kein Blick auf Tabellen, nur auf den nächsten Schritt

Trotz der komfortablen Ausgangslage wollte Walter nichts von vorzeitigen Feiergedanken wissen. Der Fokus liege ausschließlich auf dem kommenden Spiel: „Wir nehmen jedes Spiel so, wie es kommt. Wir wollen immer gewinnen – egal ob zu Hause oder auswärts.“ Auch mögliche Auswirkungen auf Planungssicherheit oder Klassenerhalt interessierten ihn in diesem Moment nicht: „Was dabei rauskommt, ist uns gerade völlig egal.“

Tohumcu-Sperre sorgt für Klarheit

Ein Thema, das im Vorfeld für Verwirrung gesorgt hatte, ist inzwischen geklärt: Umut Tohumcu wird fehlen. Walter nahm die Situation pragmatisch: „Ich akzeptiere es, wie es ist. Am Ende haben wir es überprüft und dann entsprechend kommuniziert.“ Für den Trainer ist das kein Drama – schließlich musste er ohnehin die gesamte Saison über flexibel reagieren: „Ich glaube, ich habe noch nie mit der gleichen Aufstellung gespielt.“ Neben Tohumcu fehlt auch Ivan Nekic gelb-gesperrt.

Braunschweig „wild“ – aber gefährlich

Mit Braunschweig wartet ein Gegner, den Walter keinesfalls unterschätzt. Besonders die Spielweise der Gäste hob er hervor: „Sie sind sehr wild – und das macht es schwer, gegen sie zu spielen.“ Gleichzeitig betonte er den nötigen Respekt: „Braunschweig ist eine sehr gute Mannschaft.“

Euphorie ja – aber kontrolliert

13 Punkte aus den letzten fünf Spielen haben rund um die KSV für Aufbruchstimmung gesorgt. Walter nimmt diese Entwicklung wahr, bleibt aber bewusst auf dem Boden: „Wir sind glücklich über die Punkte, aber wir wissen auch, dass wir noch Schritte gehen müssen.“ Der Schlüssel zum Erfolg bleibe harte Arbeit – und der klare Fokus auf das Hier und Jetzt.

Walter bleibt sich treu

Auch persönliche Fragen oder externe Themen ließ der Kiel-Coach konsequent abprallen. Ob Tabellenrechnungen, Zukunftsszenarien oder sogar kuriose Nebenfragen zum Wal „Timmy“ – Walter lenkte immer wieder zurück zum Wesentlichen: Das kommende Spiel. Arbeit. Drei Punkte.

Als Beleg dafür erzählt der Störche-Coach, dass er eigentlich nur zum Schlafen nach Hause gehe. Er sei den ganzen Tag auf dem Holstein-Gelände, dort halte er sich auf dem Trainingsplatz oder im Büro auf und esse auch dort. Er gehe nie einkaufen und auch nicht zum Bäcker. Ab und an koche ihm ein Freund etwas zu essen.

Alles angerichtet für Samstag

Die Vorzeichen sind eindeutig: Heimspiel, starke Form, Matchball zum Klassenerhalt. Doch wenn es nach Tim Walter geht, zählt all das nicht. Er formulierte lieber eine alte Fußballweisheit: „Das nächste Spiel ist immer das schwerste.“

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

Schreibe einen Kommentar