
Vier Niederlagen in Serie, die Tabelle im Blick, viel Unruhe von außen – und nun das Auswärtsspiel beim Karlsruher SC, welches für beide Trainer wie ein Endspiel wirkt. Vor der Partie im Wildpark haben wir nach dem öffentlichen Training mit Holsteins Torwart Jonas Krumrey gesprochen. Der 22-Jährige wirkt trotz der angespannten Lage gefasst – und sendet ein klares Signal: ruhig bleiben, Situation annehmen, weiterarbeiten.
„Ich freue mich auf jedes Spiel“
Nach dem 1:2 gegen Schalke war die Enttäuschung groß. Dennoch richtet Krumrey den Blick nach vorn: „Ich freue mich auf jedes Spiel. Immer auf dem Platz zu stehen – alleine, wenn man gesund ist und spielen kann, ist das eine geile Erfahrung. Auch wenn es momentan schwierig ist, aber wir müssen die Situation einfach annehmen.“
Die sportliche Lage ist brisant, der Druck spürbar. Doch für Krumrey ist genau das Teil des Geschäfts. „Wir sind uns der Situation bewusst. Ganz klar. Wir wissen auch, dass der Druck von außen dazugehört. Das ist im Fußball so. Trotzdem können wir jetzt nicht verrückt werden. Wir müssen klar bleiben – und das werden wir auch.“
Technische Fehler – Folge des Drucks?
Gegen Schalke fiel auf, dass Kiel ungewohnt viele einfache Ballverluste und Ungenauigkeiten hatte. Ist das Nervosität? Besonders bei den jungen Spielern? Krumrey wägt ab: „Man bekommt es natürlich mit, was von außen kommt. Aber wir müssen bei uns bleiben. Wir suchen täglich Lösungen – hier auf dem Platz, intern in Gesprächen. Das Ziel ist klar zu bleiben und das Spiel so anzugehen.“
Auch das Duell in Karlsruhe ist ein Spiel unter Druck – für beide Seiten. Der KSC steht ebenfalls mit dem Rücken zur Wand und für ihren Trainer Christian Eichner könnte es bei einer Niederlage sein letztes Spiel für Karlsruhe gewesen sein. „Man bekommt es mit. Aber wir konzentrieren uns auf uns. Wie der Gegner spielt, hängt vielleicht auch mit deren Druck zusammen. Trotzdem müssen wir unseren Plan durchziehen.“
Mutmacher Training – Rückkehrer als Faktor
Was also macht Hoffnung vor dem Wochenende? „Wenn ich das Training sehe, habe ich ein gutes Gefühl. Ich merke das immer am Gefühl auf dem Platz – und das ist gut.“ Hinzu kommen wichtige Rückkehrer: „Dass Spieler wie Umut oder Kasper wieder dabei sind, ist gut fürs Team und fürs Training.“ Und auch Star-Spieler Alexander Bernhardsson trainierte neben dem Platz individuell und scheint gegen den KSC im Kader stehen zu können.
Standards als Knackpunkt
Besonders bitter gegen Schalke: Beide Gegentore fielen nach Ecken. „Das tut weh, wenn so ein Spiel durch zwei Standards entschieden wird. Aber Standards gehören zum Fußball dazu. Man sieht es bei Arsenal – die schießen gefühlt nur ihre Tore darüber. Wir müssen daraus lernen und es besser machen.“
Individuelle Fehler vor ihm? Für einen Torwart ein schwieriges Thema. „Gegentore sind immer ärgerlich. Aber individuelle Fehler gehören zum Fußball dazu, sonst würde es nicht funktionieren. Dann gäbe es keine Spannung. Wichtig ist das nächste Spiel.“
Bleibt Krumrey Holstein erhalten?
Zum Abschluss die Frage nach seiner Zukunft – Gerüchte über Interesse anderer Vereine kursieren. „Ich habe hier einen Vertrag, der noch eineinhalb Jahre läuft. Ich fühle mich sehr wohl. Mehr kann ich dazu nicht sagen. Natürlich ist es schön, wenn man mit anderen Vereinen in Verbindung gebracht wird, aber ich versuche klar zu bleiben und meine Leistung zu bringen.“
Die Botschaft des jungen Keepers ist eindeutig: keine Panik, kein Aktionismus – sondern Klarheit, Arbeit und Zusammenhalt. In Karlsruhe braucht Holstein genau das.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
