Verbandsliga Ost: Erst in der zweiten Saison nach dem Aufstieg hat sich der Kieler MTV bereits in der Spitzengruppe festgesetzt. Trainer Paul Musiol sieht vor allem eine gewachsene Reife seiner Mannschaft als Grund für den nächsten Entwicklungsschritt. Und obwohl der KMTV punktgleich mit Rang zwei ist, will er die Saisonziele noch nicht voreilig nach oben korrigieren.
Es ist längst mehr als nur ein guter Saisonstart. Der Kieler MTV hat sich in der Spitzengruppe der Verbandsliga Ost festgesetzt. Nach zwölf Spielen stehen 27 Punkte und 34:18 Tore zu Buche. Damit liegt die Mannschaft vom Professor-Peters-Platz auf Rang drei – punktgleich mit der SG Sarau/Bosau und sogar mit einer Partie weniger.
Und dann gibt es da noch etwas, was bislang keinem anderen Team gelungen ist: Der KMTV ist die einzige Mannschaft, die Spitzenreiter Probsteier SG in dieser Saison bezwingen konnte. Mitte September setzte sich die Mannschaft von Paul Musiol mit 4:2 durch. Dass sein Team bereits in der zweiten Verbandsliga-Saison derart weit oben mitmischt, überrascht selbst den Trainer. „Wir waren in der Vorsaison als Aufsteiger bereits zufrieden mit unserem Abschneiden“, sagt Musiol. „Dass es in dieser Saison so gut läuft, übersteigt meine Erwartungen.“
Platz zwei? Musiol wartet noch
Die Ausgangslage könnte durchaus dazu verleiten, die Zielsetzung schon jetzt deutlich nach oben zu korrigieren. Davon hält Musiol allerdings noch nichts. Das ursprüngliche Ziel war ambitioniert genug. „Unser Hinrundenziel war es, unter die ersten fünf zu kommen. Nun stehen wir punktgleich und mit einem Spiel weniger als Sarau/Bosau auf Rang drei – wir befinden uns auf Kurs.“
Erst nach Abschluss des Fußballjahres soll Bilanz gezogen werden. „Wir schauen uns das Tableau am Jahresende an, stecken die Köpfe zusammen und passen die Ziele gegebenenfalls gemeinsam an.“ Eine Kampfansage in Richtung Platz zwei oder sogar Spitzenreiter Probsteier SG gibt es deshalb noch nicht.
Aus guten Leistungen ist mehr Konstanz geworden
Woher kommt also der nächste Schritt? Musiol erinnert daran, dass seine Mannschaft bereits in der vergangenen Saison gezeigt habe, dass sie mit den stärksten Teams der Liga mithalten kann. Der Unterschied liegt für ihn heute vor allem in der Konstanz. „In diesem Jahr zeigt die Mannschaft im Vergleich dazu mehr Konstanz und schafft es, auch bei spielerisch ausbaufähigen Leistungen Punkte zu holen.“
Genau darin zeigt sich für Musiol die Entwicklung seiner Mannschaft. „Diese Reife folgt den gemachten Erfahrungen der Vorsaison – ich begleite lediglich.“ Eine bemerkenswert zurückhaltende Einschätzung des Trainers. Die Ergebnisse sprechen jedenfalls dafür, dass die Entwicklung am Professor-Peters-Platz funktioniert.
Und wann kommt der Kunstrasen?
Ein Thema begleitet den KMTV allerdings weiterhin abseits des sportlichen Erfolgs: die Bedingungen auf der heimischen Anlage. Gerade mit Blick auf die bevorstehenden Herbst- und Wintermonate wäre ein Kunstrasen für Musiol ein erheblicher Fortschritt. „Zweifelsohne ist ein Kunstrasen vor allem in den kommenden Herbst- sowie Wintermonaten ein großes Plus für den Trainings- und Spielbetrieb.“ Einen konkreten Zeitpunkt kann allerdings auch der Trainer nicht nennen. „Ich weiß, dass die Vereinsverantwortlichen engagiert auf die Entscheidungsträger zugehen und bin sicher, dass auch sie diese Bestrebung unterstützen.“
Sportlich muss der KMTV derweil nicht auf bessere Bedingungen warten, um den nächsten Schritt zu machen. Das ursprüngliche Ziel Top fünf ist greifbar. Und sollte der KMTV seinen bisherigen Kurs halten, könnte die gemeinsame Zielsetzung zum Jahresende durchaus noch einmal interessanter werden.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
