Last-Minute-Wahnsinn im Neumünster-Derby: VfR rettet Punkt gegen den PSV

Das Neumünster-Derby hielt, was es versprach – und noch ein bisschen mehr. Vor rund 850 Zuschauern trennten sich der VfR Neumünster und der PSV Neumünster in einem intensiven, emotionalen Oberliga-Duell mit 2:2. Den umjubelten Schlusspunkt setzte VfR-Joker Christopher Kramer tief in der Nachspielzeit.

Früher Treffer, schnelle Antwort

Die Partie begann mit ordentlich Tempo – und einem frühen Treffer für die Hausherren. Nach einem langen Einwurf landete der Ball vor den Füßen von Moshood Olamide Adesanya, der aus dem Getümmel zum 1:0 einschob (9.).

Doch die Antwort ließ nicht lange auf sich warten. Nur wenige Minuten später glich Jesper Tiedemann per Foulelfmeter zum 1:1 aus (15.). In der Folge entwickelte sich ein intensives Derby mit vielen Zweikämpfen und Chancen auf beiden Seiten – vor allem der VfR ließ im ersten Durchgang mehrere gute Möglichkeiten liegen.

VfR-Coach Danny Cornelius ärgerte sich im Nachgang vor allem darüber: „Wir waren nicht in der Lage, unsere Chancen zu nutzen. Vor allem in der ersten Halbzeit hätten wir das Spiel entscheiden können.“

PSV dreht das Spiel – VfR läuft an

Nach der Pause wurde das Spiel etwas zerfahrener, blieb aber jederzeit umkämpft. Der PSV stellte sich besser auf die Partie ein und kam über Umschaltmomente immer wieder gefährlich nach vorne.

Die Gäste nutzten schließlich eine dieser Situationen zur Führung: Timo Barendt staubte im Strafraum zum 2:1 ab (77.). PSV-Trainer Dennis Buthmann sah seine Mannschaft in dieser Phase im Vorteil: „In der zweiten Halbzeit hatten wir es deutlich besser im Griff und waren immer wieder gefährlich. Ich glaube, dass die Führung zu dem Zeitpunkt auch verdient war.“

Kramer sticht spät – Derby ohne Sieger

Der VfR warf in der Schlussphase alles nach vorne, brachte mit Kramer und Carvalho frische Offensivkräfte. Lange sah es so aus, als würde der PSV den knappen Vorsprung über die Zeit retten. Doch in der Nachspielzeit folgte der große Moment: Nach einer Flanke und Ablage war es Christopher Kramer, der zum 2:2-Ausgleich traf (90.+3) und das Stadion in Ekstase versetzte.

Trainer einig: Ergebnis geht in Ordnung

Am Ende waren sich beide Trainer einig, dass das Remis dem Spielverlauf entspricht. Cornelius: „Es ist ein gerechtes Unentschieden. Natürlich ärgert es mich, dass wir unsere Chancen nicht genutzt haben – aber wir haben nicht verloren.“

Auch Buthmann konnte mit dem Punkt leben: „Unterm Strich geht das Ergebnis in Ordnung. In der ersten Halbzeit hatten wir Glück, in der zweiten Halbzeit waren wir besser – das hebt sich auf.“

Derby mit Bedeutung – aber ohne Entscheidung

Neben der sportlichen Brisanz ging es auch um die Frage: Wer ist die Nummer eins in Neumünster? Cornelius schmunzelnd: „Tabellarisch sind wir es zumindest.“ Buthmann blieb gelassen: „Es ist ein besonderes Spiel und eine Rivalität – aber es ist nicht alles.“

Fazit

Ein intensives Derby, zwei unterschiedliche Halbzeiten und ein dramatischer Last-Minute-Ausgleich – das 2:2 zwischen VfR und PSV hatte alles, was ein echtes Stadtduell braucht. Einen Sieger gab es zwar nicht, dafür aber einen Fußballabend, der in Neumünster noch lange Gesprächsthema bleiben dürfte.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.