NordKick-WM-Serie Teil 2: Trainer, Spieler und Funktionäre verraten ihre Geheimfavoriten – und blicken auf einen ereignisreichen WM-Start
Die Weltmeisterschaft in den USA, Mexiko und Kanada ist erst wenige Tage alt, hat aber bereits für Gesprächsstoff gesorgt. Gastgeber Mexiko eröffnete das Turnier mit einem 2:0-Erfolg gegen Südafrika in einer Partie mit gleich drei Roten Karten. Kanada kämpfte sich gegen Bosnien nach einem Rückstand noch zu einem 1:1, während die USA beim 4:1 gegen Paraguay mit einer starken ersten Halbzeit überzeugten. Christian Pulisic führte sein Team an, Folarin Balogun wurde zum ersten Doppeltorschützen der WM.
Parallel verfolgt NordKick die Meinungen aus Schleswig-Holsteins Fußballszene. Mehr als 40 Trainer, Spieler, Vereinsfunktionäre, Ex-Profis, Sponsoren und Wegbegleiter haben sich an unserer großen WM-Umfrage beteiligt. Nach den Weltmeistertipps im ersten Teil der Serie geht es diesmal um Überraschungsteams, Geheimfavoriten und die besondere Vorfreude auf das Turnier.
Norwegen gehört zu den beliebtesten Geheimtipps
Auffällig ist, dass Norwegen in den Antworten besonders häufig genannt wird. VfR Neumünster-Trainer Danny Cornelius traut dem Team um Erling Haaland einiges zu. Auch Henning Knuth (TuS Rotenhof), André Jeschkeit (Holstein Women), Matthias Schnoor (VfR Laboe), Karim Youssef, Uli Schröder (Probsteier SG), Pascal Lorenz (SC Rönnau) und Dimitrijus Guscinas sehen die Skandinavier als möglichen Überraschungskandidaten.
Vor allem die individuelle Qualität des Kaders sorgt für Optimismus. Viele Beobachter trauen Norwegen zu, erstmals seit langer Zeit bei einem großen Turnier ganz vorne anzugreifen.
Türkei sorgt für Hoffnung bei vielen Beobachtern
Ebenfalls häufig genannt wird die Türkei. Heikendorfs Torjäger Ayberk Kaya fiebert besonders mit dem Heimatland seiner Familie mit. „Die Türkei war zuletzt bei der WM dabei, als ich fünf Jahre alt war. Ich freue mich riesig drauf“, sagt Kaya.
Auch Onur Cokgez von Inter Türkspor Kiel, Azem Mehanovic von der Probsteier SG und Bülent Seker sehen großes Potenzial im jungen türkischen Team. Berkant Özel vom FC Kilia Kiel glaubt ebenfalls, dass die Türkei einige Überraschungen liefern kann. Besonders gespannt sind viele auf Juventus-Talent Kenan Yildiz und Real-Madrid-Star Arda Güler.
Marokko bleibt auf vielen Zetteln
Seit dem historischen WM-Halbfinaleinzug 2022 genießt Marokko in Fußball-Deutschland große Sympathien. Marcel Schwantes, Pascal Lorenz, Peter Geuenich und Sascha Schneider trauen den Nordafrikanern erneut eine starke Rolle zu. Die Mischung aus individueller Klasse, Erfahrung und enormer Leidenschaft beeindruckt viele der Befragten weiterhin.
Von Ecuador bis Österreich
Neben den bekannten Geheimfavoriten tauchen in den Antworten weitere spannende Namen auf. Marcel Gewinner vom TSV Klausdorf setzt auf Ecuador. Auch Nille, Axel Junker (Preußen Reinfeld) und Thomas Knuth (Nordmark Satrup) rechnen den Südamerikanern Chancen aus. Österreich wird von Dennis Buthmann (PSV Neumünster), Uli Schröder (Probsteier SG), Felix Ploog (MTSV Hohenwestedt) und Thomas Weltrowski (neuerdings TSV Gadeland) als möglicher Überraschungskandidat genannt.
Ex-Holstein Kiel Profi Patrick Herrmann hofft sogar darauf, dass erstmals eine afrikanische Nation den Titel holen könnte. Senegal, Ghana, Japan, Südkorea und die Elfenbeinküste werden ebenfalls mehrfach als Teams genannt, denen ein starkes Turnier zugetraut wird.
Die Vorfreude ist unterschiedlich ausgeprägt
Bei aller Fußballbegeisterung fällt auf: Die Vorfreude ist nicht überall gleich groß. Während Fin Bartels, Marc Schwabe oder Felix Ploog die besondere Atmosphäre einer Weltmeisterschaft genießen wollen, äußern andere deutliche Kritik. Berkant Özel gibt offen zu, bislang kaum WM-Gefühle zu verspüren. Dennis Polenkowski von UT Kiel blickt kritisch auf die Entwicklung des internationalen Fußballs und die Rolle der FIFA.
Auch die vielen Austragungsorte, hohe Ticketpreise, große Entfernungen und die Aufstockung auf 48 Mannschaften werden mehrfach kritisch hinterfragt. Dennoch eint fast alle Befragten ein Gedanke: Wenn der Ball rollt, tritt vieles in den Hintergrund.
Fortsetzung folgt
Die NordKick-WM-Serie wird in den kommenden Tagen fortgesetzt. Dann geht es unter anderem um die Kritikpunkte rund um diese Weltmeisterschaft, die Rolle der FIFA, die Gastgeber USA, Mexiko und Kanada sowie um die Frage, warum die WM bei vielen Fans nicht mehr dieselbe Begeisterung auslöst wie früher.
Außerdem kommen weitere Stimmen aus Schleswig-Holsteins Fußballszene zu Wort, die sich bislang noch nicht im Mittelpunkt der Serie wiedergefunden haben.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
