Der Hamburger SV steckt weiter in einer schwierigen Phase – und erstmals seit längerer Zeit war auch auf den Rängen eine gewisse Unruhe zu spüren. Nach dem 1:2 gegen die TSG Hoffenheim gab es vereinzelte kritische Stimmen aus der Fankurve, auch wenn der Großteil der Anhänger die Mannschaft weiterhin unterstützte und aufmunterte.
Cheftrainer Merlin Polzin stellte sich nach Abpfiff demonstrativ vor sein Team – und machte deutlich, dass er trotz der sportlichen Entwicklung keinen Zweifel am eingeschlagenen Weg hat: „Wir waren nie weg.“
Polzin setzt weiter auf den Prozess
Trotz nur eines Sieges aus den vergangenen zehn Spielen bleibt der HSV-Coach ruhig und klar in seiner Analyse. Für ihn steht nicht die Ergebniskrise im Vordergrund, sondern die Entwicklung der Mannschaft.
„Wir konzentrieren uns auf das, was wir beeinflussen können“, erklärte Polzin. Weder die Tabellensituation noch äußere Faktoren wie Verletzungen oder das Fehlen einzelner Spieler wolle er als Ausrede gelten lassen. Vielmehr gehe es darum, den eigenen Weg konsequent weiterzugehen.
Dabei betonte der Trainer auch, dass die Mannschaft weiterhin intakt sei: Einsatz, Trainingsarbeit und Zusammenhalt würden stimmen. „Ich sehe eine Mannschaft, die in eine Richtung geht und die Bock auf diese Phase hat.“
Entscheidende Schwächen in beiden Strafräumen
So positiv Polzin viele Aspekte bewertete – in einem Punkt wurde er deutlich: Am Ende entscheiden in der Bundesliga die Aktionen in den Strafräumen. Und genau dort ließ der HSV erneut Punkte liegen. „Wir müssen in beiden Boxen besser agieren“, stellte der Coach klar. Die Gegentore seien – trotz der Qualität des Gegners – vermeidbar gewesen. Gleichzeitig habe man selbst klare Möglichkeiten nicht genutzt. Gerade die Großchance von Jatta in der Schlussphase steht sinnbildlich für das Problem: „Da musst du in der Bundesliga zuschlagen, weil du solche Chancen nicht oft bekommst.“
Leistung als Schritt in die richtige Richtung
Trotz der Niederlage sah Polzin auch Fortschritte im Spiel seiner Mannschaft. Besonders zwischen den Strafräumen habe der HSV vieles richtig gemacht und Hoffenheim phasenweise vor Probleme gestellt. „Das war inhaltlich ein sehr vernünftiges Spiel“, so die Einschätzung des Trainers. Vor allem die Intensität, die defensive Aggressivität und die Variabilität im Spielaufbau hätten ihm gefallen. Allerdings reicht das auf diesem Niveau nicht aus, wenn die entscheidenden Momente nicht sauber zu Ende gespielt werden.
Keine Ausreden – voller Fokus nach vorne
Die aktuelle Phase mit ausbleibenden Ergebnissen ordnet Polzin als Teil eines Entwicklungsprozesses ein. Viele Faktoren hätten dazu beigetragen – von Verletzungen über Sperren bis hin zu kleinen, aber entscheidenden Fehlern. Dennoch stellt er klar: „Wir müssen uns nicht dafür entschuldigen, wo wir stehen.“ Der HSV habe sich die aktuelle Ausgangslage selbst erarbeitet und wolle diese nun weiter festigen. Der Blick geht deshalb sofort nach vorne. „Abhaken, weitermachen, Fokus auf das nächste Spiel“, lautet die klare Marschroute.
Zwischen Rückschlag und Zuversicht
Die Niederlage gegen Hoffenheim ist ein weiterer Dämpfer im Saisonendspurt – aber keiner, der beim HSV für Panik sorgt. Intern überwiegt weiterhin die Überzeugung, auf dem richtigen Weg zu sein. Oder, wie Merlin Polzin es selbst formuliert: „Dieser Prozess hat uns dahin gebracht, wo wir jetzt stehen – und wir vertrauen ihm weiter.“
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
