Der Hamburger SV und der 1. FC Köln haben sich im Duell der Aufsteiger am 26. Spieltag der Bundesliga mit 1:1 getrennt. In einer lange Zeit ereignisarmen Partie sorgten zwei späte Treffer in der ersten Halbzeit für die entscheidenden Momente. Für den HSV traf Fabio Vieira sehenswert zur Führung, Said El Mala glich kurz vor der Pause für die Gäste aus.
Am Ende stand ein Ergebnis, mit dem beide Mannschaften leben konnten – auch wenn die Kölner phasenweise etwas mehr Spielanteile hatten.
Köln mit mehr Ballbesitz – aber kaum Torchancen
Die erste Halbzeit im Volksparkstadion begann äußerst verhalten. Fast 40 Minuten lang entwickelte sich eine Partie ohne große Höhepunkte. Köln hatte zwar mehr Ballbesitz, wirkte griffiger und hielt das Spiel überwiegend in der Hamburger Hälfte, doch echte Torchancen blieben auf beiden Seiten zunächst Mangelware.
Die Gäste investierten sichtbar mehr in das Auswärtsspiel, wollten nach der unglücklichen Heimniederlage gegen Dortmund unbedingt etwas Zählbares mitnehmen. Dennoch fehlte lange die Durchschlagskraft im letzten Drittel.
Vieira trifft traumhaft – El Mala antwortet per Kopf
Dann kam die 39. Minute – und plötzlich wurde es spektakulär. Ein langer Ball aus der Hamburger Hälfte geschlagen von William Mikelbrencis landete perfekt im Lauf von Fabio Vieira. Der Offensivspieler reagierte blitzschnell und lupfte den Ball mit dem Außenrist seines linken Fußes gefühlvoll über den herauslaufenden Kölner Keeper Marvin Schwäbe hinweg ins lange Eck. Ein Weltklasse-Tor, das nicht wirklich zu der bis dahin eher durchschnittlichen Bundesligapartie passen wollte.
Doch die Führung hielt nur wenige Minuten. In der 45. Minute nutzte Köln eine Standardsituation. Nach einer Ecke von Jakub Kaminski stieg Said El Mala am zweiten Pfosten am höchsten und köpfte zum 1:1 ein. So wurde aus einer lange unspektakulären ersten Hälfte doch noch ein Spiel mit zwei Highlights kurz vor dem Pausenpfiff.
Viele Zweikämpfe, wenig Spielfluss
Die zweite Halbzeit knüpfte zunächst an den Spielverlauf der ersten an. Beide Mannschaften lieferten sich intensive Zweikämpfe im Mittelfeld, doch klare Torchancen blieben selten. Das Spiel war geprägt von vielen Unterbrechungen, wenig Tempo und zahlreichen Ungenauigkeiten im Passspiel. Keine der beiden Mannschaften wirkte wirklich bereit, volles Risiko zu gehen.
Eine kleine Szene am Rande sorgte dennoch für Aufmerksamkeit: Als HSV-Talent Otto Stange zur Einwechslung gerufen wurde und am Publikum vorbeilief, riefen viele Zuschauer seinen Namen. Der junge Stürmer reagierte mit einem breiten Grinsen – ein Moment, der zeigte, wie besonders Bundesliga-Abende für junge Spieler immer noch sind.
HSV mit erster Ecke in der Nachspielzeit
Erst in der Schlussphase nahm die Partie noch einmal etwas Fahrt auf. In der Nachspielzeit bekam der HSV seine erste Ecke des Spiels – und wäre beinahe noch zum Sieg gekommen. Nach der Hereingabe kam ein Hamburger Spieler frei zum Kopfball, doch der Ball strich knapp am langen Pfosten vorbei. Das wäre vermutlich auch zu viel des Guten gewesen in einer Partie, in der beide Teams lange sehr vorsichtig agierten.
Trainer sehen leistungsgerechtes Ergebnis
HSV-Trainer Merlin Polzin sprach nach dem Spiel von einer insgesamt ausgeglichenen Begegnung. Er kritisierte vor allem die vielen Unsicherheiten im eigenen Spiel mit Ball, lobte aber gleichzeitig den sehenswerten Treffer von Vieira. „Der Treffer lohnt sich definitiv, ihn sich noch ein paar Mal anzuschauen“, sagte Polzin.
Kölns Trainer Lukas Kwasniok sah seine Mannschaft leicht im Vorteil, zeigte sich mit dem Punkt aber zufrieden. „Wenn man hier in Hamburg punktet, kann man den Punkt mitnehmen“, erklärte der FC-Coach. „Vielleicht wäre auch ein Sieg möglich gewesen, aber jeder Punkt ist im Kampf um den Klassenerhalt Gold wert.“
Tabellensituation bleibt angespannt
In der Tabelle bleibt der HSV mit nun 30 Punkten im Mittelfeld auf Rang zehn. Köln steht weiterhin im unteren Tabellenbereich und kämpft weiter um den Klassenerhalt.
Beide Mannschaften stehen bereits am kommenden Wochenende wieder vor schweren Aufgaben: Köln empfängt Borussia Mönchengladbach zum Rhein-Derby, während der HSV auswärts bei Borussia Dortmund antreten muss.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
