Die Grün-Weißen treiben ihre Zukunftsplanung mit großen Schritten voran – zwei wichtige Personalentscheidungen, ein deutliches Mitgliedervotum und ein gelungener Start in die Vorbereitung
Beim VfB Lübeck geht es derzeit Schlag auf Schlag. Während auf dem Trainingsplatz die Vorbereitung auf die neue Regionalliga-Saison begonnen hat, arbeiten die Verantwortlichen auch neben dem Platz konsequent an der Zukunft des Traditionsvereins. Innerhalb weniger Tage verkündeten die Grün-Weißen gleich mehrere wichtige Entscheidungen, die zeigen, wohin die Reise an der Lohmühle gehen soll.
Mit den Vertragsverlängerungen von Colin Ulrich und Ware Pakia bleiben zwei entwicklungsfähige Spieler an Bord, die Mitgliederversammlung stimmte mit überwältigender Mehrheit der Ausgliederung des Spielbetriebs in eine GmbH zu und sportlich gelang zum Auftakt der Sommervorbereitung ein deutlicher 8:0-Erfolg beim TSV Brokstedt.
Klare Zeichen für Kontinuität im Kader
Sportvorstand Hanno Behrens und Sportdirektor Romain Brégerie setzen ihren eingeschlagenen Weg konsequent fort. Mit Colin Ulrich und Ware Pakia verlängerten zwei Spieler ihre Verträge, die trotz unterschiedlicher erster Spielzeiten weiterhin großes Entwicklungspotenzial besitzen.
Ulrich entwickelte sich in seiner Premierensaison schnell zu einer wichtigen Alternative im Mittelfeld. Der flexibel einsetzbare 22-Jährige absolvierte insgesamt 27 Pflichtspiele und überzeugte vor allem durch seine Laufstärke, Vielseitigkeit und seinen mannschaftsdienlichen Einsatz. „Der Verein VfB Lübeck hat viel zu bieten. Die Art und Weise, wie Hanno und Romain den Verein voranbringen wollen, hat mich sofort überzeugt“, erklärt Ulrich nach seiner Unterschrift. Auch Hanno Behrens freut sich über den Verbleib des Mittelfeldspielers: „Colin hat gezeigt, dass er ein absoluter Teamplayer ist. Wir sehen bei ihm weiteres Entwicklungspotenzial.“
Pakia will nach Verletzungspech neu angreifen
Eine andere Geschichte schrieb Ware Pakia. Der ehemalige Dortmunder und HSV-Nachwuchsspieler wurde in seiner ersten Saison immer wieder durch Verletzungen zurückgeworfen und kam lediglich auf vier Regionalliga-Einsätze. Dennoch überzeugte der Offensivspieler die Verantwortlichen mit seiner Einstellung während der langen Rehabilitationsphase. Zum Saisonende deutete er mit einem Treffer in nur 87 Einsatzminuten bereits wieder sein Potenzial an. „Jetzt möchte ich endlich eine komplette Vorbereitung absolvieren und zeigen, was ich der Mannschaft geben kann“, sagt Pakia. Auch Brégerie zeigt sich überzeugt: „Ware hat trotz seines Verletzungspechs immer professionell gearbeitet. Wir sehen, welches Potenzial in ihm steckt.“
Mitglieder schaffen wichtige Grundlage für die Zukunft
Nicht nur sportlich wurden wichtige Entscheidungen getroffen. Auch auf Vereinsebene fiel ein Meilenstein. Mit einer überwältigenden Mehrheit beschlossen die Mitglieder die Ausgliederung des Spielbetriebs der ersten Herrenmannschaft in die neu gegründete VfB Lübeck Fußballspielbetrieb GmbH. Von den 304 stimmberechtigten Mitgliedern votierten 280 für den Antrag. Lediglich eine Gegenstimme wurde gezählt.
Auch die notwendigen Satzungsänderungen wurden anschließend nahezu einstimmig beschlossen. Für den Vorstand um Dr. Dieter Gudel ist dieses Ergebnis ein starkes Signal für den eingeschlagenen Kurs und schafft wichtige wirtschaftliche Voraussetzungen für die kommenden Jahre.
Acht Tore zum Auftakt der Vorbereitung
Auch sportlich durfte der VfB Lübeck zufrieden sein. Im ersten Testspiel der Sommervorbereitung gewann die Mannschaft beim TSV Brokstedt anlässlich dessen 100-jährigen Vereinsjubiläums souverän mit 8:0. Besonders erfreulich verlief der Abend für Neuzugang Luis Coordes, der bei seinem Debüt direkt den ersten Treffer im VfB-Trikot erzielte. Kapitän Marvin Thiel und Elias Al Sadi erhöhten bereits vor der Pause auf 3:0. Nach dem Seitenwechsel sorgten Ramiz Demir und Fabian Istefo mit jeweils zwei Treffern für den deutlichen Endstand, ehe Anès Hadj den Schlusspunkt setzte.
Der VfB verfolgt einen klaren Plan
Die vergangenen Tage zeigen deutlich, welchen Weg der VfB Lübeck künftig gehen möchte. Mit der Kampagne „Gemeinsam bauen wir die Zukunft“ soll nicht nur ein neuer Slogan etabliert werden. Die Verantwortlichen setzen sichtbar auf Kontinuität, Entwicklung und wirtschaftliche Stabilität. Vertragsverlängerungen junger Spieler, eine zukunftsweisende Vereinsstruktur und ein gelungener Start auf dem Platz ergeben ein Gesamtbild, das bei den Grün-Weißen für vorsichtigen Optimismus sorgen dürfte. Die Richtung an der Lohmühle scheint jedenfalls klar vorgegeben zu sein.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
