Der VfB Lübeck hat das 150. Stadtderby gegen den 1. FC Phönix Lübeck für sich entschieden. Vor 5.214 Zuschauern auf der Lohmühle setzten sich die Grün-Weißen nach Rückstand mit 3:1 durch und revanchierten sich damit zugleich für die klare Niederlage im Hinspiel.
Phönix startet besser – VfB kommt spät zurück
Die Gäste erwischten den besseren Beginn und gingen in der 19. Minute in Führung. Nach einer Hereingabe stand Julian Markvoort richtig und vollendete aus kurzer Distanz zum 0:1.
Der VfB tat sich zunächst schwer, ins Spiel zu finden, steigerte sich aber mit zunehmender Spieldauer. Erste Möglichkeiten durch Dardan Karimani und Yusuf Wardak blieben noch ungenutzt, während VfB-Keeper Phillip Diestel auf der Gegenseite mehrfach sicher zur Stelle war.
Kurz vor der Pause folgte dann der wichtige Ausgleich: Karimani setzte sich nach Vorarbeit von Marvin Thiel durch und traf in der Nachspielzeit der ersten Hälfte zum 1:1 (45.).
VfB dreht die Partie nach der Pause
Nach dem Seitenwechsel übernahm der VfB zunehmend die Kontrolle und belohnte sich in der 56. Minute: Nach einer Ecke von Ali Abu Alfa köpfte Yusuf Wardak zur 2:1-Führung ein. Die Lohmühle war nun endgültig da – und die Grün-Weißen blieben am Drücker.
Phönix kam zwar noch einmal gefährlich vor das Tor, doch der Abschluss von Philippe Markvoort landete lediglich an der Latte (82.). Auf der anderen Seite sorgte der VfB bereits zuvor für die Vorentscheidung: Nach einem Handspiel im Strafraum verwandelte Mikail Polat den fälligen Elfmeter sicher zum 3:1 (75.). In der Schlussphase verteidigte Lübeck konzentriert und brachte den Derbysieg souverän über die Zeit.
Capretti: „Wir haben die Hauptrolle gespielt“
VfB-Trainer Guerino Capretti zeigte sich nach der Partie zufrieden und ordnete den Erfolg emotional ein. Gegenüber dem vereinseigenen Presseverteiler sagte er: „Das 150. Stadtderby – ich habe den Jungs vorher gesagt: Wir dürfen Teil dieser Geschichte werden. 150 Duelle, das ist etwas ganz Besonderes für die Stadt und für beide Vereine.“
Besonders wichtig sei der späte Ausgleich vor der Pause gewesen: „Das 1:1 kurz vor der Pause war natürlich ein ganz wichtiger Moment. Wir haben sehr stabil verteidigt, viele lange Bälle gut geklärt und insgesamt die entscheidenden Zweikämpfe gewonnen.“ Und mit Blick auf die Gesamtleistung stellte er fest: „Ich sehe nicht, dass der Schiedsrichter heute die Hauptrolle gespielt hat – ich finde, wir haben sie gespielt.“
Derbysieg als Statement
Am Ende steht ein verdienter 3:1-Erfolg für den VfB Lübeck, der nicht nur drei Punkte bringt, sondern auch Prestige im Kampf um die Vormachtstellung in der Hansestadt. Nach der deutlichen Niederlage im Hinspiel setzt der VfB damit ein klares Zeichen – sportlich wie emotional.
Artikel und Archivbild: Ole Jacobsen.