Die Holstein-Neuzugänge unter der Lupe: Wer fiel auf – und wer hielt sich noch zurück?

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Die Neuzugänge Taisei Abe (li.) und Hiroki Sekine (am Ball) im direkten Zweikampf

Vier Feldspieler-Neuzugänge standen beim Trainingsauftakt von Holstein Kiel in Gettorf erstmals gemeinsam öffentlich auf dem Platz. Nach nur einer Einheit sind sportliche Urteile natürlich nicht möglich. Trotzdem hinterließen die Neuen bereits unterschiedliche erste Eindrücke – besonders einer wusste dabei auf Anhieb aufzufallen.

Rund 500 Zuschauer verfolgten den Start der Sommervorbereitung auf der Sportanlage des Gettorfer SC. Im Mittelpunkt standen dabei neben Trainer Tim Walter vor allem die neuen Gesichter im Kader. Wer sucht den Ball? Wer übernimmt Verantwortung? Wer braucht vielleicht noch etwas Zeit, um anzukommen?

Sekine sofort präsent

Den auffälligsten Eindruck hinterließ aus NordKick-Sicht Hiroki Sekine. Der japanische Rechtsverteidiger wirkte vom ersten Moment an selbstbewusst, spielfreudig und gut gelaunt. Immer wieder bot sich der 23-Jährige an, war häufig in Ballbesitz und schaltete sich aktiv ins Spiel ein. Gerade für einen Außenverteidiger war seine Präsenz bemerkenswert.

Auch Tim Walter suchte mehrfach das direkte Gespräch mit Sekine. Immer wieder gab der Holstein-Coach taktische Hinweise, insbesondere nach Ballabgaben. Walters Botschaft war eindeutig: Nach dem Pass nicht stehen bleiben, sondern sofort weiterlaufen und sich wieder als Anspielstation anbieten.

Abe noch etwas zurückhaltend

Etwas anders wirkte Taisei Abe. Der japanische Mittelfeldspieler absolvierte seine erste Einheit konzentriert und machte seine Aufgaben ordentlich, hielt sich dabei aber eher im Hintergrund. Natürlich ist das nach wenigen Tagen in einer neuen Mannschaft völlig normal. Auch Abe wurde von Tim Walter immer wieder gecoacht. Wie bei Sekine legte der Trainer großen Wert darauf, dass sein neuer Mittelfeldspieler nach Ballaktionen sofort wieder in Bewegung kommt und aktiv Anschlussaktionen sucht.

Kvilitaias Abschluss stimmt

Der prominenteste Neuzugang ist Giorgi Kvilitia. Der georgische Nationalspieler soll künftig für Tore sorgen. Über weite Strecken der Einheit fiel der Mittelstürmer allerdings weniger durch ständige Ballkontakte oder besondere Aktivität auf. Er wirkte eher ruhig und wartete auf seine Situationen.

Genau dort zeigte sich dann aber seine Qualität. Im Abschlussspiel erzielte Kvilitia gleich drei Treffer und verwertete seine Möglichkeiten konsequent. Ein Torjäger muss nicht permanent im Mittelpunkt stehen – entscheidend ist oft der Moment vor dem Tor.

Tasdelen sammelt erste Eindrücke

Am unauffälligsten präsentierte sich Rückkehrer Tayar Tasdelen. Der 20-Jährige spielte im Abschlussspiel gemeinsam mit Kvilitia in einer Mannschaft, konnte sich dabei aber nur selten in Szene setzen. Vieles wirkte noch zurückhaltend, was angesichts seines Alters und der neuen Situation allerdings kaum überrascht.

Noch ist alles offen

Nach einer einzigen Trainingseinheit wäre jede weitergehende Bewertung verfrüht. Gerade Spieler aus dem Ausland benötigen häufig Zeit, um sich an Sprache, Mitspieler und Spielphilosophie zu gewöhnen. Trotzdem ließ sich bereits erkennen, worauf Tim Walter besonderen Wert legt. Der Holstein-Trainer coachte seine Neuzugänge permanent, korrigierte Laufwege und forderte immer wieder, nach jedem Pass sofort weiter in Bewegung zu bleiben.

Der erste Eindruck? Hiroki Sekine wirkte bereits erstaunlich selbstverständlich im Kieler Spiel, Giorgi Kvilitia zeigte seine Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor, während Taisei Abe und Tayar Tasdelen zunächst noch etwas Anlaufzeit zu benötigen scheinen. Wie viel Aussagekraft dieser erste Eindruck tatsächlich besitzt, werden allerdings erst die kommenden Wochen der Vorbereitung zeigen.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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