Eiskalte Störche schocken Berlin: Therkelsen trifft für Holstein Kiel aus dem Nichts

Du betrachtest gerade Eiskalte Störche schocken Berlin: Therkelsen trifft für Holstein Kiel aus dem Nichts
Timon Weiner und Jonas Therkelsen lassen Holstein Kiel jubeln

Holstein Kiel hat im Berliner Olympiastadion ein Spiel gewonnen, das sie eigentlich nicht gewinnen konnten – und genau das macht diesen Erfolg so besonders. Mit 1:0 setzte sich das Team von Tim Walter bei Hertha BSC durch, obwohl die Gastgeber über weite Strecken die klar bessere Mannschaft waren. Für die Störche ist es nicht nur der dritte Auswärtssieg in Folge und das fünfte ungeschlagene Spiel hintereinander, sondern auch ein historischer:  Erstmals seit 83 Jahren gelang Kiel wieder ein Sieg in Berlin.

Hertha drückt – VAR rettet Kiel gleich doppelt

Von Beginn an entwickelte sich eine einseitige Partie. Hertha übernahm sofort die Kontrolle, erspielte sich Chancen im Minutentakt und setzte Kiel permanent unter Druck. Bereits früh lag der Ball im Netz der Gäste, doch der Treffer wurde nach VAR-Überprüfung wegen Abseits aberkannt. Auch ein später Elfmeterpfiff zugunsten der Berliner wurde zurückgenommen – erneut wegen einer vorausgegangenen Abseitsstellung.

Es schien nur eine Frage der Zeit zu sein, wann Hertha die verdiente Führung erzielen würde. Kiel hingegen fand offensiv kaum statt und kam zur Pause auf einen expected-goals-Wert von 0,0 – ein deutlicher Ausdruck der eigenen Harmlosigkeit.

Weiner überragend – Ivezic rettet auf der Linie

Doch was den Störchen im Angriff fehlte, machten sie mit Einsatz, Disziplin und Leidenschaft wett. Immer wieder war es Torhüter Timon Weiner, der seine Mannschaft mit starken Paraden im Spiel hielt. Der Kieler Schlussmann zeigte eine souveräne Leistung und strahlte auch in hektischen Phasen Ruhe aus.

Und wenn Weiner doch einmal geschlagen war, sprangen seine Vorderleute ein. So etwa in der 61. Minute, als Ivezic in höchster Not auf der Linie klärte und damit die bis dahin überfällige Berliner Führung verhinderte.

Therkelsen sticht – Kiel trifft mit der ersten echten Chance

Dann kam der Moment, der dieses Spiel komplett auf den Kopf stellte. Nach gut einer Stunde schleuderte Rosenboom einen weiten Einwurf in den Strafraum. Harres setzte sich mit dem Rücken zum Tor durch und legte ab auf den eingewechselten Jonas Therkelsen. Der Joker fackelte nicht lange und hämmerte den Ball humorlos und mit sauberer Schusstechnik zur überraschenden Führung ins Netz. Es war die erste echte Gelegenheit der Kieler – und sie saß. Kaltschnäuziger kann man ein Spiel kaum drehen.

Hertha verzweifelt – Kownacki vergibt die größte Chance

Die Berliner reagierten umgehend, erhöhten noch einmal den Druck und schnürten Kiel in der eigenen Hälfte ein. Doch entweder fehlte die letzte Präzision oder die Kieler Defensive war erneut zur Stelle.

In der Schlussphase bot sich dann die größte Möglichkeit zum Ausgleich: Nach einer Hereingabe tauchte Kownacki freistehend vor dem Tor auf, setzte den Kopfball aus kürzester Distanz jedoch am Gehäuse vorbei. Eine Szene, die sinnbildlich für den Berliner Nachmittag stand.

Statistik lügt nicht – und doch gewinnt Kiel

Ein Blick auf die Zahlen unterstreicht die Dominanz der Gastgeber eindrucksvoll. Hertha verbuchte 22 Torschüsse und einen expected-goals-Wert von 1,95, während Kiel lediglich auf vier Abschlüsse und 0,22 xGoals kam. Auch bei Ballbesitz und Passquote lagen die Berliner deutlich vorne. Doch Fußball wird nicht nach Statistiken entschieden – sondern nach Toren. Und genau hier zeigte sich Kiel eiskalt und effizient.

Riesenschritt Richtung Klassenerhalt

Für die Mannschaft von Tim Walter ist dieser Sieg von enormer Bedeutung. Mit dem dritten Auswärtssieg in Folge und nun fünf Spielen ohne Niederlage haben sich die Störche eine hervorragende Ausgangsposition im Kampf um den Klassenerhalt erarbeitet. Vor allem aber sendet dieser Erfolg ein klares Signal: Dieses Team lebt, glaubt an sich – und ist in der Lage, auch solche Spiele für sich zu entscheiden.

Artikel und Archivbild: Ole Jacobsen.

Schreibe einen Kommentar