Der personelle Umbruch beim VfB Lübeck nimmt weiter Fahrt auf. Gleich fünf Neuzugänge präsentierten die Grün-Weißen in kurzer Zeit – und dabei wird eine klare Handschrift der sportlichen Leitung um Hanno Behrens und Romain Brégerie erkennbar. Statt großer Namen setzt der Regionalligist auf eine Mischung aus Regionalliga-Erfahrung, Oberliga-Leistungsträgern und entwicklungsfähigen Talenten.
Der VfB Lübeck baut seinen Kader für die Saison 2026/27 konsequent um. Mit Torhüter Ismaël François Bos, Innenverteidiger Maximilian Schütt, Außenverteidiger Jonas Dittrich sowie den beiden Angreifern Selim Ajkic und Lennard Heiduck wächst das neue Gesicht der Mannschaft weiter.
Erfahrung für die Defensive
Mit Maximilian Schütt kommt ein Spieler an die Lohmühle, der die Regionalliga Nord bestens kennt. Der 24-Jährige absolvierte in der vergangenen Saison 30 Ligaspiele für den Bremer SV und soll mit seiner körperlichen Präsenz und Kopfballstärke mehr Stabilität in die Defensive bringen.
Auch Jonas Dittrich bringt bereits Regionalliga-Erfahrung mit. Der 23-Jährige wechselt vom FSV Zwickau und erhöht durch seine Beidfüßigkeit die Möglichkeiten auf mehreren Defensivpositionen. Sowohl als Außenverteidiger als auch im Mittelfeld kann der frühere Chemnitzer flexibel eingesetzt werden.
Konkurrenzkampf im Tor
Auch zwischen den Pfosten entsteht zusätzlicher Konkurrenzkampf. Mit Ismaël François Bos verpflichtet der VfB einen 24 Jahre alten Torhüter, der in den Nachwuchsleistungszentren von Sparta Rotterdam, NAC Breda und Willem II ausgebildet wurde.
Zuletzt stand der haitianische Nationalspieler beim FC Süderelbe zwischen den Pfosten und blieb in der Hamburger Oberliga sechs Mal ohne Gegentor.
Zwei unterschiedliche Stürmertypen
Besonders spannend wirken die beiden Neuzugänge für die Offensive. Mit Selim Ajkic sichert sich der VfB einen der treffsichersten Angreifer der vergangenen Oberliga-Saison. Der 25-Jährige erzielte beeindruckende 37 Tore für den TSV Sasel und bringt mit seinen 1,95 Metern viel körperliche Präsenz in den Strafraum.
Ganz anders ist das Profil von Lennard Heiduck. Der erst 19-Jährige erzielte für den Niendorfer TSV neun Pflichtspieltore und gilt als entwicklungsfähiger Angreifer, der künftig Schritt für Schritt an das Regionalliga-Niveau herangeführt werden soll.
Klare Strategie erkennbar
Bei allen fünf Verpflichtungen fällt auf, dass der VfB Lübeck konsequent seiner Linie treu bleibt. Gesucht werden keine etablierten Stars, sondern Spieler, die entweder ihre Qualität bereits in der Regionalliga nachgewiesen haben oder sich nach starken Leistungen in der Oberliga auf höherem Niveau beweisen wollen.
Auffällig ist außerdem, dass nahezu alle Neuzugänge ihre Entwicklungsmöglichkeiten und das gemeinsame Projekt an der Lohmühle hervorheben. Gleichzeitig betonen die Sportvorstände Hanno Behrens und Romain Brégerie bei jeder Verpflichtung ähnliche Kriterien: Entwicklungspotenzial, Mentalität, Konkurrenzkampf und Teamfähigkeit.
Mit den fünf Neuzugängen scheint der personelle Umbruch beim VfB Lübeck damit ein weiteres Stück voranzukommen. Ob der Kader bereits komplett ist oder weitere Verstärkungen folgen, dürfte sich in den kommenden Wochen der Vorbereitung zeigen.
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
