„In allerletzter Sekunde zugegriffen“ – MTSV Hohenwestedt schafft Klassenerhalt – Kam der Einspruch rechtzeitig?

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Arend Müller (Trainer von MTSV Hohenwestedt) gibt Einblick in seine Gefühlswelt der letzten Tage

Was für ein Drama im Tabellenkeller der Oberliga Schleswig-Holstein: Der MTSV Hohenwestedt war eigentlich bereits abgestiegen, wurde durch ein Urteil des Sportgerichts plötzlich wieder zurück ins Rennen gebracht – und schaffte nun am letzten Spieltag tatsächlich noch den Klassenerhalt. Mit einem verdienten 3:0-Auswärtssieg beim direkten Konkurrenten Eutin 08 sicherte sich die Mannschaft von Trainer Arend Müller doch noch den Ligaverbleib. Für Eutin hingegen geht es nach der Niederlage runter in die Landesliga. „Das war in den letzten Wochen eine absolute Achterbahn der Gefühle“, sagte Müller gegenüber NordKick. „Als Spieler habe ich so etwas noch nie erlebt.“

Vom eigentlich sicheren Abstieg zum Happy End

Die Ausgangslage vor dem finalen Spieltag war brisant: Eutin hätte bereits ein Unentschieden gereicht, Hohenwestedt musste zwingend gewinnen. Doch davon war auf dem Platz wenig zu spüren. Der MTSV trat mutig auf, war über weite Strecken die bessere Mannschaft und belohnte sich durch Treffer von Fabian Engbrecht (63., 90.) sowie Tim Sienknecht (81.) mit dem umjubelten Auswärtssieg. „Über die 90 Minuten hinweg waren wir ganz klar die bessere Mannschaft“, erklärte Müller. „Wir haben gezeigt, dass wir in diese Oberliga gehören.“ Besonders stolz zeigte sich der Trainer auf die Mentalität seines Teams. „Meine Jungs geben nie auf. Bis wirklich alles vorbei ist, wird gekämpft. Das spricht absolut für den Charakter dieser Mannschaft.“

Sportgerichtsurteil brachte plötzlich wieder Hoffnung

Dass Hohenwestedt überhaupt noch eine Chance auf den Klassenerhalt bekam, lag an einem Sportgerichtsurteil, das die Situation im Tabellenkeller kurz vor Saisonende noch einmal komplett veränderte. Dadurch entstand zusätzliche Brisanz – auch rund um das direkte Duell mit Eutin. Laut Müller habe es vor dem Spiel noch einmal ordentlich Feuer gegeben. „Eutin hat kurz vor dem Spiel auf Social Media behauptet, wir hätten den Einspruch erst Tage später eingelegt. Das stimmt aber überhaupt nicht“, stellte Müller klar. „Solche Einsprüche müssen direkt nach Spielende erfolgen.“ Seine Mannschaft habe sich davon jedoch nicht aus der Ruhe bringen lassen. „Die Jungs haben das wirklich stark weggesteckt.“

Große Erleichterung beim MTSV

Nach dem Schlusspfiff brachen bei Hohenwestedt alle Dämme. Viele Fans waren mit nach Eutin gereist und unterstützten ihr Team lautstark. „Das freut mich persönlich besonders“, sagte Müller. „Es waren unglaublich viele Zuschauer von uns da.“ Während die Spieler inzwischen den Klassenerhalt feiern, laufen im Hintergrund bereits die Planungen für die kommende Saison. „Wir haben parallel schon für beide Ligen geplant“, verriet Müller. „Jetzt müssen wir erstmal alles sacken lassen, runterkommen – und dann greifen wir wieder an.“

Trotz aller Freude verlor der Hohenwestedter Coach auch den Gegner nicht aus dem Blick. „Mir tut es für Eutin natürlich leid, dass es so gekommen ist. Aber wir haben nichts falsch gemacht.“ Am Ende zählt für den MTSV jedoch vor allem eines: Das große Happy End einer Saison, die wohl niemand in Hohenwestedt jemals vergessen wird.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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