„Jetzt nochmal richtig Gras fressen“: Hohenwestedt geht mit voller Wucht in den Abstiegskampf

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Trainer Arend Müller und der MTSV Hohenwestedt gehen mit voller Wucht in den Abstiegskampf

Beim MTSV Hohenwestedt hat sich die Ausgangslage im Oberliga-Abstiegskampf plötzlich verändert. Wochenlang stand die Mannschaft von Trainer Arend Müller über dem Strich, doch nach dem vergangenen Spieltag rutschte der MTSV auf einen Abstiegsplatz ab.

Während Hohenwestedt dem Spitzenklub FC Kilia Kiel mit 1:3 unterlag, feierte Konkurrent Eutin 08 einen knappen 3:2-Heimsieg gegen die U23 des 1. FC Phönix Lübeck – und zog dadurch vorbei. Für Arend Müller kam die neue Tabellenkonstellation allerdings keineswegs überraschend. „Wenn man selber keine Punkte holt, dann ist doch klar, dass sich die Situation verändern kann“, sagt der Trainer im Gespräch mit NordKick. „Das ist ganz normal.“

„Kilia wird auch nächstes Jahr wieder oben mitspielen“

Große Vorwürfe macht Müller seiner Mannschaft nach der Niederlage gegen Kilia ohnehin nicht. Zu stark präsentierte sich das Top-Team von Nicola Soranno. „Kiel hat das wirklich richtig gut gemacht“, erklärt Müller. „Wir haben versucht gegenzuhalten, bis zur Halbzeit stand es 1:0, dann machen wir sogar noch den Ausgleich. Aber Kilia ist spielerisch einfach eine ganz andere Nummer.“

Dass parallel Eutin gegen eine personell geschwächte Phönix-Reserve gewinnen würde, hatte Müller durchaus erwartet. „Das war für mich keine Überraschung“, sagt er ehrlich. „Phönix war mit einem relativ schmalen Kader unterwegs, weil die erste Mannschaft parallel gespielt hat.“

„Lieber jetzt unter dem Strich als am letzten Spieltag“

Trotz der verschlechterten Ausgangslage herrscht beim MTSV keine Panik. Im Gegenteil: Müller und seine Mannschaft wirken erstaunlich entschlossen. „Jetzt haben wir es in den letzten beiden Spielen selbst in der Hand“, betont der Trainer. „Und ich bin ehrlich: Lieber jetzt unter dem Strich als erst am letzten Spieltag.“

Vor allem die mentale Verfassung seiner Mannschaft stimmt ihn optimistisch. Von Angst oder Resignation sei innerhalb des Teams nichts zu spüren. „Die Jungs haben richtig Bock“, sagt Müller. „Da läuft keiner mit hängendem Kopf herum. Im Gegenteil: Brust raus, Kopf hoch.“

Derby unter Hochspannung

Am kommenden Wochenende wartet nun ein Derby – und gleichzeitig vielleicht schon das erste Endspiel im Kampf um den Klassenerhalt. Gegner ist der PSV Neumünster. Für Müller sind genau solche Spiele der Grund, warum man Fußball liebt. „Derbys sind immer geil“, sagt er mit hörbarer Vorfreude. „Das sind doch genau die Spiele, auf die man sich freut.“

Dabei weiß der Coach natürlich auch, dass seine Mannschaft dringend punkten muss. Trotzdem will sich der MTSV nicht zu sehr mit anderen Teams oder möglichen Schützenhilfen beschäftigen. „Wir werden nicht auf andere hoffen“, stellt Müller klar. „Wenn man sich auf andere verlässt, ist man oft verlassen.“

Das mögliche Finale in Eutin schwebt bereits über allem

Trotzdem liegt natürlich bereits ein mögliches Endspiel am letzten Spieltag in der Luft: Hohenwestedt bei Eutin. Direkter geht Abstiegskampf kaum. Doch Müller will den Fokus zunächst komplett auf das Derby richten. „Wir wollen gegen den PSV den nächsten Schritt machen und uns dann das Finale in Eutin erarbeiten.“

Dass seine Mannschaft dabei noch einmal alle Kräfte mobilisieren wird, daran lässt der Trainer keinen Zweifel. „Jetzt nochmal zwei Wochen richtig Gras fressen“, fordert Müller. „Wir haben jetzt zwei Gegner vor uns, gegen die wir punkten müssen – und auch können.“

Der Abstiegskampf in der Oberliga geht damit in seine heiße Phase. Und beim MTSV Hohenwestedt ist eines deutlich zu spüren: Angst vor dem Druck hat dort aktuell niemand.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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