Der FC Kilia Kiel ist beim LOTTO Masters 2027 dabei. Nach dem 4:2 gegen den TSV Nordmark Satrup ist dem Oberligisten die Qualifikation für das Hallenspektakel in der Kieler Ostseehalle nicht mehr zu nehmen. Trainer Nicola Soranno freut sich über das erste erreichte Ziel – sieht bei seiner jungen Mannschaft aber weiterhin reichlich Luft nach oben.
29 Punkte aus 13 Spielen, Tabellenplatz zwei und zuletzt drei Oberliga-Siege in Folge: Beim FC Kilia Kiel läuft es. Durch das 4:2 gegen den TSV Nordmark Satrup steht zudem fest, dass die Kieler beim LOTTO Masters 2027 dabei sein werden. Sieben Punkte beträgt der Vorsprung auf den fünftplatzierten TuS Rotenhof – bei nur noch zwei ausstehenden Partien bis zum Stichtag am 15. Spieltag. „Der Sieg gegen Satrup hat uns das Ticket gesichert. Wir freuen uns darüber extrem“, sagt Kilia-Trainer Nicola Soranno.
Soranno widerspricht der These vom holprigen Start
Dass seine Mannschaft nach anfänglichen Schwierigkeiten erst allmählich ins Rollen gekommen sei, sieht Soranno allerdings anders. „Ich würde nicht sagen, dass am Anfang der Motor gestottert hat.“ Gerade beim Unentschieden gegen den VfR Neumünster habe Kilia das Spiel nach Einschätzung des Trainers dominiert, aber seine Möglichkeiten nicht genutzt. Genau dort erkennt Soranno auch weiterhin Verbesserungspotenzial.„Uns fehlt im letzten Drittel noch ein bisschen die Effektivität. Da zeigen wir noch nicht das, was wir grundsätzlich leisten können.“
Einen großen taktischen Kniff für die inzwischen gute Punktausbeute habe es nicht gegeben. „Ich persönlich habe da keine Stellschrauben an sich gedreht. Wir haben im Training einfach weitergearbeitet.“ Die hohe Qualität und Intensität im Training sowie der breite Kader sorgten dafür, dass sich gerade die vielen jungen Spieler kontinuierlich weiterentwickelten. Gearbeitet wurde unter anderem am Umschaltverhalten nach Ballverlust – wobei Soranno auch dort noch Schwankungen sieht.
Das 1:4 in Heide schmerzt noch immer
Zwei Niederlagen stehen bislang in Kilias Oberliga-Bilanz. Das Spiel beim TSB Flensburg bezeichnet Soranno rückblickend als „sehr, sehr schlechtes Spiel“. Besonders ärgerlich war für ihn allerdings das 1:4 beim Heider SV. „Heide hat zu dem Zeitpunkt überhaupt nicht reingepasst, weil wir in den Spielen davor gute Leistungen gebracht und auch gut verteidigt hatten.“ Mit Ball habe Kilia auch in Heide ein gutes Spiel gemacht, seine Chancen allerdings nicht verwertet. Das eigentliche Problem lag für Soranno woanders: „Vor allem gegen den Ball hatten wir ein schlechtes Umschaltspiel und haben sehr, sehr einfache Tore bekommen.“
Dass Kilia ohne diese Niederlage nun punktgleich mit Spitzenreiter Holstein Kiel II wäre, beschäftigt den Trainer hingegen wenig. „Klar wäre das eine gute Sache. Aber du kannst genauso sagen: Hätten wir gegen Rotenhof und Neumünster nicht unentschieden gespielt, sondern gewonnen, wären wir sogar einen Punkt vor Holstein. Das ist alles so, wie man es dreht und wendet.“
Masters wurde erst im Saisonverlauf zum Ziel
Nach dem großen personellen Umbruch wusste Soranno vor Saisonbeginn selbst nicht genau, wo seine Mannschaft stehen würde. Im Zentrum sei vieles neu, auch offensiv habe sich einiges verändert. „Im Großen und Ganzen sind wir sehr zufrieden mit dem Verlauf. Nach dem Umbruch, den wir hatten, war das so auch nicht unbedingt zu erwarten.“
Erst als sich im Laufe der Hinrunde zeigte, dass Kilia tatsächlich zur Spitzengruppe gehört, wurde auch die Masters-Qualifikation zum konkreten Ziel. Dieses Ziel ist nun erreicht.
Zeit zum Zurücklehnen gibt es für den Tabellenzweiten trotzdem nicht. Am Sonnabend wartet mit dem SC Rapid Lübeck der nächste Oberliga-Gegner. Soranno: „Wir wollen wieder ein gutes Spiel auf den Platz bringen und schauen dann, was dabei herauskommt.“
Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

