Otto-Doppelpack entscheidet das Duell: Wiker SV verschärft die Flintbeker Ergebnis-Krise

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Lauftkampf zwischen dem Wiker Torben Blechenberg und TSV-Torwart Tjark Klarmann

Verbandsliga Ost: Der Wiker SV setzt seinen Aufwärtstrend fort und nimmt drei Punkte aus Flintbek mit. Auf dem engen Kunstrasen entwickelt sich zunächst eine offene Partie mit Chancen auf beiden Seiten. Nach der Pause setzt sich jedoch die spielerische Linie der Gäste durch. Nico Otto trifft doppelt und führt den WSV zum verdienten Auswärtssieg.

Bei regnerischem Kieler Herbstwetter wurde die Partie auf dem kleinen Flintbeker Kunstrasen ausgetragen – eigentlich beste Voraussetzungen für ein intensives, körperliches Verbandsligaduell. Die Anfangsphase verlief ausgeglichen. Mit zunehmender Spielzeit zeigte sich jedoch, dass beide Mannschaften unterschiedliche Wege suchten. Der Wiker SV versuchte viel spielerisch zu lösen, störte den Flintbeker Aufbau früh und suchte nach Ballgewinnen schnell den Weg nach vorne. Der TSV setzte häufiger auf lange Bälle und Standards.

Die Chancen gab es zunächst auf beiden Seiten. Andre Wittern tauchte für die Gäste gefährlich vor dem Flintbeker Tor auf, brachte den Ball aber nicht an Tjark Klarmann vorbei. Auf der anderen Seite kam Toke Koerner nach einem langen Einwurf aus kurzer Distanz zum Abschluss, traf den Ball jedoch nicht richtig. In der 26. Minute hatte Corvin Rehder nach einer Ecke die nächste gute Flintbeker Gelegenheit, setzte seinen freien Kopfball am zweiten Pfosten aber neben das Tor.

Theel bestraft Flintbeker Fehler

In der 28. Minute schlug der Wiker SV zu. Flintbek geriet im eigenen Aufbau unter Druck und spielte den Ball folgenschwer in die Füße des Gegners. Alexander Theel nutzte den Fehler und schob zum 0:1 ein. WSV-Trainer Stefan Röschmann sah darin auch das Ergebnis einer taktischen Anpassung. Seine Mannschaft habe in der ersten Viertelstunde noch Probleme mit dem Zugriff gehabt und daraufhin zwei Positionen verändert. „Ab circa 20 Minuten waren wir defensiv besser drauf und standen deutlich effektiver“, erklärte Röschmann. Beim Führungstreffer habe sein Team anschließend genau den gewünschten Druck erzeugt: „Da haben wir den Fehler so ein bisschen provoziert, was genau richtig war in dem Moment.“ Mordhorst ärgerte sich über den Ballverlust, stellte sich aber ausdrücklich vor seinen Spieler: „Der Fehler, der zum 0:1 führte, war äußerst bitter, äußerst ärgerlich. Aber am Ende ist der Junge, dem der Fehler unterlaufen ist, 18 Jahre alt. Der lernt daraus – und von daher kein Vorwurf an ihn.“

Flintbek hätte dennoch mit einem anderen Ergebnis in die Pause gehen können. Kurz vor dem Seitenwechsel kam Nils Tietgen aus kurzer Distanz zum Abschluss, setzte den Ball aber über das Tor. So blieb es beim 0:1 – und der TSV musste vor allem seinen vergebenen Möglichkeiten nachtrauern. Auch Stephan Mordhorst sah darin den entscheidenden Punkt. „Wir investieren viel ins Spiel. Wir wollen schnell den Ball wieder gewinnen, laufen relativ hoch an – und scheitern dann kläglich vor dem Tor.“ Der TSV-Coach fand deutliche Worte: „Wir hätten eigentlich 1:0 oder 2:0 führen können.“

Otto schlägt doppelt zu

Nach der Pause wurde der Unterschied deutlicher. Wik wirkte technisch sauberer und fand zunehmend spielerische Lösungen, während Flintbek zu selten in jene Zweikämpfe kam, über die die Gastgeber auf dem engen Platz eigentlich Zugriff bekommen wollten. In der 53. Minute folgte das 0:2. Wittern brachte den Ball von rechts in die Mitte, wo Nico Otto nicht lange fackelte und die Hereingabe volley im Tor unterbrachte.

Flintbek gab sich nicht geschlagen. Koerner versuchte es wenig später aus spitzem Winkel, verfehlte jedoch das Tor. Die endgültige Entscheidung fiel in der 72. Minute. Wieder kombinierte sich der Wiker SV über die rechte Seite durch, legte anschließend ins Zentrum – und wieder war Nico Otto zur Stelle. Der Angreifer schob überlegt ins lange Eck und schnürte seinen Doppelpack zum 0:3. „Nico Otto macht seine zwei Tore wieder“, freute sich Röschmann, der den Erfolg spätestens aufgrund der zweiten Hälfte auch in dieser Höhe für verdient hielt.

Tietgen gelingt nur noch Ergebniskosmetik

Flintbek gelang zumindest noch der Ehrentreffer. Nils Tietgen verkürzte in der 87. Minute auf 1:3. Mehr war für die Gastgeber nicht mehr drin. Für den TSV war es ein bitterer Nachmittag, weil durchaus Möglichkeiten vorhanden waren – insbesondere vor der Pause. Das Thema Chancenverwertung begleitet die Mannschaft von Trainer Stephan Mordhorst allerdings nicht erst seit diesem Spiel.

Der Wiker SV nahm dagegen verdient drei Punkte mit und bleibt damit auf Kurs. Nach acht Partien steht die Mannschaft mit 14 Punkten und 17:13 Toren auf Rang sieben. Der Abstand zum zweitplatzierten Kieler MTV beträgt sechs Punkte, Wik hat allerdings ein Spiel weniger absolviert. Flintbek steckt dagegen zunächst im Tabellenkeller fest. Nach neun Spielen stehen sechs Punkte und 19:29 Tore zu Buche, damit belegt der TSV Rang 13.

Röschmann möchte den Blick trotz der Möglichkeit, wieder Richtung Spitzengruppe zu schielen, zunächst bewusst klein halten. „Ich möchte, dass wir ganz einfach von Spiel zu Spiel gucken, wo wir landen, was wir machen, dass wir uns stetig immer weiterentwickeln.“ Für den WSV geht es am kommenden Samstag zu Hause gegen den Suchsdorfer SV weiter. Dann soll der nächste Schritt folgen.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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