Die Hoffnung auf den Einzug in die erste Hauptrunde des DFB-Pokals war groß, doch für die Holstein Women ist der Wettbewerb bereits beendet. Gegen den ebenfalls in der Regionalliga spielenden 1. FC Magdeburg unterlagen die Kielerinnen im heimischen CITTI FUSSBALL PARK mit 0:3. Trainer Stefan Fischer sah trotz des deutlichen Ergebnisses genügend Positives für die anstehende Saison.
Frühes Holstein-Tor zählt nicht
Die Ausgangslage hatte durchaus Hoffnung gemacht. Kein übermächtiger Gegner aus einer höheren Spielklasse wartete in der Play-off-Runde, sondern mit dem 1. FC Magdeburg ein weiterer Regionalligist. Doch aus der erhofften ersten Hauptrunde wurde nichts.
Dabei hätte die Partie früh eine andere Richtung nehmen können. Bereits nach fünf Minuten jubelte Holstein nach einem Treffer von Janine Minta – allerdings nur kurz. Das Tor wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt. Stattdessen schlug Magdeburg durch Akane Miyoshi zum 0:1 zu (10.).
Holstein blieb im Spiel, verpasste jedoch seine Möglichkeiten. Die Gäste zeigten sich dagegen konsequent und erhöhten noch vor der Pause auf 2:0 (36.). Spätestens mit dem 0:3 durch Neele Abraham nach einem Konter in der 69. Minute war die Entscheidung gefallen. Ronja Jürgensens später Pfostentreffer passte zu einem Nachmittag, an dem Kiel vor dem gegnerischen Tor das nötige Glück und vor allem die Konsequenz fehlten.
Fischer vermisst den „letzten Punch“
„Wir haben ein gutes Spiel gemacht, waren aber vor dem Tor insgesamt zu ungefährlich. Uns hat der letzte Punch gefehlt“, bilanzierte Trainer Stefan Fischer. Bis zum Strafraum habe seine Mannschaft vieles „fußballerisch stark gelöst“. Das deutliche Ergebnis änderte deshalb wenig an Fischers grundsätzlicher Einschätzung seiner Mannschaft: „Insgesamt bin ich nach diesem Auftritt zuversichtlich, was die Saison angeht.“ Dennoch lieferte das Pokal-Aus dem Trainer konkrete Ansatzpunkte. Torabschlüsse und die Defensivarbeit sollen in den kommenden Wochen noch einmal verstärkt in den Fokus rücken.
Naward: „Niederlage zu hoch ausgefallen“
Auch die neue Kapitänin Lela Naward empfand das 0:3 als zu deutlich. „Der Gegner hat seine Chancen eiskalt genutzt, das ist uns nicht gelungen“, sagte die Torhüterin. Insbesondere der aberkannte frühe Führungstreffer hätte der Partie aus Kieler Sicht möglicherweise eine andere Richtung geben können. „Dass uns der erste Treffer nicht gegeben wird, ist natürlich unglücklich, aber das müssen wir hinnehmen“, erklärte Naward und ergänzte: „Insgesamt ist diese Niederlage aber zu hoch ausgefallen, weil wir das gesamte Spiel auf Augenhöhe mitgespielt haben.“
Minta fordert mehr Konsequenz
Ähnlich ordnete Janine Minta die Niederlage ein. Die Flügelstürmerin verwies auf den guten Kieler Beginn, sah aber auch klare Ansatzpunkte: „Da müssen wir in den Zweikämpfen konsequenter sein und unsere Chancen vorne besser nutzen.“ Damit ist der Traum vom DFB-Pokal bereits vor der ersten Hauptrunde beendet. Für die Holstein Women gilt es nun, die Enttäuschung schnell abzuschütteln und den Blick auf die Regionalliga zu richten.
Das Pokal-Aus schmerzt – die Aussagen der Kielerinnen machen allerdings deutlich, dass das 0:3 die Zuversicht für die neue Saison nicht zerstört hat.
Artikel: Ole Jacobsen, Bild: nickhanke_creativework, hfr.
