„Unsere Chancenverwertung ist eine Katastrophe“ – Usadel glaubt trotz Platz 15 an die Wende

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TSV Friedrichsberg-Busdorf im abstiegskampf: Trainer Dennis Usadel gibt die Richtung vor

Der TSV Friedrichsberg-Busdorf steckt nach der Hinrunde tief im Tabellenkeller der Landesliga Schleswig. Doch Trainer Dennis Usadel sieht seine Mannschaft längst nicht so schlecht, wie es der vorletzte Tabellenplatz vermuten lässt. Viele Spiele gingen denkbar knapp verloren, die Leistungen machen ihm Mut – und auch der Verein setzt ein deutliches Zeichen: Usadels Vertrag wurde bereits für die kommende Saison verlängert.

Es hätte die Wende sein können. Als Dennis Usadel vor einigen Wochen bei NordKick in der Talkshow zu Gast war, sprach der Trainer des TSV Friedrichsberg-Busdorf offen über den schwierigen Saisonstart und kündigte Veränderungen und taktische Anpassungen an. Die Wirkung ließ zunächst nicht lange auf sich warten. Friedrichsberg schlug den Heikendorfer SV mit 2:1 und ließ beim TSV Rantrum ein deutliches 5:0 folgen. „Da dachte ich: Jetzt sind wir irgendwo über den Berg“, erinnert sich Usadel.

Doch der erhoffte Befreiungsschlag erwies sich zunächst nur als Zwischenhoch. Es folgte ein 1:5 bei Inter Türkspor Kiel – wobei Usadel auch dort die Leistung seiner Mannschaft deutlich besser als das Ergebnis einschätzte. Danach wurde es besonders bitter: 3:4 gegen den TSV Heiligenstedten, 2:3 beim Husumer SV und zuletzt 1:2 gegen Weiche Flensburg 08 II. Drei Spiele, drei Niederlagen – dreimal fehlte genau ein Tor.

Usadel: „Es fehlen diese zwei, drei Prozent“

Für den Trainer ist das längst kein Zufall mehr. Bei seiner Analyse der bisherigen Saison stößt Usadel immer wieder auf dasselbe Problem. „Das zieht sich, glaube ich, seit dem ersten Spieltag. Unsere Chancenverwertung ist eine Katastrophe“, sagt der Friedrichsberger Coach deutlich. Dabei komme seine Mannschaft häufig sogar hervorragend in die Partien.

Nach Usadels eigener Auswertung ging Friedrichsberg in sieben Spielen bereits innerhalb der ersten Viertelstunde mit 1:0 in Führung. Zu selten gelang es anschließend jedoch, den Gegner mit einem zweiten Treffer entscheidend unter Druck zu setzen. „Wenn du 1:0 führst und so geil startest, dann musst du einfach mal das 2:0 nachlegen“, fordert Usadel. „Dann hast du einen Gegner fast schon da, wo du ihn hinhaben willst.“ Genau dort sieht der Trainer derzeit den Unterschied zwischen guten Auftritten und den dringend benötigten Punkten. „Das sind diese zwei, drei Prozent, die uns einfach noch fehlen, so ein Ding auch mal zu machen.“

Platz 15 – aber selten chancenlos

Die Tabelle kennt allerdings keine vergebenen Großchancen. Nach 15 Spielen stehen 13 Punkte zu Buche, Friedrichsberg überwintert derzeit auf Rang 15 und damit auf einem Abstiegsplatz. Nur der TSV Kropp steht noch hinter dem TSV. Dass ihn das ärgert, daraus macht Usadel keinen Hehl. „Klar ärgert mich das persönlich. Man investiert viel Zeit und versucht gerade in einem neuen Verein, seine Ideen durchzubringen. Und man sieht in der Truppe einfach: Da ist viel mehr Potenzial drin.“

Seine Zuversicht begründet Usadel vor allem mit den Leistungen. Nur beim 0:3 in Nortorf habe seine Mannschaft aus seiner Sicht tatsächlich keine Chance gehabt. In zahlreichen anderen Begegnungen sei Friedrichsberg mindestens auf Augenhöhe gewesen. Besonders bitter war die Niederlage in Husum: Bis tief in die Schlussphase lag der TSV mit 2:1 vorne – und verlor noch mit 2:3. „Das ist dann halt Fußball, aber es ist super bitter“, sagt Usadel. Resignation ist für den erfahrenen Trainer dennoch keine Option: „Nach Regen kommt auch wieder die Sonne. Es kann nicht so weitergehen.“

Verein setzt bewusst auf Kontinuität

Bemerkenswert ist deshalb auch das Signal der Verantwortlichen. Trotz des vorletzten Tabellenplatzes wurde die Zusammenarbeit mit Usadel bereits über die laufende Saison hinaus verlängert. Damit setzt Friedrichsberg in einer sportlich schwierigen Phase auf Kontinuität statt Aktionismus – und gibt dem Trainer die Möglichkeit, die Entwicklung einer Mannschaft fortzusetzen, in der zahlreiche junge Spieler erstmals Erfahrungen auf Landesliga-Niveau sammeln.

Usadel selbst will gerade deshalb nicht anfangen, seine Spieler nach den Rückschlägen zusätzlich unter Druck zu setzen. „Es bringt nichts, auf Fehlern herumzuhacken. Das, was gewesen ist, können wir nicht mehr ändern. Das, was jetzt kommt, können wir ändern und besser machen.“ Die Stimmung hochhalten, den jungen Spielern Mut geben und weiter intensiv arbeiten – das sind für ihn momentan die entscheidenden Stellschrauben. Teilweise trainiert Friedrichsberg dreimal in der Woche. Die Bereitschaft seiner Mannschaft stellt Usadel nicht infrage.

Kommt im Winter ein Knipser?

Ganz ohne personelle Überlegungen geht Friedrichsberg allerdings nicht in die kommenden Wochen. Der Verein beobachtet den Markt, auch wenn Usadel weiß, wie schwierig Wintertransfers im Amateurfußball sein können. Was seiner Mannschaft helfen könnte, formuliert er ziemlich unverblümt: „Du brauchst halt auch mal einen Knipser, der weiß, wo die Hütte steht, der die Dinger macht.“ Ob ein solcher Spieler im Winter tatsächlich verfügbar und für Friedrichsberg zu bekommen ist, steht auf einem anderen Blatt. Usadel betont gleichzeitig, dass er seinem derzeitigen Kader vertraut und von einer weiteren Entwicklung nach einer kompletten Wintervorbereitung ausgeht.

Vorher bleiben allerdings noch einige Gelegenheiten, das Punktekonto aufzubessern. Mit Dörpum, Kropp, Klausdorf und Rot-Schwarz Kiel warten im November noch vier Aufgaben, ehe Anfang Dezember Eider­tal Molfsee den Jahresabschluss bildet. Usadel würde gerne noch vor der Winterpause ein kleines Polster schaffen. Sechs oder sieben zusätzliche Punkte bezeichnet er als wünschenswert.

Denn so knapp die vergangenen Wochen auch waren: Irgendwann müssen aus ordentlichen Leistungen wieder Ergebnisse werden. Dass seine Mannschaft dazu in der Lage ist, daran lässt Usadel keinen Zweifel. „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir schnellstmöglich wieder die andere Richtung einschlagen und erfolgreich Fußball spielen werden.“

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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