Vom Abstiegskampf ins Masters-Rennen – Rotenhof bleibt trotzdem auf dem Boden

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Henning Knuth lässt den Rechenschieber in der Schublade

In der vergangenen Saison kämpfte der TuS Rotenhof noch gegen den Abstieg, nun steht die Mannschaft von Trainer Henning Knuth nach 13 Spieltagen auf Rang fünf der Oberliga Schleswig-Holstein. Selbst die Teilnahme am LOTTO Masters ist plötzlich möglich. Knuth will davon allerdings wenig wissen – für ihn zählt weiterhin vor allem ein Ziel.

22 Punkte, Tabellenplatz fünf und damit nur einen Zähler hinter dem TSB Flensburg: Der TuS Rotenhof gehört zu den positiven Überraschungen dieser Oberliga-Saison. Dass es nach dem Abstiegskampf der vergangenen Spielzeit derart gut laufen würde, hatte selbst Trainer Henning Knuth nicht erwartet. „Wir spielen bisher eine ordentliche Serie“, sagt Knuth, tritt aber unmittelbar auf die Euphoriebremse: „Für ein Zwischenfazit ist es mir noch zu früh.“

Der Trainer verweist auf die vielen engen Begegnungen in der Oberliga. Spiele könnten häufig in beide Richtungen kippen. Damit sie möglichst häufig zugunsten des TuS ausgehen, hat Knuth eine klare Vorstellung. „Wir müssen vor allem gegen den Ball intensiv, aggressiv und fleißig sein.“ Wenn seine Mannschaft diese Tugenden auf den Platz bringe und alles investiere, erhöhe sie die Wahrscheinlichkeit, Spiele auf ihre Seite zu ziehen.

Ein Torwarttor für die Erinnerung

Ein Spiel aus der bisherigen Saison dürfte allerdings unabhängig vom weiteren Verlauf lange in Erinnerung bleiben. Beim Eckernförder SV gewann Rotenhof mit 4:1 – obwohl der TuS ab der 40. Minute in Unterzahl spielen musste. Für die außergewöhnliche Pointe sorgte Torhüter Tobi Quincke mit einem eigenen Treffer. „Das wird natürlich allen in Erinnerung bleiben“, sagt Knuth. Als endgültiges Saisonhighlight möchte er die Partie trotzdem noch nicht verbuchen. „Ich hoffe, dass das Highlight-Spiel noch vor uns liegt, weil ich nach wie vor in vielen Bereichen Steigerungspotenzial sehe.“

Entwicklung beginnt für Knuth im Training

Dass Rotenhof nach 13 Spieltagen so weit oben steht, überrascht den Trainer zwar. Dass seine Mannschaft grundsätzlich dazu in der Lage ist, sich weiterzuentwickeln, dagegen nicht. „Ich weiß, dass wir hier alle viel investieren und sehe die Fähigkeiten der Spieler im Training.“ Genau dort sieht Knuth einen wesentlichen Schlüssel für den bisherigen Fortschritt. „Eine hohe Intensität unter der Woche bleibt die Grundvoraussetzung für eine Entwicklung der Spieler. Daran glaube ich ganz fest.“ Seine Überzeugung: Werden die Spieler im Training individuell und als Mannschaft besser, müsse sich diese Entwicklung langfristig auch auf dem Platz bemerkbar machen.

Masters? Knuth holt den Rechenschieber gar nicht erst raus

Und damit zum Thema, das angesichts der Tabelle kaum noch zu vermeiden ist. Der TuS Rotenhof befindet sich tatsächlich im Rennen um die Qualifikation für das LOTTO Masters. Einen Punkt liegt Rotenhof derzeit hinter dem viertplatzierten TSB Flensburg. Den von NordKick angebotenen Rechenschieber für die Masters-Konstellation lässt Knuth allerdings demonstrativ in der Schublade. „Wir haben ausreichend andere Themen, die wir direkt beeinflussen können und die zeitintensiv genug sind.“

Und dann formuliert er das Ziel, an dem sich trotz des starken Saisonstarts nichts geändert hat: „Hauptziel ist und bleibt der Klassenerhalt.“ Die Energie solle Rotenhof genau dafür aufbringen. Was am Ende darüber hinaus möglich ist, wird sich zeigen. Ohnehin interessiert Knuth momentan etwas ganz anderes als mögliche Masters-Konstellationen: Am Sonnabend wartet die Kaltenkirchener TS. „Hauptaufgabe für diese Woche ist die Vorbereitung auf das Spiel gegen Kaltenkirchen.“

Ausgerechnet dort treffen damit zwei völlig unterschiedliche Serien aufeinander: Rotenhof spielt nach dem Abstiegskampf der Vorsaison plötzlich um die oberen Plätze – die KTS wartet nach sechs Niederlagen in Folge auf die Trendwende.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.

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