Der 1. FC Phönix Lübeck hat für eine echte Überraschung gesorgt und sich mit sofortiger Wirkung von Cheftrainer Christiano Adigo getrennt. Das gab der Regionalligist am heutigen Tag offiziell bekannt. Neben Adigo muss auch Co-Trainer Simon Gottschling seinen Posten räumen. Er bleibt dem Verein jedoch erhalten und wird künftig als Scout tätig sein.
Die sportliche Verantwortung übernimmt vorerst eine interne Lösung: Sportdirektor Frank Salomon wird gemeinsam mit U23-Cheftrainer Kevin Wölk das Regionalliga-Team interimsweise betreuen.
Trotz Verlängerung im Winter: Verein zieht Konsequenzen
Die Entscheidung kommt durchaus überraschend. Erst kurz vor dem Jahreswechsel hatte Phönix den Vertrag mit Adigo vorzeitig verlängert – ein klares Zeichen des Vertrauens. Doch die Entwicklung der vergangenen Monate ließ die Verantwortlichen offenbar umdenken. Die letzten vier Ligaspiele inklusive dem Derby gegen den VfB wurden alle samt verloren.
„Leider konnte sich unser Team nach einer guten Hinrunde in den vergangenen sechs Monaten nicht wie erhofft weiterentwickeln. Eine deutliche Verunsicherung der Mannschaft war spürbar“, erklärte Sportdirektor Frank Salomon. Gerade mit Blick auf das anstehende Landespokalfinale sowie die Planung der kommenden Saison habe man sich nach intensiver Abwägung zu diesem Schritt entschieden, um „neue Impulse zu setzen“.
Erfolgreiche Ära endet nach knapp drei Jahren
Mit der Trennung endet eine prägende und erfolgreiche Zeit: In insgesamt 109 Pflichtspielen stand Christiano Adigo an der Seitenlinie der Lübecker und führte den Verein in eine der erfolgreichsten Phasen der jüngeren Geschichte. Unter seiner Leitung etablierte sich Phönix Lübeck in der Spitzengruppe der Regionalliga Nord und sorgte auch überregional für Aufmerksamkeit.
Ein besonderer Höhepunkt war der Gewinn des Landespokals 2024, der gleichzeitig den Einzug in den DFB-Pokal bedeutete. Zudem wurde Adigo vom Schleswig-Holsteinischen Fußballverband zum Trainer des Jahres 2025 ausgezeichnet.
Fokus auf Pokalfinale und Neustart
Trotz der jüngsten sportlichen Rückschläge gelangen zuletzt noch positive Ergebnisse – umso bemerkenswerter wirkt der Zeitpunkt der Entscheidung. Die Verantwortlichen setzen nun auf einen kurzfristigen Impuls im Saisonendspurt – insbesondere im Hinblick auf das bevorstehende Landespokalfinale gegen den SV Todesfelde. Wie es auf der Trainerposition langfristig weitergeht, ließ der Verein zunächst offen.

Artikel und Bild: Ole Jacobsen.
